Samstag, 8. Oktober 2011

Robin Hood - Der Löwe von Sherwood (Italien / 1962)

Orig-Titel: Il Trionfo di Robin Hood

Genre: Abenteuer

Von diesem Film habe ich wieder einmal durch das Stöbern im Internet erfahren. Und da Umberto Lenzi als Regisseur aufgeführt wurde und ich alten italienischen Filmen ohnehin aufgeschlossen gegenüberstehe, war ein Ansehen quasi Pflicht. Dabei schoss ich die Warnungen, es handele sich dabei um einen äußerst trivialen Streifen, in den Wind, schließlich soll man sich immer ein eigenes Bild machen. Und Umberto Lenzi einen langweiligen Film? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Aber es ist was dran.

Über die Handlung ist nicht viel zu sagen. Robin Hood setzt sich gegen die Obrigkeit zur Wehr, gemeinsam mit seinen Kameraden und… Ivanhoe? Ist schon eine seltsame Sache diese Figur mit einzubringen, die in der originalen Geschichte doch gar nicht vorkommt. Aber so sind die Italiener nun einmal. Unkonventionell und völlig schmerzfrei wenn es um solch historische Stoffe geht. Was zählt ist die Unterhaltung, nicht der Gehalt, also der Wahrheitsgehalt. Schade, dass von Unterhaltung nicht viel zu spüren ist. Die kritischen Stimmen, die ROBIN HOOD – DER LÖWE VON SHERWOOD als langweiligen und äußerst trivialen Streifen betiteln haben wahrhaft recht. Ich habe nach der hälfte des Filmes aufgehört aufmerksam zu gucken und mich stattdessen anderen Dingen gewidmet. Der Fernseher lief nur nebenher und man hat gelegentlich hingeschaut. Es hat mich nicht im Geringsten, oder sagen wir nur sehr bedingt, interessiert, gefesselt, oder wie immer man es nennen möchte. Keine Höhepunkte, keine außergewöhnlichen schauspielerischen Leistungen, keine schönen Frauen, keine wirklich erwähnenswerte Action. Für Belustigung sorgen lediglich die schlecht getimten Prügelszenen. Man sieht die Luftschläge genau.
Optisch spielt sich das Geschehen zu einem guten Teil in der Natur ab. Ganz ansprechend gefilmt, aber ebenso wenig sonderlich bemerkenswert.

Es wirkt als hätte Umberto Lenzi bei diesem Film noch gelernt. Es fehlt an allem was einen Abenteuerfilm so richtig sehenswert macht. Ein schnell heruntergekurbeltes Stück. Und da die Italiener auch gern einmal einen Film aufs Geradewohl drehten, wage ich zu behaupten es gab für ROBIN HOOD – DER LÖWE VON SHERWOOD nicht einmal ein Drehbuch. Wer auch den schwachen Beiträgen der Cinecitta etwas abgewinnen kann, darf natürlich gern einen Blick werfen. Wer einen unterhaltsamen Robin Hood Film sehen möchte, sollte sich dagegen anderen Werken widmen.

Wertung: 4/10


Die deutsche DVD:

Die deutsche DVD Auswertung von Voulez Vouz hat die Bezeichnung Special Edition im bekannten Sinn nicht verdient. Wohl aber in Hinsicht auf ‚besonders schlecht’. Die Bildqualität ist nur mäßig (blasse Farben, Unschärfe) und auch das Bildformat nur 1.85:1 (statt 2.35:1). Der Ton geht im Italienischen wohl in Ordnung, der Deutsche wird getragen von wechselndem Klangvolumen. Mal blass, ohne Bass, mal stark und voller. Rauschen begleitet uns die ganze Zeit, für einen so alten Film aber nichts Ungewöhnliches. Extramaterial sucht man natürlich vergebens. Also warum Special Edititon? Einzig an dem Wendecover kann man das wohl nicht festmachen. Und auch nicht an der Tatsache es handelt sich dabei um eine Erstveröffentlichung auf einem anderen Medium als der Kinorolle. Für die Veröffentlichung wurde wenigstens die alte Kinosynchro aufgetrieben. Gott sei Dank keine grottige Neusynchro.
Warum man ROBIN HOOD - DER LÖWE VON SHERWOOD für die DVD in ROBIN HOOD - DER HELD VON SHERWOOD umbenannt hat, erschließt sich mir nicht.

Wertung: 3/10

Donnerstag, 29. September 2011

Der Weisse Büffel (USA / 1977)

Orig-Titel: The White Buffalo

Genre: Horror-Western

Nach einiger Zeit wieder einmal ein Charles Bronson Film, und dazu noch ein Tierhorror Streifen. Um genau zu sein handelt es sich um einen Horrorwestern. Interessanter Genre Misch-Masch. Was mich an der Geschichte gereizt hat, war der weisse Büffel. Die Inhaltsangabe das erste mal gelesen erinnerte mich das an MOBY DICK. Das weisse Untier das einen Mann selbst in Träumen peinigt und nicht wieder loslässt. Und da ich Herman Melvilles Novelle ohnehin sehr mag musste ich DER WEISSE BÜFFEL einfach sehen.

Es geht um Wild Bill Hickok, der nach langer Zeit in entlegene Teile des Wilden Westens zurückkehrt, auf der Suche nach einem weissen Büffel. Von Alpträumen geplagt wacht der Revolverhelt jede Nacht Schweiss gebadet auf und schießt wild um sich. Wehe dem der dann in seiner Nähe ist. In Cheyenne trifft er nun Freund Glasauge und gemeinsam ziehen sie aus ins feindliche Indianerland, das Untier zu erlegen. Zuvor treffen sie noch Häuptling White Horse, der seinerseits hinter dem Büffel her ist; schließlich hat dieser seine geliebte Frau auf dem Gewissen. Ein rauer Wind weht in den Weiten des Landes wo die Gefahr nicht nur von Tieren ausgehen. So sind den dreien mordlüsterne Horden auf den Fersen. Indianer wie Cowboys. Und die Jagd nach dem weissen Büffel geht weiter.

Also die Klasse eines MOBY DICK erreicht DER WEISSE BÜFFEL zu keiner Zeit. Dafür ist die Geschichte einfach zu flach und die filmische Umsetzung unspektakulär.
Charles Bronson zählt ja zu den Actionhelden der 70er/80er Jahre schlechthin. Viele unterhaltsame Kracher gehen auf sein Konto. Auf der anderen Seite war Dino De Laurentiis ein Produzent sehr einträglicher Beiträge und das nicht nur in Action lastiger Hinsicht. Auch Science Fiction und sehr gelungene Horrorfilme zählen darunter. Phantastisch FLASH GORDON, fesselnd CONAN, beeindruckend sowie berührend ORCA DER KILLERWAL.Das sich Bronson und er zusammentun, dabei konnte nur ein unterhaltsames Ergebnis rauskommen.
So lebt DER WEISSE BÜFFEL von Bronson. Von seiner sehr eigenen Präsenz. Und dass er als Wild Bill Hickok auch die Fetzen fliegen lässt versteht sich von selbst. In bester Django Manier knallt er die bösen Buben über den Haufen, ob nun mit der Winchester oder den beiden Revolvern, die Wild Bill ja auszeichneten. Mister Hickok ist übrigens eine Figur die es tatsächlich gegeben hat, ebenso wie Indianerhäuptling White Horse (auch genannt Crazy Horse), den Will Sampson (POLTERGEIST II / DIE FEUERWALZE) spielt. Als gebürtiger Indianer schafft er Glaubwürdigkeit, der Rolle und dem Drehbuch angemessen. Und das trifft auch auf die übrigen bekannten Gesichter zu; die da wären Jack Warden (TOD AUF DEM NIL / JAGD AUF DIE POSEIDON), Stuart Whitman (DER TÖDLICHE SCHATTEN DES MR. SHATTER), Slim Pickens (DR. SELTSAM, ODER WIE ICH LERNTE, DIE BOMBE ZU LIEBEN), John Carradine (DER MANN DER LIBERTY VALANCE ERSCHOSS), Ed Lauter, Martin Kove, Kim Novak. Ein gutes Ensemble, das vervollständigt wird durch den weissen Büffel. Bei diesem handelt es sich nicht um ein richtiges Tier, sondern vielmehr um eine animatronische Puppe, so wie eben der weisse Hai. So wie sie Stan Winston häufig herstellte und wo er Experte war. Hier war der Meister zwar nicht beteiligt, das Ergebnis gefellt aber dennoch, wenn auch nicht durch sonderlichen Realismus. Zudem schnaubt das Ungetüm wie eine Lokomotive. Es klingt gewöhnungsbedürftig. Eher lustig als bedrohlich.
Da solch eine Lebensechte Puppe schwer in die Prärie zu bringen ist, wurde für die Dreharbeiten verstärkt auf Setaufnahmen gegangen. Diese sind als solches leicht zu erkennen, da auch die enthaltene Ausstattung stark nach Styroporsteinen und dergleichen aussieht. Ich kann jedoch nicht sagen, dass das sonderlich negativ ist. Vielmehr schafft es eine eigene Atmosphäre, die auch etwas hat. So wie bei FLASH GORDON beispielsweise. Und ich glaube auch ORCA - DER KILLERWAL war zuweilen so geartet. Ausgeleuchtet sind die Sets ganz gut und das ist wichtig, da vieles auch in der Nacht spielt. Kameraführungstechnisch darf der Zuschauer ebenfalls zufrieden sein. Es gibt gute Einstellungen, ordentliche Schwenks, gelungene Panoramaaufnahmen. Schade, dass der Schnitt hier und da etwas holperig daherkommt. Das fällt vor allem in den Büffelszenen störend ins Gewicht. Sicherlich war es wichtig die Puppe zu verschleiern. Doch wie das im Finale gemacht wird, sorgt für Unübersichtlichkeit. Wer steht wo? Wo ist der Büffel, wie weit oder wie nah sind Hickok, White Horse oder Glasauge? Schade.
'Die musikalische Untermalung hat was von James Bond', dachte ich so bei mir. Und tatsächlich ist der verantwortliche Komponist jener, John Barry nämlich. Auch wenn es melodisch zuweilen an Bond erinnern mag, es passt und ist auch soweit so eigen, dass eine deutliche Verwechslung nicht zu stande kommt. Ich fand es gut.

J. Lee Thompson, der Regisseur, war verantwortlich für so manchen Charles Bronson Film und er hat die Zuschauer stets ansprechend und kurzweilig unterhalten. Das gelingt in gleicher Qualität auch mit DER WEISSE BÜFFEL. Mir fehlt es jedoch an Charaktertiefe, an einer ausgefeilten Geschichte und der entsprechenden Umsetzung. Von der Dramatik und dem Tiefgang eines MOBY DICK fehlt jede Spur. Der weisse Büffel ist bedrohlich, aber nicht wirklich bedrohlich. Und Wild Bill Hickok, ich will ihm die Last des Alptraumes einfach nicht abnehmen. Es fehlt einfach auch an Spannung. Man wohnt dem Geschehen bei, ist aber nicht sonderlich berührt und so richtig mitten drinnen auch nicht.
Wie gesagt, nette Unterhaltung, mehr aber auch nicht. Für Bronson Fans aber allemal empfehlenswert.

Wertung: 6/10


Zur mittlerweile erhältlichen (öffentlichen) deutschen DVD sei angemerkt, sie ist sehr gelungen. Bild und Ton sind wirklich gut und an Extras findet sich sogar der Kinotrailer. So gesehen ganz eine Veröffentlichung wie man sie sonst von MGM DVD gewohnt ist. Dort hätte sie vor Jahren gestanden, wenn man sich da schon des Streifens angenommen hätte.

Sonntag, 25. September 2011

Donnerfaust und Tigerkralle (HK / 1980)

Orig-Titel: Dian Tang Lang

Genre: Eastern

In den letzten Monaten habe ich mich wieder vermehrt mit Eastern, alten Martial Arts Filmen aus Hong Kong, befasst und einigen Spaß daran gehabt. Mittlerweile sind es wohl eher nur noch Phasen wo ich mir solche Filme anschaue. Dabei hatte ich einmal eine lange Zeit des Interesses. Habe mir jegliche Jackie Chan Filme zugelegt und sie förmlich verschlungen. Angefangen hatte alles mit Bruce Lees Werken. Jackie war dann der passende Nachfolger. Und mehr noch, ich mag seinen Stil. Seine komödiantische Art. Seine Erzählweise aus der Aktion heraus. Aus der Form sich zu geben. Er hatte einen ganz eigenen Stil kreiert und viele Filmemacher haben sich dessen angenommen. Es versucht zu kopieren. Vereinzelt gelungen, oft ging es aber in die Hose.
DONNERFAUST UND TIGERKRALLE, auf den Streifen wurde ich aufmerksam weil viele von seiner ungewöhnlichen Art sprechen. Anfangs lustig und albern, wird er zum Ende hin richtig heftig. Ich laß Worte wie "ultrabrutal". Naja, mit solchen Superlativen braucht man hier nicht herumzuwerfen. Ist doch recht übertrieben. Was jedoch stimmt, ist dass sich die Stimmung des Filmes fast um 180° dreht.

Es geht um Chi, einen sehr begabten Kämpfer, der sich kämpferische Finessen durch bloßes zuschauen aneignen kann. Sein Können hat auf sein Verhalten natürlich einfluss. Er ist arrogant und lässt sich von niemandem etwas sagen. Auch lebt er gern in den Tag hinein und nimmt seine Anstellung als Fischverkäufer nicht immer so ernst. Die Jade Brüder, eine brutale Gangsterbande, kann ihn nicht schrecken. Ihnen setzt er mitunter ordentlich eins zu. Doch das hat bald ein Ende, denn ein neuer Meister ist eingetroffen. Und der geht gegen Chi mit außergewöhnlicher Härte vor. Nach einem Kampf kann er sich gerade noch so retten und wird von einem alten Herrn und dessen Sohn Pock wieder aufgepeppelt. Der alte Herr stellt sich dann als wahrer Könner in einer seltenen Kampftechnik heraus. Chi gelingt es sich so einige Sachen anzueignen und erhält schließlich auch ein ausgeklügeltes Training. Man will gewappnet sein, für die Jade Brüder. Und so kommt es zu weiteren Verwicklungen und grauenvollen Übergriffen auf den alten Herrn und Pock. Chi nimmt schreckliche Rache.

Die Action Filme aus Hong Kong zeichnet oft eine recht eigene Erzählweise aus. Man bringt den Zuschauer ins Geschehen mit krachenden Fights, dann etwas Handlung, dann Albernheiten (den Humor, den Asiaten so lieben), dann wieder etwas Action, dann wieder etwas Humor und Handlung. Und zum Schluss dann der furiose Showdown. Nach diesem Schema läuft auch DONNERFAUST UND TIGERKRALLE, den man auch unter THE THUNDERING MANTIS finden kann, vollends ab. Die Handlung hat nur wenig wirklich unterhaltsames. Die komischen Szenen sind nicht selten übertrieben und sorgen bei Europäern nicht einmal für ein müdes Lächeln. Mitunter ist es sogar schwer zu ertragen. Was jedoch zu fesseln versteht und was den Film sehenswert macht, ist die Action. Sind die herrlichen Martial Arts Fights ganz im Stile der alten Tage. Es geht schön zur Sache. Und das Finale ist auch gut gelungen. Die im Internet oft angesprochene Härte ist in dem Ausmaß jedoch nicht vorhanden. Es fließt nicht mehr Blut wie sonst auch. Lediglich die abgedrehten Armbrechszenen sind etwas höher anzusiedeln. Sowie die Beisattacken von Chi.
Plausibel wird die oben angesprochene 180° Drehung durch das brutale Vorgehen der Jade Brüder. Sie bringen den alten Herrn um und foltern den kleine Pock vor den Augen Chis brutal zu Tode. Der verkraftet das gesehene nicht und verfällt dem Wahnsinn. In diesem Zustand kann ihn nichts mehr halten. Und so bringt er die gesamte Bande um die Ecke und vergeht sich am Oberbösewicht mit besonderer Brutalität. Bricht ihm Arme, Beine und zum Schluss mitten durch. Hinzu gesellen sich noch Beisattacken. Er nascht ein Stück aus seinem Bein, von seinem Kopf und im letzten Bild vorm Abblenden reißt er ihm genüßlich das Ärmchen heraus, denn der Tisch ist gedeckt. Dieses Finale kann man durchaus als außergewöhnlich betrachten. Es hebt den Film aus der Mittelmäßigkeit heraus, in die er ansonsten voll gehören würde.

THE THUNDERING MANTIS ist ein mittelprächtiges Martial Arts Vergnügen, dass den Reiz des Besonderen lediglich aus seinem härteren Finale zieht. Die gebotenen Fights sind nicht schlecht, die Handlung ansonsten sehr trivial und für die gebotene Komik braucht man keine Lachmuskeln sondern gute Nerven. Asiatischer Humor ist schon etwas spezielles.
Die DVD von NSM Records aus Österreich ist komplett uncut. Bietet den Film aber in wechselnder Bildqualität. Er wurde aus mehreren Quellen in Uncut rekonstruiert, wobei die eingefügten Szenen von einem schlechten Tabe oder einer VCD zu stammen scheinen. Auch sind diese Szenen in Englisch mit deutschen Untertiteln. Leider nicht in Mandarin oder Kantonesisch. Englisch synchronisierten Martial Arts Streifen sind eine Vergewaltigung der Ohren. Grauenhaft. Was die DVD hingegen sehr interessant macht, ist die Trailershow vor dem Hauptfilm. Diese geht sage und schreibe 45 Minuten und bietet klassische Filmvorschauen der besonderen Art. Quer Beet, ein interessantes Sammelsurium.
Somit ist die NSM Records Auswertung von DONNERFAUST UND TIGERKRALLE zwar Uncut, jedoch von durchwachsener Qualität. Dennoch ist die Scheibe, zum einen deswegen zum anderen wegen der interessanten Trailershow durchaus einen Blick wert. Wer die gelegenheit hat sie kostengünstig zu erhalten kann zufrieden sein.

Wertung: 5/10

Montag, 12. September 2011

Das Grauen aus der Tiefe (USA / 1980)

Orig-Titel: Humanoids from the Deep

Nicht nur als Regisseur hat uns Roger Corman herrlich unterhaltsame Filme beschert. Als er vom Inszenieren die Nase voll hatte, widmete er sich dem produzieren. Und mit seinem besonderen Geschäftssinn setzte er sein Geld gut an. Und auch wenn es sich vornehmlich um B-Movies handelte, es blieben unterhaltsame, kurzweilige Leinwandabenteuer, die nicht selten mehr fesselten als die höher budgetierten Werke nahmhafter Regisseure.
Bei uns läuft HUMANOIDS FROM THE DEEP unter dem Titel DAS GRAUEN AUS DER TIEFE. Ein reißerischer Titel und dennoch passend.

Es geht um schreckliche Ungeheuer aus dem Meer, die an die Oberfläche kommen um sich mit Frauen zu paaren. Kommen ihnen Männer in die Quere, werden sie gnadenlos nieder gemacht. Jim Hill und Dr. Susan Drake versuchen den Wesen des Grauens den gar auszumachen. Sie schließen sich mit anderen Einwohnern ihres kleinen Städtchens zusammen. Rüsten sich für einen alles entscheidenden Kampf. Doch auch die Ungeheuer machen mobil und fallen mit brutaler Gewalt auf einem Jahrmarktsfest ein. Ein Massaker beginnt.

Doug McClure ist hier in der Hauptrolle zu sehen und neben ihm Vic Morrow und Ann Turkel. Ein solide spielendes Gespann. Ein gutes Gespann. Genau das Richtige für einen B-Movie Horror Trasher. So ging McClure in der damaligen Zeit durch so manchen B-Abenteuerfilm und erlangte nicht zuletzt dadurch einen großen Bekanntheitsgrad. Ihn in diesem Film zu sehen, eine absolute Bereicherung. Ähnliches trifft auf Vic Morrow. Ihn kennt der Filmfreund aus Fernsehserien und vor allem aus so einigen Genrebeiträgen. Bekanntestes Beispiel, Enzo G. Castellaris THE LAST JAWS - DER WEISSE KILLER, dessen THE RIFFS - DIE GEWALT SIND WIR sowie Kinji Fukasakus STERNENKRIEG IM WELTALL. Ann Turkel hingegen ist lediglich Serien Nebendarstellerin. Da sie seinerzeit aber durch sämtliche bekannte Erfolgsserien, wie KNIGHT RIDER, EIN COLT FÜR ALLE FÄLLE, STREET HAWK, MATT HOUSTON, TRIO MIT VIER FÄUSTEN, oder AGENTIN MIT HERZ ging, ist ihr Gesicht wahrlich nicht unbekannt. Zumindest der Generation die in den 80ern aufwuchs wissen mit ihr etwas anzufangen. Neben diesem Dreigespann sind noch einige bekannte Gesichter vertreten, deren gesonderte Erwähnung ich mir aber spare. Es handelt sich ja eh nur um Seriendarsteller. Das Ensemble ist nicht sonderlich überragend, jedoch machen sie ihre Sache gut. Und für die einfach gestrickte Story ist es auch völlig ausreichend, schließlich dreht es sich nicht um eine tiefgehende Geschichte. Es ist ein Monsterfilm und er will lediglich angenehm kurzweilig unterhalten. Corman typisch tauchen die Ungeheuer so gesehen schon früh auf, sind aber so richtig erst später zu sehen. Das fördert die Spannung und ist so sehr wichtig. Wenn es dann zur Sache geht, fließt ordentlich Blut und gibt es im Finale sogar einige schöne Splattereffekte. Kopf ab, sag ich da nur. Die Monster geben sich richtig Mühe und sehen auch richtig schön grauselig aus. Kein Wunder, schließlich durfte sie Rob Bottin (DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT, PIRANHAS, DAS TIER) designen. Dass am Ende nur vier Monsterkostüme zur Verfügung standen, merkt man nicht, sagen die Macher. Nun, wer genau aufpasst, der wird es deutlich merken. Mir fiel es auf und ich wusste es zuvor nicht. Ein unwichtiger Fakt und bei einem B-Movie auch nichts ungewöhnliches. Wer schon viele solche Filme gesehen hat, den stört es absolut nicht. Ist es nun von Belang? Sicher nicht. Wen störts. PIRANHA (auch eine sehr gelungene Roger Corman Produktion) funktioniert ja ebenso gut.

Und so macht HUMANOIDS FROM THE DEEP eine Menge Spaß. Ein richtig guter Trasher im Stile von PIRANHA und DER WEISSE HAI. Von der Atmosphäre hat es viel von den Tierhorrorfilmen der damaligen Zeit. Die Geschichte ist solide, die Darsteller sind gut und die Effekte wissen auf jeden Fall zu begeistern. Hinzu kommt eine ebenso gute Kameraführung. Vielleicht nichts weltbewegendes. Aber das braucht auch gar nicht.

Und damit der Film auch so richtig auf der Heimkinoanlage kommt, veröffentlichte Shout Factory ihn in sehr ansprechender Bild- und Tonqualität in Amerika auf DVD. Und spendierte der Scheibe noch ein kleines retrospektives Making of, sowie ein Interview von Leonard Maltin mit Roger Corman. Und außerdem gibt es den US Kinotrailer und sogar den alten deutschen Kinotrailer. Abgerundet wird das Ganze mit einem mehrseitigen Booklet und einem Wendecover mit alternativem Motiv. Was will man da mehr. Da schlägt das Fan Herz höher. Sehr gelungen. Nur zu empfehlen.

Wertung: 7,5/10

Planet des Schreckens (USA / 1981)

Orig-Titel: Galaxy of Terror

Letztens habe ich wieder einmal MUTANT - DAS GRAUEN IM ALL gesehen. Ein wirklich unterhaltsamer Trasher, produziert von Roger Corman. Der hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich unbedingt mehr solcher Filme sehen wollte. Und da fiel mein Blick auf GALAXY OF TERROR, der in unseren Breiten als PLANET DES SCHRECKENS bekannt ist. Auch hier sollen Weltraumszenen geboten werden, auch hier befindet man sich auf einem entfernten Planeten. Und auch hier werden blutige Effekte gezündet.
Zu GALAXY OF TERROR gibt es jedoch keine wirklich gelungene deutsche DVD Auswertung, weswegen ich zur US Auflage von Shout Factory griff. Die Jungens haben sich der Roger Corman Streifen nämlich in einer besonderen Collection angenommen und den wirklich guten Beiträgen eine separate Veröffentlichung gegönnt, mit extra erstellten Featurettes, sowie mehrseitigem Booklet und alternativem Cover (Wendecover). Alle übrigen sind im Bundle. Mindestens zwei, höchstens vier Streifen auf einer bzw. zwei DVDs. Alle Auflagen zeichnet eine sehr gute Bild- und Tonqualität aus. Der geneigte Fan kommt in den Genuss so mancher Perlen. Mal mehr, mal weniger gelungen. Aber komerziell waren sie vornehmlich sehr einträglich.

Und GALAXY OF TERROR stellt einen besonderen Beitrag dar. Und das nicht nur inhaltlich.
Die Geschichte hat Paul W.S. Anderson Jahre später sicherlich zu EVENT HORIZON inspiriert. Es ist mehr an Psychoterror orientiert:
Die Besatzung eines Raumschiffes muss auf einem Planeten notlanden. Man begibt sich auf Erkundung. Auf die Suche nach einer Möglichkeit der Rettung. Und man findet das Grauen. Denn hier, am äußersten Punkt der Galaxis, herrscht eine Macht die keine Gnade kennt. Schreckliche Monster tauchen auf. Unheimlich Dinge geschehen. Ein Besatzungsmitglied nach dem anderen erleidet ein tödliches Schicksal. Und die Überlebenden tappen weiterhin im Dunkeln. Was geschieht hier? Was hat das alles zu bedeuten? Und was sind das hier für seltsam anmutende Bauten?

Nun die Bauten stammen von einem Effects-Maker, der vielen SF Filmfans wohl weitreichend bekannt sein sollte. James Cameron zeichnette sich dafür verantwortlich und sein Können war schon in diesen frühen Jahren deutlich. Somit erinnert der Look nicht von ungefähr an den Jahre später entstandenen ALIENS, die Fortsetzung von Ridley Scotts beeindruckendem Weltraum Horrorstück. Und auch bei den blutigen Effekten brachte sich Cameron ein. Wo der Splitter unter der Haut von Sid Haigs Arm wandert, diesen Einfall brachte er. Und noch so einiges anderes. Und schon damals war Cameron ein seltsamer Geselle. Das wissen die Schauspieler und Macher im retrospektiven Making of fesselnd zu berichten.
Somit stellt GALAXY OF TERROR optisch schon einmal etwas besonderes dar. Und auch inhaltlich versteht er zu fesseln. Die Geschichte ist an sich einfach gestrickt. Die Tatsache, dass der Horror aus der Psyche der Protagonisten wächst stellt hingegen ein gewisses Novum dar. Eine Idee, die Roger Corman einbrachte, der ja besonderes Gespür für Komertz besitzt. Der gut einzuschätzen weiß, was sich verkauft. Und seine Rechnung geht auf. Es funktioniert und es gab den Machern so einige Freiheiten. Möglichkeiten sich einfallsreich zu geben. Die Kreativität spielen zu lassen. Das führte zur Riesenmade, die die Kleidung vom Körper eines weiblichen Crewmitgliedes, mit ihren Absonderungen löst und auf gewisse weise sexuell vergewohltätigt. Eine Szene, die kontrovers diskutiert wurde, die für einige Probleme sorgte. Die dem Film aber etwas ganz besonderes verlieh. Allein wegen dieser Szene wollten viele den Film auch sehen. Und es ist diese Szene, die vielen noch heute gegenwärtig ist. Die sogleich mit dem Titel des Filmes assoziiert wird. Und ich aus meiner Sicht muss sagen. Sie hat was. Sie ist schon etwas besonderes in der Filmszene. Vielleicht sogar der Filmgeschichte.
Übrigens gibt es unter den Darstellern bekannte Gesichter. Sid Haig erwähnte ich ja schon, den Nebendarsteller, der mit seinem markanten Aussehen durch einige Filme und Serien gegangen ist und von vielen noch heute schnell erkannt wird. Es ist mit ihm wie mit Danny Trejo. Er prägte die Szene einer gewissen Zeitepoche und wird aus nostalgischen Gründen von einigen Regisseuren heute wieder eingesetzt, die mit ihm seinerzeit groß geworden sind. Von seiner Präsenz geprägt wurden. Weiter geht es dann mit Robert Englund, noch weit am Anfang seiner Karriere. Ihn weiter zu erwähnen ist unsinnig. Robert Englund ist Freddy Kruger und mit seinem Namen assoziiert man diese Figur auch immer. Auf immer und ewig, möchte ich sagen. Weiterhin vertreten Edward Albert, seines Zeichens B-Movie Star und Serienschauspieler und da in einigen bekannten Beiträgen zu sehen, wie MIMIC 2 oder DIE SCHÖNE UND DAS BIEST (mit Lindy Hamilton und Ron Perlman). Dann haben wir noch den bekannten Ray Walston und Grace Zabriskie. Und noch einige mehr, die man aus Serien kennt und die hier gut rein passen. Wirklich anspruchsvolle Dialoge haben sie nicht zu sprechen. Wer mich jedoch beeindruckte war Robert Englund. Im Verlauf muss er gegen sich selbst antreten, gegen einen bösartigen Zwilling. Der Blick auf der einen Seite und die verängstigte Reaktion auf der anderen. Hier wird Englunds talent deutlich. Warum hat dieser Mann nicht noch andere, anspruchsvollere Rollen gespielt. Er hat das Zeug dazu.

GALAXY OF TERROR ist ein unterhaltsamer Film. Es ist ein SF Trasher von der gehobenen Klasse. Sicherlich sieht man ihm an einigen Stellen sein geringes Budget an. Aber... für seine lediglich 700.000$ wirkt er richtig groß. Das liegt nicht zuletzt in James Camerons überragendem Können begründet. Er verleiht dem Streifen viel. Bruce D. Clarks Regie ist daneben sehr solide. Nicht überragend, aber ansprechend. Und die Darsteller, allen voran Robert Englund, geben ihr möglichstes die Geschichte mit Leben zu füllen.
Wer Science Fiction Horror ala MUTANT - DAS GRAUEN IM ALL, ALIENS oder EVENT HORIZON mag, der ist hier an der richtigen Adresse. Der wird hier ansprechend kurzweilig unterhalten. Es gibt viel zu sehen. Schöne Weltraumaufnahmen und blutigen Splatter.

Wertung: 7,5/10

Samstag, 10. September 2011

The Straight Story (USA, UK, FR / 1999)

Genre: Tragikomödie

DER ELEFANTENMENSCH, BLUE VELVET, LOST HIGHWAY, MULHOLLAND DRIVE, DUNE - DER WÜSTENPLANET. David Lynch ist einer der Ausnahmeregisseure Hollywoods. Seine genannten Filme sind beeindruckende Werke und ebenso fesselnd wie verstörend. Sehr besondere visuelle Erlebnisse mit Tiefgang. Kunstwerke, will man sagen. Und THE STRAIGHT STORY fügt sich da gut ein. Es ist ein Roadmovie der eigenen Art. Nicht wie sonst ein mysteröses Werk des Meisters, sondern eine wahre Geschichte. Diese ist jedoch so außergewöhnlich, dass der mysteröse Faktor, der Lynchs Werken immer irgendwie anhaftet doch noch erfüllt wird.

Die Rede ist von Alvin, einem kauzigen alten Mann um dessen Gesundheit es nicht sonderlich gut bestellt ist. Die Jahre machen sich bemerkbar. Der Körper will einfach nicht mehr so wie früher. Mittlerweile sind zwei Gehstöcke seine ständigen Begleiter. Doch solange es noch geht, solange er sich halbwegs fühlt, sieht er keine Notwendigkeit seinen Lebensstil zu ändern. Zigarren werden doch wohl noch erlaubt sein. Und auch andere Genüsse, die auf der Liste der gefährdenden Konsumgüter stehen, werden beibehalten. Und dann hört Alvin von Bruder Lyles Herzanfall. Das macht ihn nachdenklich, wechselt er mit ihm doch schon seit zehn Jahren kein Wort mehr. Und bevor es zu spät ist, will er sich mit Lyle versöhnen. Aber wie zu ihm hingelangen? Schließlich wohnt er über 500 Kilometer weit weg. Und einen Führerschein hat Alvin auch nicht mehr, seine Augen sind zu schlecht. Genausowehnig kann ihn die etwas zurück gebliebene Tochter Rose fahren. Also baut er sich einen recht eigenartigen Anhänger, schnallt diesen an seinen alten Rasenmäher und fährt los. Begibt sich auf eine besondere Reise, gespickt mit Bekanntschaften und Ereignissen. Er macht sich auf den Weg zu Lyle, seinem Bruder. Und wenn sie sich auch nicht gut vertragen, so ist er doch sein Bruder. Denn "Ein Bruder ist ein Bruder".

"Ein Bruder ist ein Bruder" dieser herrliche Satz ist auch ein Fingerzeig auf den Zuschauer. Auf die Zuschauer, die Geschwister haben und mit ihnen aus welchem Grunde auch immer kein Wort mehr wechseln. Was kann so schlimm sein, mit seinem Bruder/seiner Schwester kein Wort mehr zu wechseln? Sich mit ihnen zu verkrachen. Schließlich sind sie unsere Familie.
David Lynch hat sich der skurrilen aber wahren Geschichte angenommen und sie in einen ansprechenden Film gewandelt. Inhaltlich ist THE STRAIGHT STORY auf den ersten Blick banal und man braucht seine Zeit einen Draht dazu zu finden. Doch je mehr das Geschehen voranschreitet, je absonderlicher sich Hauptcharakter Alvin geberdet, je mehr man ihn kennenlernt und erkennt welch Altersweisheit in ihm doch steckt und wie tiefgründig sein Wesen (trotz Einfachheit) ist, je mehr ist man gefesselt. In vielen Dialogen steckt Wahrheit. Aus vielen Szenen kann man lernen. Und die Darsteller, die uns diese Geschichte nahe bringen sind gut dafür ausgewählt. Allen voran Richard Farnsworth als Alvin. Nicht nur aufgrund seines Alters nimmt man ihm den kauzigen Eigenbrödler ab. Auch sein minimalistisches Spiel, was doch so viel erkennen lässt, trägt dazu bei. Und nicht von ungefähr war Farnsworth für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Schade dass er diesen nicht gewann und einen solchen wohl auch nicht mehr gewinnen wird. Farnsworth erschoss sich nämlich im Jahr 2000 auf seiner Ranch. Er konnte die Schmerzen seiner schweren Krebserkrankung einfach nicht mehr ertragen. Tragisch. Als sonderbarer Mann, als Bruder von Lyle und Vater von Rose wird er uns in THE STRAIGHT STORY jedenfalls auf ewig in Erinnerung bleiben. Rose, die zurück gebliebene Tochter, wird gespielt von Sissy Spacek, wohl bestens bekannt als Carrie aus CARRIE - DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER, einer fesselnden Steven King Verfilmung. Das recht eigene Mädchen spielt sie mit besonderem Engagement und versteht zu punkten. Ebenso wie Harry Dean Stanton als Bruder Lyle. Ihn siehen wir aber lediglich am Schluss des Filmes und auch nur 3 Minuten. Nicht viel zu sagen hat er, doch sein Gesicht spricht Bände. Und wer das vermag, der hat es drauf.
Lynchs Regie ist ruhig und einprägsam. Dafür sorgen zum einen die herrlichen Aufnahmen herbstlicher Natur. Indian Summer. Das Laub der Bäume in den unterschiedlichsten Farben. Hinzu gesellen sich atmosphärische Nachtaufnahmen und ein Sternenhimmel der besonderen Art. Man fühlt sich an DUNE erinnert. Die stillen Impressionen und bedächtigen Kamerafahrten schaffen zudem eine melancholisch nachdenkliche Atmosphäre. Eine Atmosphäre die einen über das Leben nachdenken lässt. Doch darauf konzentriert sich Lynch nicht allein. Er vermag es der Geschichte auch etwas Dramatik zu verleihen. Mit einem gekonnten Schnitt und der jeweiligen Kameraführung. Und zu letzterem sollte dazu erwähnt sein, dafür zeichnet sich Freddie Francis verantwortlich. Kennern der britischen Filmszene ist sein Name wahrlich nicht fremd. Er inszenierte selbst so einige Horrorklassiker für die Hammer Studios und Amicus. Da Francis als Kameramann seine Karriere begann und sein Handwerk meisterhaft versteht (sie seine Filme immer eindrucksvoll verdeutlichten), ist er für den Job auch die denkbar günstige Wahl gewesen. Ich muss sagen, jetzt wo ich es weiß, erkenne ich seinen Stil an der einen oder anderen Stelle. Untermalt wird alles von Angelo Badalamentis gelungenem Score. Einem Score, der hervorragend zum Geschehen passt und sich minimalistisch hält. Etwas anderes wäre auch kontraproduktiv gewesen.

THE STRAIGHT STORY ist ein tiefgründiger Film. Wieder ein besonderes Werk von David Lynch. Kein Krimi, kein Thriller, kein Science-Fiction Film, sondern eine Tragikomödie. Ein Film über einen kauzigen alten Mann, der auf seinem alten Rasenmäher 500 Kilometer weit fährt um sich mit seinem schwer kranken Bruder zu versöhnen. Eine solch wahre Geschichte schreit danach verfilmt zu werden. Und Lynch schafft das sehr gut. Sicherlich braucht es seine Zeit in den langsam startenden und auch sonst sehr ruhigen Film hinein zu kommen. Doch je weiter die Reise fortschreitet, je tiefgründiger wird es. Je fesselnder wird es. Für Freunde schneller Unterhaltung sicherlich nichts. Für jene, die Anspruchsvolles bevorzugen, sollten THE STRAIGHT STORY eine Chance geben.

Wertung: 7,5/10

Samstag, 27. August 2011

Final Destination 4 (USA / 2009)

Genre: Horror

Nun sind wir mit FINAL DESTINATION also bei Teil 4 angekommen und der 5. steht sogar schon in den Startlöchern. Am 25. August 2011 kommt er in die Kinos und ist wie Teil 4 in 3-D gedreht.
Für solche Filme bietet sich die neu aufgelebte Technik ja an. Wenn es hart zur Sache geht, kann man so den Zuschauer richtig mitreißen und wird es eklig, schreit er nach der Kotztüte. Viel zu tun also für das Kinopersonal.
Als FINAL DESTINATION 4 gedreht wurde, stand das wiedererwecken noch am Anfang. Und somit schöpft man die Schreckmomente vornehmlich aus Gegenständen, die in die Kamera sausen, oder stark dorthin ragen. Das ist eine Sache, die in den 80ern schon verwendet wurde und nicht so recht fruchtete. Mit der Zeit wird es doch etwas dröge. So auch hier. Spätestens nach dem vierten oder fünften mal fragt man sich, „haben die sonst nichts weiter zu bieten?“ Nun ja, einige hübsch deftige Splatter-Szenen, wovon besonders jene mit dem Maschendrahtzaun zu begeistern weiß. In 3-D keine schlechte Sache. (yack)
In Sachen Gewaltdarstellung steht man den Vorgängern zumindest in nichts nach. Was die Gegenstände des täglichen Lebens in Kombination doch gefährlich sein können. Und wie es dazu kommt. Nein, nein… wie nachlässig von den Leuten. Und wie absehbar für den Zuschauer. Im ersten Film noch konnten wir nicht erraten wie das Opfer nun drauf geht. Und ich glaube auch im zweiten Film war das noch relativ der Fall. Bei Teil 4 ist hingegen die Vorhersehbarkeit eingetroffen. OK, so richtig auch wieder nicht, aber es ist seichter. Genau wie die Handlung. Blöde Dialoge kloppen die Schönschen von Schauspieler. Mehr als dämlich mitunter. Und zudem sind die Charakterzeichnungen sehr stereotyp. Klar gibt’s das Arschloch, die Tusse, und und und. Nicht der wahre Hermann, aber letztlich kommt es ja auf anderes an. Aber worum geht es inhaltlich eigentlich? Nun:

Während eines Speed-Rennens hat Nick O’Bannon eine Vision von einem bevorstehenden Massencrach, direkt vor der Maroden Zuschauertribüne. Alle kommen dabei ums Leben. Als Nick bewusst wird, was er da eben gesehen hat, kann er sich und seine Freunde nebst einiger anderer gerade noch in Sicherheit bringen. Dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. Doch der lässt sich nicht so leicht ins Handwerk pfuschen und holt nacheinander die Seelen, die ihm vorher entgangen sind. Nick und seine Clique erkennen das und versuchen noch einmal ihre Haut zu retten. Na dann viel Spaß…

Kenntnis der vorigen Filme ist so gesehen Pflicht, denn es wird nicht weiter beleuchtet was hier genau hinter steht. Es wird gesagt, ja, aber einen richtigen Einblick gibt es nicht. Stattdessen wohnen wir schnell den ersten blutigen Unglücken bei und das dazwischen dient nur dazu diese Szenen miteinander zu verbinden. Und was auch nicht schön ist, es gibt keinen Tony Todd, der in den vorigen Teilen ja als Personifizierung des Todes stand, oder wenigstens als sein Gehilfe. So genau kann man das nicht ausmachen. Dafür findet er in Teil 5 wieder zu uns.

Trotz allem ist FINAL DESTINATION 4 recht unterhaltsam. Man greift sich zwar öfter an den Kopf, und sagt „ja ne, is klar“. Es sorgt jedoch eher für Erheiterung, als für Frust. Durchaus ein Partyfilm, mit Bier und Chips. Wenn alle eine Brille haben. In 3-D machts mehr Spaß. Dabei sollte man von der alten Form, den rot/blauen Brillen abstand nehmen. Sie verzerren das Farbspektrum und so richtig kommen die Effekte auch nicht zum tragen. Dann schon eher die neue 3-D Technik. Und dafür kommt am 2. September 2011 die passende Blu-Ray.
Die deutsche Synchronisation ist dabei jedenfalls voll für die Tonne. Auf allen Medien. Ich hab schnell auf die englische Originaltonspur geschaltet. Diese schlechten Sprecher konnte man sich einfach nicht geben.

Wertung: 5/10

Sonntag, 21. August 2011

Surrogates - Mein zweites Ich (USA / 2009)

Orig-Titel: Surrogates

Genre: Science-Fiction

Hat doch sehr lange gedauert, bis ich mich dieses Filmes angenommen habe. Und dabei hatte ich seinerzeit doch einen Trailer im Kino gesehen. Das Thema sprach mich sogleich an und dann noch Bruce Willis in der Hauptrolle. Seit einigen Filmen schon sehe ich sein Potential und er schöpft es immer auf angenehme Weise aus. Einer der großen im Filmgeschäft und in meinen Augen auch sehr richtig für die Rolle. Hinzu gesellen sich Rhada Mitchell und Rosamund Pike. Beides sehr hübsche Mimen, die Bruce aber nicht das Wasser reichen können. Brauchen sie so gesehen auch nicht.
Nun hab ich mir also die Blu-Ray besorgt und bin von dem Film sehr angetan.

Die Geschichte dreht sich um die Surrogates, Roboter die von Menschen gesteuert werden. Denn die Menschen haben sich vornehmlich aus dem realen Leben zurückgezogen. Sie erleben die Welt durch die Surrogates. Eingeschlossen in ihre Wohnungen können sie so frei von Krankheit und Angst vor körperlicher Gewalt agieren. Ein konfliktfreieres Leben, doch es bringt auch Nachteile. Das reale Wahrnehmen der Umwelt ist nicht mehr gegeben. Richtige Interaktion. Riechen, Schmecken, Fühlen unter wirklichen Bedingungen. Man verkümmert. Plötzlich geschehen seltsame Morde. Surrogates werden durch eine energetische Waffe getötet. Was beim Ableben der getroffenen Roboter aber nicht geschehen sollte, passiert. Die Operator, die Menschen auf der anderen Seite, sterben mit. Das ruft Polizei Ermittler Tom Greer und seine Partnerin Peters auf den Plan. Sie versuchen den Dingen auf den Grund zu gehen. Doch je mehr sie ermitteln, desto mehr geraten sie in Gefahr. Als Greers Surrogate dann zerstört wird, ist er gezwungen die Ermittlungen persönlich weiter zu führen. Eine anfangs schreckliche Erfahrung, die seine Augen jedoch auf besondere Weise öffnet.

SURROGATES kann mit Filmen, wie I ROBOT, MINORITY REPORT und EQUILIBRIUM verglichen werden. Ersterer hinsichtlich des Looks, letzterer in Sachen Inhalt. Ich finde es interessant wenn beleuchtet wird was der technische Fortschritt aus uns machen kann. Und auf seine Weise ist es gar nicht mehr so surreal. Man braucht sich nur umzuschauen. Unser soziales Leben hat sich bereits stark verändert. Der Cyberspace lässt uns schon verkümmern. Wohl dem, der sich davon fern halten kann. Er bewahrt sich viele Sinnesfreuden. Aber zurück zum Film.
Überraschenderweise taucht James Cromwell in einer nicht ganz unerheblichen Rolle auf. I ROBOT lässt grüßen. Das fand ich irgendwie angenehm. Regisseur Jonathan Mostows Umsetzung der Geschichte ist dabei solide und hat gute Momente. Doch so ganz fesselt es nicht. Der Ansatz ist gut, einige Momente sind gut. Aber ich merke Mostow ist mehr der Actionregisseur. Zumindest steckt in ihm derzeit noch kein Geschichtenerzähler mit der Fähigkeit zu packender und tiefer gehender Inszenierung. Für SURROGATES ist das jedoch sehr wichtig. Was hingegen zweifelsohne überzeugt sind die Actionszenen. Sie bestimmen das Geschehen nicht, sind sogar rar gesät. Aber wenn es denn kracht, dann ordentlich. Dabei können die Effekte immer überzeugen. Zumindest mich, der mit vielem Leben kann. Aber ach… es passt schon. Und wenn Greer als Surrogate, stark beschädigt einen Flüchtigen verfolgt, erinnert das zum einen an Terminator. Und wenn man ihn dann wild über den Haufen fährt und am Ende brutal erschießt, erinnert es an RoboCop.

Wie gesagt, im Look passt SURROGATES zu I ROBOT und MINORITY REPORT. Inhaltlich kann er mit den beiden Filmen nicht mithalten, unterhält aber dennoch ordentlich. Er hat seine Momente und lebt in vielen Szenen von Bruce Willis. Besonders in emotionalen Momenten fand ich ihn gut. Der Mann hat es drauf. Er ist mehr als ein bloßer Hau-Drauf-Action-Star. Bitte mehr Charakterrollen Bruce. Ich kann von deiner Performance Leistung nicht genug bekommen. Du spielst in gleicher Liga wie Harrison Ford.

Und nun zur deutschen Bearbeitung. Die Synchronisation ist eine wahre Katastrophe. Es ist schlimm was mittlerweile aus unserer Nachvertonungsarbeit geworden ist. Willis’ Stammsprecher kann ja noch überzeugen, obschon auch ihm das Leben aus der Stimme gewichen scheint. Der übrige Cast klingt lustlos und wenig emotional. Ob das an den Surrogate Robotern liegt? Jedenfalls werde ich mir den Film zukünftig nur noch im Original geben. Ich will das Leben in den Stimmen spüren.
Letztens schon ist mir aufgefallen, wie schlecht aktuelle Blockbuster mittlerweile klingen. Anscheinend ist es gut, dass ich THOR bisher nur im Originalton kenne. Was wird mich da in ein paar Wochen bei der Blu-Ray erwarten?
Wie konnte man nur zulassen, alle Sprecher einzeln aufzunehmen. Wie konnte man nur zulassen, dass nicht mehr alle Sprecher gemeinsam im Studio sind? Als dieser Trend stärker wurde, ging die deutsche Synchronarbeit den Bach runter. Wohl dem der sich besinnt und allen Terminschwierigkeiten zum trotz die Sprecher gemeinsam im Studio versammelt. Gemeinsam spornt man sich an. Gemeinsamkeit lässt Lebendigkeit ansteigen. Und die Synchronisation profitiert davon. Dann ist es auch wieder machbar, einen schlechteren Film etwas besser zu machen. Einfach durch die Synchronarbeit. Denkt an DIE 2.

Wertung: 7,5/10

Mittwoch, 3. August 2011

Predators (USA / 2010)

Genre: Science Fiction - Horror

Als John McTiernan seinerzeit mit dem ersten Film herumkam war ich absolut begeistert, konnte zuerst aber nur eine geschnittene Fassung sehen. Dann folgte eine fast ungeschnittene FSK 18 Fassung und zum Schluss die DVD, die absolut ungeschnitten daherkam. Es war ein unterhaltsames Stück Film und ich habe jeden Durchlauf genossen. Genau wie beim zweiten Film, der in der Großstadt spielte und entgegen Arnold Schwarzenegger, Danny Glover in der Hauptrolle aufbietet. So will man ihm den harten Kämpfer auch nicht so recht abnehmen. Dafür ist er zu wenig wie Arnie. Aber er stand an Mel Gibsons Seite in Lethal Weapon. Vielleicht konnte er dadurch wenigstens etwas punkten. Dann folgte lange Zeit kein Predator Streifen. Erst Paul W.S. Anderson schaffte mit seinem AVP, seinem Alien Vs. Predator Abhilfe. Zwar unterhaltsam aber nicht so wirklich Predator. Auch der Nachfolger AVP2 konnte da nicht viel mehr bringen. Es fehlte das Feeling. Es fehlte irgendwie der Thrill. Der Dschungel. Die Jagd. Das Geheimnisvolle.

Und so nahm sich Robert Rodriguez der Sache an und ließ von Nimrod Antal PREDATORS drehen. In der Hauptrolle, also dem Part den Arnie bzw. Glover hatten, ist Adrien Brody zu sehen. Ein erstklassiger Schauspieler. Ein Charakterdarsteller. Und in dieser Funktion für diese Rolle fehlbesetzt. Man will ihm den eiskalten, skrupellosen Söldner einfach nicht abnehmen. Man traut ihm das kämpferische Geschick nicht zu. Aber nun ja. Ihm beigestellt wird ein buntes Team, bestehend aus vielerlei Nationalitäten. Alles Elitekämpfer. Und so wirkt das Ganze dann auch schnell wie ein neuerlicher Aufguss des ersten Filmes. Zumal man sich wieder in einem tropischen Dschungel befindet. Komplettiert wird das Team von einem Doktor, der vom Kämpfen so recht keine Ahnung hat. Das ist der Carl Weathers Part, der Part des CIA Futzis im ersten Film, der das Team vermehrt in Schwierigkeiten brachte. Schauspielertechnisch tritt der ein oder andere bekannte Mime in Erscheinung. So ist Rodriguez’s Freund Danny Trejo natürlich zugegen, erlebt man wie schon erwähnt Adrien Brody und tritt ein etwas übergewichtiger Laurence Fishburne auf. Er ist in meinen Augen noch der überzeugendste, obschon auch wieder etwas übertrieben im Spiel. …Ach ja, wenn man bei den Predatoren genau aufpasst. Der, den man vom Totem schneidet. Der sieht dem aus Film eins doch recht ähnlich. Und die Ähnlichkeiten zum Erstling sind nicht gering. So ist der Score an vielen Stellen frappierend ähnlich. So gibt es eine Rutschpartie einen Hügel hinab. Einen Sturz den Wasserfall herunter. Einen muskulösen Adrien Brody, mit Schlamm beschmiert. Eine heftige Verprügelszene im Finale. Dann Wirbelsäule mit Kopf dran herausreißen. Mit einer Gatling wild in den Busch schießen. Gehäutete Leichen. Der schweigsame harte Knochen mit dem sechsten Sinn, der sich auf einmal dem Predator mano a mano stellt und kurz zuvor noch, ganz Mann, sein Hemd auszieht. Und und und. Bei alldem fragt man sich, ob auch noch was Eigenes kommt. Naja, nicht sonderlich viel. Eben die Tatsache, dass man sich auf einem fremden Planeten befindet, was die Möglichkeit von neuen außerirdischen Wesen bietet. Was ja auch genutzt wird. Dann der Fishburne Charakter. Dann die Tatsache der Fehde unter den Predatoren. Und dann die blutigen Effekte. Kopf ab usw. Es sind ein paar gute Sachen dabei. Doch schlimmer wie der erste Film wird man dabei nicht. Muss ja auch nicht sein.

Was die einen als Homage ansehen, sehe ich nicht ganz so positiv. Sicherlich, es ist schön dass die Atmosphäre in gewisser Weise wieder eingefangen wird und man einer neuen Geschichte im Dschungel beiwohnt. Aber wenn so vieles so deutlich übernommen wird, hat das für mich auch etwas von Einfallslosigkeit. So richtig spannend ist es nicht. Schon allein wegen Adrien Brodys Fehlbesetzung. Sicherlich ist es optisch gelungen, doch wenn’s am Drehbuch krankt… Ich hätte mir was Frischeres gewünscht, was dennoch Predator erkennen lässt. Was richtig Spannendes und Gruseliges. Was, das Atmosphäre hat, so wie der erste Aliens Film. Aber das ist sicher auch zuviel verlangt. Wenigstens ist es nicht so unsäglich schlecht wie der zweite AVP. Sind wir gespannt auf eine Fortsetzung. Oder freuen wir uns auf einen neuen Alien Film. Aber ob es nicht besser ist die alten Sachen ruhen zu lassen? Anstatt immer weitere Fortsetzungen zu drehen, sollte man sich wohl besser auf neue Stoffe konzentrieren und wieder einmal etwas mehr Mut zeigen. Neue Kracher kreieren, zu denen man dann gern wieder Fortsetzungen drehen darf.

Abschließend noch: Trotz dass er so stark übernommen wurde, ich freue mich den alten Score wieder zu hören. Lange nicht mehr vernommen. Er passt zum Geschehen aber auch recht gut.

Wertung: 6/10

Samstag, 18. Juni 2011

Hallo, Mr. President (USA / 1995)

Orig-Titel: The American President

Genre: Romanze, Komödie

Frauenfilm, würde ich mal sagen. Aber man darf als Mann ja wohl auch mal schauen. Jedenfalls hab ich über HALLO, MR. PRESIDENT nur positives gehört und mir nun auch selbst ein Bild davon gemacht.

Mitten im Wahlkampf verliebt sich der mächtigste Mann der Welt völlig unvorhergesehen in die Umwelt-Lobbyistin Sydney Wade und das hat Folgen: Als die Romanze an die Öffentlichkeit dringt, sinkt Shepherds Popularität drastisch. Glücklicherweise erhält er etwas Unterstützung durch seines Stabschef, seinen innenpolitischen Berater, seines Wahlkampf-Managers, seiner Pressesprecherin und seiner persönlichen Assistentin.

Rob Reiner ist ein vielseitiger Filmemacher. Er ist Darsteller, Produzent und Drehbuchschreiber. Aber vor allen Dingen ist er ein erstklassiger Regisseur.
Zu Filmen, wie HARRY UND SALLY, MISERY, EINE FRAGE DER EHRE oder DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUSS braucht nicht viel gesagt werden. Die sprechen eine deutliche Sprache. Sie zeigen aus welchem Holz dieser Mann hinter der Kamera geschnitzt ist. Und HALLO, MR. PRESIDENT steht dem nicht nach. Optisch ist er auf Hochglanz poliert und besticht durch detailreich gestaltete Sets, eine gute Farbkontrastierung, eine geschmeidige Kameraführung und einem atmosphärischen Schnitt. Hinzu kommt die stimmige Musik von Marc Shaiman (PATCH ADAMS). Und Effekttechnisch ist es ebenfalls fast Makellos. In einigen Szenen meine ich aber die Greenscreen Arbeit erkennen zu können. Besonders in Szenen im Weißen Haus.

Vornehmliches Augenmerk gebührt aber der Handlung und den agierenden Darstellern. Zu erwähnen wären da natürlich Michael Douglas und Annette Bening. Dies Paar passt zusammen. Miss Bennings schauspielerisches Talent lasse ich dabei mal außen vor. Ihr will ich das Mienenspiel nicht so recht abnehmen. Das war bisher aber in jedem Film so. Und gegen Douglas kommt sie ohnehin nicht an. Wer von den übrigen Stars aber alle überspielt ist für meinen Geschmack Michael J. Fox. Er spielt nur die Randfigur. Hat nur eine kleinere Nebenrolle. Doch er hat einen herrlichen Ausraster in der zweiten Hälfte. Die Leistung beeindruckte mich. Und auch Martin Sheen, trotz seines minimalistischen Spiels, versteht zu überzeugen und dem Film seine Note zu verleihen. Die vier bilden eine hervorragende Riege und werden unterstützt von weiteren gut spielenden Nebenparts, angeführt von Richard Dreyfuss.
Leider ist die Geschichte für meinen Geschmack ein wenig zu geleckt. Sie entblättert sich wie ein Märchen. Eine Frau trifft ihren Prinzen, der sie auf sein Schloss trägt. Hinzu gesellt sich Patriotismus. Dieses typisch Amerikanische. Außerdem ist es schwer dem politischen Bla-Bla zu folgen.

Letztlich geht es aber um die Unterhaltung und hier ist Rob Reiner wieder ein Glanzstück gelungen. Man wird schon nach kurzer Zeit ins Geschehen gezogen und erfreut sich der ablaufenden Liebesbeziehung, die gewürzt wurde mit feinem Humor. Neben Romanze ist also auch für Witz gesorgt. Ein guter Film. Ganz Hollywood.

Wertung: 7,5/10

Skyline (USA / 2010)

Genre: Science-Fiction (Invasion)

Eher unbemerkt trat dieser Film in die Kinos und sorgte bei mir für Aufmerksamkeit durch seinen Trailer.
Eine Invasionsgeschichte alla INDEPENDENCE DAY. Na wenn das nichts ist.

Nach einer wilden Partynacht wird eine Gruppe von Jugendlichen in L.A. von einem unerklärlichen Lichtphänomen geweckt, um sich kurz darauf in spurlos aufzulösen. Dasselbe Spektakel spielt sich weltweit auch in anderen Großstädten ab. Bald stellt sich heraus, dass es sich um eine außerirdische Macht handelt, die auf diese Weise nach und nach die gesamte Menschheit auszulöschen versucht. Ein Wettlauf der Übriggebliebenen gegen die Zeit und das Ende der Zivilisation beginnt - doch die Lage scheint aussichtslos. (DVD Covertext)

SKYLINE orientiert sich in Look und Art an CLOVERFIELD. Die Geschichte dreht sich im vorwiegenden um eine Gruppe Überlebender, auf der Flucht vor den Invasoren. Mit allen zur Verfügung stehenden Mittel versucht man sich ihnen zu entziehen. Dass diese Mittel eher spärlich sind unterstreicht den Realismus (sofern man davon sprechen kann).
Zur Visualisierung dient entgegen CLOVERFIELD keine dokumentarische Kamera. Vielmehr herrscht die Wackelkamera vor. Der Effekt ist der gleiche. Durchaus ansprechend.
Die Vorherrschende Action wird dann oft unterstrichen von Slow-Motion. Darin kann der Zuschauer die beeindruckenden Effekte gut genießen. Aber er sollte genau aufpassen, denn zu lang bleibt man nicht auf den Aliens und den Raumschiffen drauf. Schnelle Schnitte herrschen. Es bleibt somit nicht viel Zeit den Detailreichtum zu genießen. Nichtsdestotrotz ein Fest für die Augen, aber auch ein gestrichen Maß Anstrengung.

Ohnehin hat SKYLINE vornehmlich was für’s Auge zu bieten. Seien es nun die männlichen Darsteller für die weiblichen Zuschauer oder umgedreht. Und vor allen Dingen wissen die Effekte zu begeistern. Da wird einiges geboten. Zuweilen fühlte ich mich an TRANSFORMERS erinnert. Kopf ab, Gehirn raus, sorgt zudem für Thrill.
Die Story ist hingegen blanke Asche. Vor allem die Dialoge strotzen vor Dämlichkeit und man wird in seltenen Fällen daraus schlau. Was arbeitet der eine Typ? Wovon reden die da am Anfang? Zuweilen ist es schwer zu ertragen. Dagegen wirkt INDEPENDENCE DAY, in Sachen Gehalt, wie ein Oscar Produkt. So wie CLOVERFIELD.

SKYLINE ist ein Science Fiction Streifen in der Art von J.J. Abrams CLOVERFIELD. Ein Film, der vornehmlich durch seine gelungenen Effekte zu punkten versteht. Hinsichtlich der Story enttäuscht er stark. Dümmliche Dialoge. Schlechte Schauspieler.
Man kann es sich einmal ansehen.
SKYLINE wird aber schnell wieder vergessen werden. Ein Massenprodukt ohne Herz.

Wertung: 5/10

Geschenkt ist noch zu teuer (USA / 1986)

Orig-Titel: Money Pit

Genre: Komödie

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich immer mehr mit Komödien befasst und finde zunehmend Gefallen daran. Es ist wirklich erfrischend Tränen zu lachen. Denn nichts ist gesünder als sich krank zu lachen.
Seit kurzem fällt mein Augenmerk auf Tom Hanks, denn er hat in seinen Anfängen so einige Komödie gedreht. Und umso erfreulicher für mich, handelt es sich dabei vornehmlich um Beiträge aus den 80ern. Dass diese Epoche mir am meisten Freude bereitet, hab ich vielmals betont. Und GESCHENKT IST NOCH ZU TEUER fällt da voll mit hinein.

Walter Fielding und seine frisch gebackene Braut Anna müssen aus der alten Wohnung ausziehen. Sie begeben sich auf Umschau und kaufen ein idyllisches Anwesen. Doch schon bald stellen sie fest, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist. Das Gebäude ist ein Massengrab für’s knapp bemessene bis nicht vorhandene Geld. Schlimmer und schlimmer wird das Chaos und die Beziehung von Walter und Anna erfährt eine harte Zerreissprobe.

GESCHENKT IST NOCH ZU TEUER ist eine herzerfrischende Komödie, die mit jeder Minute an Chaos zunimmt. Das Haus fällt schon kurz nach dem Kauf Stück für Stück auseinander. Und wie es das macht, bringt einem aus dem Lachen schwer wieder heraus. Situationskomik ist ein groß geschriebener Faktor. Und vor allem Tom Hanks sorgt für Erheiterung. Für mich besonders herrlich, die Szene mit der Badewanne und Hanks’ Lachanfall im Anschluss. Aber auch die Szene mit der Treppe ist zum Schießen, sowie die mit der Eingangstür.
Das Ganze inszeniert hat Richard Benjamin, auf dessen Konto noch andere unterhaltsame Komödien gehen, wie MADE IN AMERIKA, MEINE STIEFMUTTER IST EIN ALIEN, oder MEERJUNGFRAUEN KÜSSEN BESSER. Ihm zur Seite stand ein gutes Team, bestehend aus Kameramann Gordon Willis (DER PATE I-III), Schnittmeisterin Jacqueline Cambas (mit der er an vielen seiner Filme arbeitete) und Komponist für die Filmmusik Michel Colombier (AUF DER SUCHE NACH DEM GODENEN KIND).

GESCHENKT IST NOCH ZU TEUER zeichnet eine schöne 80er Jahre Atmosphäre aus. Die Jokes sitzen, die Geschichte ist kurzweilig und die Dialoge gelungen. Besonders zu punkten versteht, wie schon erwähnt, Tom Hanks, dessen aufgedrehte agile Art herrlich passt. Eine erfrischende Komödie.

Zur Neusynchronisation für die DVD sei an dieser Stelle noch ein Wort verloren. Dazu hört man viel Schlechtes. Zu langweilig, unfähige Sprecher und und und. Sicherlich wäre die alte Synchronisation besser, doch dass man sich hier keine Mühe gegeben haben soll kann ich wahrlich nicht bestätigen. Ein teures Synchronstudio war am Werk, denn es sind viele bekannte Stimmen zu vernehmen und unter anderem auch Tom Hanks' Stammsprecher, der ihm seinerzeit schon die Stimme leihte. Es ist zu hören, dass die Sprecher älter geworden sind, ja. Das passt vielleicht nicht ganz zur Geschwindigkeit des Filmes. Doch dieser Punkt ist wirklich nur minimal. Die Synchronisation ist gelungen. Anders kann ich das nicht bezeichnen. Man hat sich Mühe gegeben. Genau wie ich das letztens auch bei der Neusynchronisation der EIN COLT FÜR ALLE FÄLLE DVDs bemerken konnte. Perfekt wäre aber natürlich gewesen, wenn Universal neben der auf 5.1 Tonausrichtung erstellten Synchronisation auch die alte auf 2.0 mit aufgespielt worden wäre. Damit hätten sie sich nicht so viele schlechte Wertungen eingehandelt. Ich kann jedenfalls gut damit leben.

Wertung: 7,5/10

Samstag, 28. Mai 2011

Punisher - War Zone (USA / 2008)

Genre: Comic-Action

Ist ja schon einige Tage her, dass dieser Nachfolgefilm gedreht wurde. Jetzt kam ich endlich dazu ihn mir anzuschauen. Und ich erlebte eine Überraschung auf verschiedenen Seiten.

Seit sechs Jahren ist Frank Castle alias Punisher unterwegs auf seinem persönlichen Kriegspfad. Als er eine Zusammenkunft von Gangstern sprengt, entstellt er nicht nur den Gangster Billy Russoti, sondern tötet auch einen Undercover-Agenten des FBI. Somit versuchen nicht nur die Bösen, sondern auch die Polizei den Punisher an seinem Rachefeldzug zu hindern. (DVD Covertext)

Schon Ende der 80er gab es eine Verfilmung des recht ungewöhnlichen Superhelden-Comic-Stoffes. Diese Verfilmung, mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle, produziert von Roger Cormans Schmiede New World Pictures, erlangte einen gewissen Kultstatus. 2004, in der aufkommenden Welle der Comicverfilmungen war es somit nur zu verständlich, dass auch der Punisher ein neues Stelldichein feiern durfte. Doch die Thematik des brutalen Rächers, der sein Gesetz mit Waffengewalt vertritt, ist wegen seiner gewissen Bodenständigkeit, grenzgängerisch. Die neuerliche Verfilmung mit Thomas Jane in der Titelrolle war gut gelungen, intensiv und brutal. Ganz die Vorlage. Doch wie schon gesagt, es ist ein etwas heikles Thema, die Sache mit der Selbstjustiz. Und in Deutschland noch um einiges mehr. Somit wanderte diese Verfilmung in ihrer ungeschnittenen Form auf den Index. 2008 nun drehte man eine Fortsetzung. Diese erhielt ein höheres Budget, doch von namhaften Größen ist nichts mehr zu sehen. Kein Thomas Jane, kein John Travolta, noch Laura Harring. Stattdessen zweite Wahl. Sowohl in der Hauptrolle, als auch den Nebenrollen. Überraschenderweise hat man den ein oder anderen aber schon einmal gesehen. Colin Salmon, der FBI Mann, der den Punisher unbedingt finden will, kennt man aus den Bond Filmen DER MORGEN STIRBT NIE, DIE WELT IST NICHT GENUG und STIRB AN EINEM ANDEREN TAG, sowie ALIEN vs. PREDATOR. Dahs Mihok, der Agent Mulder der Punisher Akten, kennt man aus DAY AFTER TOMORROW. Wayne Knight war ja der Fettsack in JURASSIC PARK und Doug Hutchison kenne ich noch zu gut als Tooms aus der AKTE-X. Der Kerl, der seine Glieder so dehnen konnte und es vornehmlich auf menschliche Leber abgesehen hatte. Punisher Darsteller Ray Stevenson scheint dagegen ein Aufstrebender zu sein. Er trat in Fuquas KING ARTHUR auf, war in THE BOOK OF ELI zu sehen. Ist derzeit in THOR (Volstagg) vertreten und demnächst in der Neuverfilmung von DIE DREI MUSKETIERE als Porthos. Seinen Punisher verkörpert er recht gut, auch wenn ich sein Minenspiel als nicht ganz überzeugend betiteln möchte. Sicherlich wird man sagen, „die Figur zeichnet ein minimalistisches Minenspiel nun einmal aus“. Dennoch kann man durch die Augen und auch durch eine minimalistische Mimik sehr viel sagen und ausdrücken. Aber so betrachtet, verlangt man das bei einem tiefgreifenderen Film. Bei PUNISHER – WAR ZONE reicht das gebotene vollkommen, denn schließlich geht es mehr um Action und Special Effects. In dieser Kategorie sind einige Stärken zu finden, denn es kracht gewaltig. Vornehmlich in Schusswechseln und Fights. Beides sehr blutig und letzteres besonders brutal. Da werden Köpfe abgeschnitten und Gliedmaßen weggeschossen. Der rote Lebenssaft spritzt ordentlich. Und die Szenen sind ansprechend geschnitten.
Eine weitere optische Komponente ist die Bildgestaltung und Ausleuchtung. Diese ist geprägt von farblichen Kontrasten, was einen ungewöhnlichen Look entstehen lässt. Leuchtendes Lila, Blau, Rot, Grün, Gelb. Es ist schon eine Wonne. Und im Hintergrund qualmt auf den Straßen immer irgendwo eine Ecke. Die Farben ausgenommen erinnerte es mich an THE CROW. Ein Look der dem Kontext der Geschichte zugute kommt. Düster. Denn die erwähnten Farben erhellen nur die Finsternis. Es entsteht kein quietschbuntes Vergnügen. Es ist trotz allem ernst gehalten. Aber das bringt allein schon die Geschichte mit sich, die die deutsche Regisseurin (unter anderem HOOLIGANS) Lexi Alexander entsprechend umzusetzen verstand. Eine Frau? Eine totale Überraschung angesichts der gebotenen Brutalität und Physis. Aber was Kathryn Bigelow vermag, sollte man auch anderen weiblichen Regisseuren zutrauen.

Ich war anfangs nicht sonderlich angetan, wirkte PUNISHER – WAR ZONE doch wie ein astreiner B-Movie. Ich assoziierte gleich dämliche Gurken mit Steven Seagal. Doch je weiter die Geschichte voranschritt, je weiter war ich angetan. Sicher, ein A-Movie wird nicht wirklich draus. Das mag am Look liegen, der alles irgendwie klein macht und wenig opulent. Und vielleicht auch an der Darstellerriege, vereinzelten Dialogen und Schnitzern im Storytelling, Spannungsaufbau und Ablauf. Dennoch, ich wurde kurzweilig unterhalten. Betrachtet man PUNISHER – WAR ZONE wie THE CROW, so hat man hier einen Look mäßig gleich gelagerten Vertreter. Und vielleicht fängt er auch etwas von seiner Atmosphäre ein. Es ist eine blutige Comicverfilmung, die man auch für eine gute B-Movie Actiongranate halten kann. Gelungen und in Deutschland nicht von ungefähr, wieder auf dem Index (in seiner ungeschnittenen Form). Aneinandergereiht im DVD Regal... Es würden nun drei unterhaltsame Filmchen stehen.

Wertung: 7/10

Sonntag, 8. Mai 2011

Vergeltung - Sie werden dich finden (USA / 2006)

Orig-Titel: Altered

Genre: Science-Fiction, Horror

Der Film lag schon seit längerem in meinem Fokus, doch wegen etwas nachlassenden Interesses an Monsterfilmen und Horrorstreifen an sich, hatte ich ihn etwas links liegen lassen. Das Interesse kehrte jetzt zurück und ALTERED in den Player.

Drei Typen streifen des Nachts durch den Wald, auf der Jagd nach etwas. Bewaffnet mit seltsamen Gerätschaften finden sie schon bald ihr Ziel. Mit Müh und Not und nicht ohne Schrammen davon zu tragen können sie ihr Objekt bald überwältigen und schaffen es zu einem in der Nähe wohnenden Freund. Der ist von ihrer Ankunft allerdings wenig erbaut. Erst recht nicht von diesem Alien, dass ihm die Kumpels da auf die Werkbank der Garage knallen. Ist es tot?

So beginnt ALTERED. Und so beginnt auch ein kleiner, feiner Film, der eine gute Geschichte, gute Dialoge, gute Spannung, gut spielende Darsteller und sehr gute Effekte zu bieten hat. Letzteres ist mitunter recht ekelig geraten. Doch bleibt es immer im Kontext der Handlung und verkommt nicht zum Selbstzweck.
Mir gefällt an dem Film, dass man vergisst zu beobachten wie er gemacht wurde. Ich vergaß alles andere und wurde in das Universum dort auf der Mattscheibe gezogen. Zu oft beobachte ich in der letzten Zeit, dass so etwas aktuellen Filmen abgeht. Das betrifft auch immer mehr die Blockbuster, die A-Movies. Bei den B-Movies ist es ja schon Standard. Ganz wenige schafften da in der Vergangenheit mich wirklich so zu begeistern. Einer davon, SPLINTER. Von der Atmosphäre und der Begrenztheit der Umgebung, ist ALTERED vergleichbar. Und vom Blutgehalt und den kruden Einfällen in Sachen Gewalt auch. Ich will versuchen nichts zu verraten. Nur so viel, es ist wirklich gut gemacht. Und auf eine spezielle Art sogar komisch. Zum schießen einfach die Szene im Badezimmer, beim Betrachten des eigenen Körpers. „Oh nein, verdammt… Oh, Scheiße, verdammt, nein… Ich glaub das nicht…“
Wenn ich so darüber nachdenke, dann kann ich als Vergleich auch Neil Marshalls DOG SOLDIERS nehmen. Minimalistisch auf der einen Seite. Sehr effektiv und treffend auf der anderen.
Dem Ganzen zuträglich sind natürlich wieder Kameraführung, Bildgestaltung und Schnitt. Trotz dass alles in einer Nacht spielt, also das ganze Szenario sehr dunkel verläuft, gehen Details und Übersicht nicht verloren. Ein großer Verdienst gekonnter Ausleuchtung. Auch attestiere ich eine gute Farbgestaltung. Die Kontraste stimmen und gemeinsam mit der Ausleuchtung entsteht die richtige Atmosphäre. Die Darsteller agieren da sehr sicher und gut eingespielt. Es finden sich zwar keine sonderlichen Größen oder bekannte Gesichter, abgesehen von James Gammon (DER WEREWOLF VON TARKER MILLS / WILD BILL). Die sind aber auch gar nicht nötig. Große Namen hätten vom Wesentlichen auch sicher abgelenkt.
Die musikalische Untermalung, ist der Ausrichtung der Geschichte entsprechend absonderlich, geheimnisvoll und… zurückhaltend. Sie spielt sich wahrlich nicht in den Vordergrund. Rückblickend bin ich nicht einmal sicher ob so viel überhaupt untermalt wurde. Deutlich wird der Score aber im Vor- und Abspann. Passend gelungen.

ALTERED kann unumwunden zu den guten B-Movies gezählt werden. Zu den atmosphärisch und inhaltlich gelungenen. Zu den spannenden… den einfach gut gemachten. Die Effekte lassen CGI vermissen und das ist haargenau das, was der Glaubwürdigkeit (sofern man davon sprechen kann) zuträglich ist. Neben DOG SOLDIERS, SPLINTER oder auch DEAD BIRDS kann ALTERED genauso gut bestehen.
Ich bin beeindruckt und wurde sehr gut unterhalten.

Wertung: 8/10

Mittwoch, 27. April 2011

The American (USA / 2010)

Genre: Krimi-Drama

THE AMERICAN ist bei mir durch sein Kinoposter in den Fokus gerutscht. Wegen diesem retrohaften Stil. Es erinnert an Filme der 70er, als Charles Bronson auf seine Weise für Recht und Ordnung kämpfte. Der Inhalt von THE AMERICAN erinnert mich dann auch leicht an KALTER HAUCH.

Der Amerikaner Jack ist Auftragskiller und ein Meister seines Fachs: äußerst präzise, ständig auf der Hut, extrem misstrauisch und nie länger als nötig an einem Ort. Als ein Job wider Erwarten schief läuft, beschließt er, dass sein nächster Auftrag der letzte sein soll. Jack reist nach Italien, um sich in der Abgeschiedenheit eines verschlafenen Bergdorfes in aller Ruhe vorzubereiten. Doch die malerische Idylle trügt: Der Dorfpfarrer zeigt ein auffälliges Interesse an dem Fremden und sucht immer wieder das Gespräch mit ihm. Dann taucht plötzlich die äußerst mysteriöse Auftraggeberin bei Jack auf. Und schließlich ist da noch die verführerische Clara, die ihn mehr und mehr in ihren Bann zieht. Allmählich beginnt Jack seinen Schutzschild abzulegen. Doch damit fordert er auch sein Schicksal heraus und das könnte tödliche Folgen haben. (DVD Covertext)

Ein Spezialist hat genug vom Geschäft und will aussteigen. Das ist der Kontext, in dem THE AMERICAN steht und der mich an den Bronson Klassiker erinnert. Es scheint in letzter Zeit große Mode zu sein, sich des Actionstars durch stilistische Nachahmungen und Neuauflagen zu erinnern. Sicherlich ein Produkt der Zeit in der wir uns befinden.

Regisseur Anton Corbijn geht seinen Film jedoch etwas anders an. Das merkt man gleich zu Beginn und es festigt sich mit jeder Minute. Grund ist nämlich der ruhige und stille Erzählstil. Ein Stil, den ich von Sergio Leone so schätzen gelernt habe und den ja auch M. Night Shyamalan gekonnt einzusetzen versteht. Corbijn kopiert Leone aber nicht, er findet seinen eigenen Rhythmus. Und dennoch ist der Meister allgegenwärtig. Denn es läuft in einer Szene SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD im Fernseher und das bringt auch Charles Bronson wieder mit ein.
Alles in allem ist es ein Stil, den ich unheimlich mag, denn er sorgt beim Zuschauer für ein gewisses Maß Ruhe. Damit kann man sich auf Feinheiten konzentrieren und bekommt zudem eine Atmosphäre geboten, wie sie in der Kinowelt doch so selten anzutreffen ist.

Schade, dass es THE AMERICAN inhaltlich etwas an Substanz fehlt. Der letzte Kick an Tiefsinn will nicht aufkommen. Die Geschichte ist doch etwas dünn geraten. Das liegt zudem auch in der Charakterzeichnung begründet. Mag sein, dass Hauptfigur Jack geheimnisvoll erscheinen soll. Doch irgendwie braucht es auch eine Identifikation mit ihm, damit es am Ende Funktioniert. Und auch einen sonstigen inhaltlichen Höhepunkt sucht man vergebens. Kein großer Auftrag, kein sonderliches Komplott. Das gebotene ist einfach zu gewöhnlich, als das es Reiz besitzen würde und den Zuschauer zum mitgehen bewegte. Hinzu kommt… und zu dieser Erkenntnis komme ich immer öfter… dass George Clooney ein Defizit zu haben scheint. Vielleicht liegt es ja an der Figur selbst… doch mir ist es auch schon bei anderen Filmen aufgefallen. Es fehlt ihm an emotionaler Gesichtsmimik. Wut, Freude, Begehren und, und, und. Ich will es nie so recht erkennen. Hinsichtlich Stil und einer gewissen Ausstrahlung ist der Star wirklich beeindruckend. Doch sein Emotionsreichtum, den man einem Schauspieler im Gesicht ansehen sollte, ist blass. Hier zeigt er es nicht, doch dieses gekünstelte Lächeln immer. Ihm fehlt das gewisse etwas. Aber auch dies rückt ihn hier näher an Charles Bronson.

Neben der Erzählweise und den schauspielerischen Leistungen, sein von meiner Seite natürlich wieder die Bildgestaltung erwähnt. Diese hat, angesichts der Herkunft des Regisseurs, etwas Europäisches, was durch die europäische Umgebung noch unterstützt wird. Die Kameraschwenks sind dabei gelungen und Bildeinstellungen unkonventionell. Hinzu kommt die atmosphärische Ausleuchtung der Szenen unter zu Hilfenahme stärkerer Farbkontraste.
Sonderliche Special Effekts werden nicht geboten. Abgesehen von dem was Schusswaffen so umgibt. Erwähnenswert sei hier Clooneys kleine Waffen. Scheinbar eine Walter PPK, wie sie in den alten Bonds vorkommt.
In musikalischer Hinsicht, gibt man sich minimal. Wenn untermalt wird, dann dezent und nie auffällig. Ruhige Töne bestimmen das Geschehen.

Alles in allem ist Regisseur Anton Corbijn ein atmosphärisch außergewöhnlicher Film gelungen, der seine Faszination aus dem Erzählstil gewinnt. Hinzu kommen Inhaltselemente, die sonst in Hollywood nicht so behandelt oder gezeigt werden. Ich spiele da als Beispiel auf die Sexszene an. Hier spielt Corbijn sein Können aus. Leider fehlt es aber an Inhalten. Und George Clooney kann in Gänze ebenfalls nicht überzeugen. Zwei Punkte, die dem Endprodukt schaden. Damit bleibt ihm der Aufstieg in die Bestenliste versagt.
Dennoch sollten all jene einen Blick werfen, die Killergeschichten etwas abgewinnen können und vor allem gern einmal unkonventionelles Kino genießen.

Wertung: 7,5/10

Trotz der inhaltlichen Schwächen, rangiert THE AMERICAN bei mir weit oben. Style siegt hier über Substanz. Wobei die Substanz ja soo gering auch nicht ist. Es fehlt eben nur das gewisse Quäntchen.

Montag, 25. April 2011

Uhrwerk Orange (Großbritannien / 1971)

Orig-Titel: A Clockwork Orange

Genre: Science-Fiction

Wie sehr Stanley Kubrick Ausnahmeregisseur gewesen ist, konnte ich an SHINING und 2001 – A SPACE ODYSSEE eindrucksvoll erkennen. Und UHRWERK ORANGE gilt wohl als noch besseres Beispiel. Und davon konnte ich mich nach zahlreichen Texten nun selbst überzeugen.

Das Gesicht starrt uns brutal an, bildschirmfüllend. Langsam fährt die Kamera zurück. Alex sitzt auf einer Couch der Korova Bar, umgeben von weißen Skulpturen nackter Frauen. Er nippt an seiner gedopten Milch, die "dich heiß macht, auf ein bisschen von der alten Ultra-Brutalität". So beginnt "Uhrwerk Orange", eine qualvolle Reise in eine nahe Zukunft, durch verfallene Städte voll mörderischen Gesindels und alptraumhafter Methoden der Kriminalität und ihrer Bestrafung. Im Mittelpunkt steht Alex, der kämpft, raubt, schändet und mordet wie ein gewissenloses Raubtier. Man verhaftet ihn und sperrt ihn ein. Er wird einem grausamen Verfahren unterzogen, das ihn wieder gesellschaftsfähig machen soll, funktionierend wie ein Uhrwerk Orange, äußerlich gesund und intakt, im inneren jedoch verkrüppelt und begrenzt auf Reflexe, die er selbst nicht mehr kontrollieren kann. Was aber kann die Gesellschaft noch für Alex tun - oder ihm antun - nachdem seine "Kur" ihn verteidigungsunfähig der Rache seiner Opfer überlässt? (DVD Covertext)

Ich bin geplättet. Was für ein Werk. Was für eine Bildsymbolik. Was für eine Bildgestaltung. Was für eine Geschichte. Und was für eine Inszenierung. Beeindruckend.
Mir fehlen hier jetzt irgendwie die Worte. Sich eingehender auszulassen würde den Rahmen auch sprengen. Ich glaub, ich würde in gar zu sinnloses Geplapper verfallen. Ich glaub es braucht einige Tage um es zu verarbeiten (sag ich mal).
Was ich aber schon sagen kann: Dieser Film scheint angesichts der neuesten Vorfälle in Berliner U-Bahnhöfen aktueller als einem lieb ist. So gesehen ist es schon gar kein Science Fiction mehr. Und das trifft auch auf das Finale zu. Mein Gott unsere Politiker. Mir wird angst und bange.
Es ist schwer sich der Faszination von UHRWERK ORANGE zu entziehen. Ganz einfach weil er so gut gemacht ist und weil ihn seine Darsteller so gut zu tragen verstehen. Allen voran Malcolm McDowell, zu dem mir jetzt gar keine vergleichbare Leistung einfallen will. Ich glaub seine Popularität fußt vor allem auf diesem Werk.
Neben der tollen Bildgewalt beeindruckt mich auch die Vertonung. Kubrik schien sie gern zu verwenden, die Kompositionen deutscher Meister. Beethoven ist es hier, Strauss bei 2001. Vielleicht ungewöhnlich, wenn man in konventionellem Kino denkt. Jedoch passt es wirklich hervorragend.

Meinem ersten Eindruck nach ist UHRWERK ORANGE… nun ich will mal sagen… ein Kunstwerk. Ein bildgewaltiges Stück Film und ein inhaltliches Meisterstück. Ein klasse Film, der so ein gewisses… ich kann’s nicht beschreiben… Testosteron? Urigkeit? Urinstinkt?
Wie gesagt, es braucht bei mir wohl einige Zeit um sich klar zu werden.
Jedenfalls bin ich beeindruckt.
Ein Ausnahmefilm. Wer leichte Kost und seichte Zerstreuung haben will, sollte etwas anderes schauen.

Wertung: 10/10

Und die deutsche Blu-Ray kann ich jedem nur empfehlen.

Die Tiefe (USA / 1977)

Orig-Titel: The Deep

Genre: Abenteuerfilm

Ich bin vor einiger Zeit durch Zufall auf diesen Abenteuerstreifen gestoßen und habe gelesen, er schwimmt auf der Welle von Spielbergs DER WEISSE HAI. Nicht was die Storyausrichtung betrifft, sondern den Look und die Umgebung. Herrliche Unterwasseraufnahmen, darum sollte es gehen. Der Schwung den Spielbergs Film gebracht hatte, den wollte man noch mitnehmen. Dafür engagierte man auch Robert Shaw, einen der Hauptakteure. Hinzu gesellen sich Nick Nolte, Eli Wallach, Louis Gossett Jr. und die hübsche Jaqueline Bisset, die neben den Unterwasserbildern der mit abstand größte Hingucker ist.

Während eines gemeinsamen Tauch-Urlaubes auf den Bermudas entdecken Gail und David einen Schatz besonderer Art: In einem gesunkenen Frachter aus dem 2. Weltkrieg finden sie eine kleine Glasampulle und ein dick verkrustetes Medaillon aus dem Jahre 1714. Damit sind sie sowohl einem gut getarnten Drogenversteck als auch einem Goldschatz aus der Spanierzeit auf der Spur. Ihr Problem: Die Schätze zu bergen und dabei am Leben zu bleiben. Denn die Drogenschieber kämpfen mit allen Mitteln, zu Land wie über und unter Wasser, um ihren verbrecherischen Besitz. (DVD Covertext)

Die Geschichte ist solide gestrickt aber so gesehen nichts Besonderes. Dennoch funktioniert sie und bekommt mit den Aufnahmen im kühlen Nass zusätzlichen Reiz. Peter Yates schafft es zudem ein gehöriges Maß an Spannung aufzubauen. Dadurch wird das Werk zu einem mitreißenden Abenteuer, das in optischer Hinsicht seinesgleichen sucht. Da kann noch nicht einmal Spielbergs Film mithalten. Die Effekte sind ordentlich und die Action gelungen. So stellen nicht nur die Explosion des Leuchtturms und die Modellaufnahmen unter Wasser ein Highlight dar, sondern auch die wohl dosiert gestreuten Fight und Actionszenen, die besonders in der zweiten Hälfte immer intensiver werden. Knackende Knochen, langsam eindringende Harpunenspeere um nur zwei zu nennen. Hinzu kommen die Gefahren des Meeres, die ein wenig Tierhorrorflair verbreiten. Dabei und auch sonst ist die Kameraführung ein Traum. Ebenso wie der Schnitt, von dem hinsichtlich Spannung ja einiges abhängt. Und hinzu gesellt sich ein Musikscore, wie er ansprechender kaum sein kann. John Barry sein Komponist und gemeinsam mit Robert Shaw entsteht noch so etwas wie James Bond Flair, schließlich war Barry der 007 Komponist schlechthin und Shaw dort ja einmal ein fieser Bösewicht. Sehe ich mir zudem die ein oder anderen Unterwasseraufnahmen an… es erinnert mich an FEUERBALL.

Peter Yates vereint für sein DIE TIEFE die optisch und akustisch wohl besten Mittel und Personen. Der Film ist ein mitreißendes Abenteuer. Ein beeindruckendes Werk in Sachen Kino. Und auch wenn er inhaltlich nicht so zu punkten versteht, er ist sehr unterhaltsam. Er macht im Auftreten wett, was ihm an Substanz fehlt.

Zu nacheifernden Werken kann INTO THE BLUE gezählt werden. Auch ein optisch gelungener Streifen, der besonders in Jessica Alba seinen Reiz besitzt. Mit DIE TIEFE kann er jedoch nicht mithalten.

Wertung: 8/10


Wer sich den Schatz übrigens in seine Sammlung holen möchte, dem sei die Blu-Ray ans Herz gelegt. Optisch und akustisch macht sie was her. Doch Vorsicht, Puristen werden beim Bild sicher Punkte für Kritik finden. Doch ist die Optik um einiges besser als bei der DVD. Hinzu gesellt sich ein sehr ausführliches Making of, von 48 Minuten Laufzeit. Was braucht es da noch mehr… außer vielleicht einem Kinotrailer?

Robin Hood - Helden in Strumpfhosen (USA / 1993)

Orig-Titel: Robin Hood: Men in Tights

Genre: Komödie (Klamauk)

Prinz John, der knigliche Spinner, regiert wie ein Irrer. Der Sheriff von "Nuttingham" denkt immer nur an die Eine. Doch Maid Marian, träumt lieber von Robin Hood. Nur, der Heldenhafte hat schwer zu tun. Den Sheriff veräppeln. Prinz John ein wenig kitzeln. Bogenturnier gewinnen. Dann endlich hat Robin Zeit für Maid Marians Keuschheitsgürtel. Aber der beginnt inzwischen schon zu rosten ... (DVD Covertext)

Seit SPACEBALLS ist mir Mel Brooks einer der wirklich angenehmen Komödienregisseure. Sein Stil ist der Klamauk und den verstand er schon mehrfach gekonnt zu inszenieren. Abgedreht seine Ideen, treffsicher sein Witz. FRANKENSTEIN JUNIOR, DIE VERRÜCKTE GESCHICHTE DER WELT, SILENT MOVIE, DER WILDE WILDE WESTEN und noch den ein oder anderen. Vielleicht sind es nicht so viele Werke in seiner Filmografie, doch Qualität steckt nun einmal nicht in Massenwahre. Und wer die Filme kennt, weiß was sie ausmachen. Mel Books’ letztes Werk war übrigens DRACULA – TOD ABER GLÜCKLICH. Hier konnte er auch mit dem wohl bekanntesten Klamaukschauspieler arbeiten. Leslie Nielsen. Und nach FRANKENSTEIN JUNIOR war es der zweite klassische Horrorstoff. Vielleicht war das transsilvanische Abenteuer nicht so völlig geglückt, doch dennoch unterhaltsam. ROBIN HOOD – HELDEN IN STRUMPFHOSEN kam zwei Jahre zuvor. Und hier zieht good old Mel wieder alle Register. Besonders was den Sheriff von Nuttingham und Blinzler, den blinden Gefährten Robins anbelangt. Einfach herrlich, wie der Sheriff die schlechte Nachricht in lustiger Verpackung überbringt. Es ist einer der wenigen Gags unter einer unheimlichen Fülle. Einer Fülle, die für jeden etwas parat hält. Den flachen Witz, den tiefsinnigeren und den slapstickhaften. Brooks scheut sich auch nicht die Kamera direkt ins Geschehen mit einzubinden. Den Film als Produkt zu verdeutlichen. Es war ja schon bei SPACEBALLS zum Thema geworden. Als man die Videokassette zum Film einlegte um zu sehen, wie es weiter geht.
ROBIN HOOD – HELDEN IN STRUMPFHOSEN befasst sich mit der bekannten Geschichte. Die lieb gewonnenen Elemente werden nacheinander abgearbeitet. Was würde sich auch besser eignen. Denn da man ja weiß worum es geht, wird es noch lustiger. Somit brauche ich dazu nicht mehr viel sagen und kann zur optischen Komponente kommen. Die ist ansprechend, aber nicht so opulent. Braucht es auch nicht, schließlich handelt es sich um eine Komödie und kein Epos. Die Sets sind jedenfalls gelungen und erfüllen vollauf ihren Zweck. Es wird auch im Freien gedreht und die Kostüme weichen vom bekannten nicht sonderlich ab.
Die Kameraarbeit gefällt durch ruhige Fahrten. Der Schnitt ist nicht zu hektisch. Es kommt eben alles noch aus einer Zeit wo die Wackel- und Schnittorgien noch nicht an der Tagesordnung waren. So wäre hier auch kontraproduktiv.
Effekttechnisch besticht ROBIN HOOD – HELDEN IN STRUMPFHOSEN durch einen besonders gelungenen Vorspann. Bogenschützen schießen brennende Pfeile in Richtung Kamera und ein Feuerschweif enthüllt die Titeleinblendungen. Solch optische Finessen sind im Film selbst dann nicht so zu erleben, doch was an sonstigen Opticals für so ein Werk von Nöten ist, wird natürlich gelungen und überzeugend eingebracht. OK, der tolle Pfeil im Bogenschützenwettbewerb vielleicht nicht. Aber das war ja so gewollt.
Musikalisch, finde ich, geht es sogar noch besser zu wie in manch vergleichbarem Abenteuerstreifen. Eine herrliche Gesangseinlage ist immer wieder zu vernehmen, die an vergangene Musical Tage erinnert. Und gelungen auch die allgemeine Untermalung von Hummie Mann, mit dem Brooks dann noch einmal bei DRACULA zusammenarbeitete.

ROBIN HOOD – HELDEN IN STRUMPFHOSEN ist eine abgedrehte Klamaukkomödie mit recht gutem Ensemble. Cary Elwes als Robin Hood weiß zu punkten und Amy Yasbeck als Jungfer Marian ist ein echter Hingucker. Beeindruckend noch Roger Rees als Sheriff von Nuttingham, und Mark Blankenfield als Blinzler, die beide wohl für die größten Lacher sorgen. Außerdem noch zu sehen, der unerreicht gute Dom DeLouise, der schon aus SPACEBALLS bekannte Dick van Patten, Patrick Stewart als König Löwenherz und Mel Brooks himself als Rabbi mit Vorliebe für Beschneidungen. Und ebenfalls nicht zu vergessen, Isaac Hayes als Niesreiz, Vater von Hatschie.
Eine gute Truppe, ein unterhaltsamer Film. Es gibt viel zu lachen, für all jene die dem Klamauk etwas abgewinnen können. Wer SPACEBALLS mag und sich an Abenteuerfilmen erfreut, für den ist das genau das Richtige.

Wertung: 8/10

Sonntag, 24. April 2011

Public Enemies (USA / 2009)

Genre: Gangsterfilm (Biopic)

Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich auf den Film gekommen bin. Weil ich Johnny Depp gerne sehe? Weil Christian Bale mitspielt? Der Film von Michael Mann (COLLATERAL) gedreht wurde? Oder weil es sich hier um eine wahre Geschichte handelt? Eine Geschichte aus der Zeit wo Al Capone noch aktiv war?
Jedenfalls interessierte mich diese Zeit schon immer irgendwie.

Fast neun Jahre verbrachte John Dillinger in Haft. Nach seiner Entlassung im Mai 1933 holt er das Leben mit großen Atemzügen nach. Er überfällt Banken, genießt Alkohol, Geld und Frauen, findet in Billie Frechette seine große Liebe, die ihm trotz erzwungener Trennungen die Treue hält. In 13 Monaten wird Dillinger zum Helden der Bevölkerung, weil er in der Zeit der Großen Depression die verhassten Banken bluten lässt. Und zu einer Reizfigur, die die Agenten des FBI und auch die mächtigen Syndikate am liebsten tot sehen würden. (DVD Covertext)

Optisch bin ich wieder sehr angetan. In wirklich ansprechende Bilder kleidet Michael Mann sein Werk und weckt dabei diese düstere Epoche hervorragend und glaubwürdig zum Leben. Die alten Wagen, die Waffen, die Uniformen. Das ganze Drum und Dran. Wirklich gelungen. Hinzu kommt die Bildform. Die Kameraführung, die viele Register zieht und auch mit besonderen Perspektiven zu punkten versteht. Und wenn in Actionszenen die Handkamera zum Einsatz kommt. Es wirkt nicht zu hektisch. Es wirkt nicht gestelzt. Und hinsichtlich des Finales... Mit guten Einstellungen wird hier für Spannung gesorgt. Slow Motion ist einfach zu herrlich.
Zur optischen Komponente gehören ja noch die Effekte. Und von hier berichte ich ebenfalls nur Positives. Zum einen und Hauptsächlichen die Schusswaffen. Wer kennt nicht die alten Maschinengewehre, die schon in zahlreichen dieser alten Gangsterstreifen vertreten waren. Und hier haben sie noch ein erstklassiges Mündungsfeuer verpasste bekommen, was sie noch respekteinflößender erscheinen lässt. Und sie machen garstige Löscher, sei es nun in Gegenständen, Wänden oder Menschen. Und hier fließt auch einiges Blut. Besonders das Finale sei dabei erwähnt. Vielleicht nicht sonderlich spektakulär, aber sehr effektiv und sehr treffend. Ja, Schusswaffen können garstig sein. Es kommt darauf an, wie der Regisseur es zu verdeutlichen versteht. Michael Mann hat das schon bei COLLATERAL überzeugend gezeigt. Peng... und man ist erst einmal geplättet.
Zur optischen Komponente gehören ja noch die Effekte. Und von hier berichte ich ebenfalls nur Positives. Zum einen, und Hauptsächlichen, die Schusswaffen. Wer kennt nicht die alten Maschinengewehre, die schon in zahlreichen dieser Gangsterstreifen vertreten waren. Und hier haben sie noch ein tolles Mündungsfeuer verpasst bekommen. Das lässt sie noch respekteinflößender wirken. Und sie machen garstige Löscher. Sei es nun in Gegenständen, Wänden oder Menschen. Und bei letzterem fließt denn auch einiges an Blut. Besonders im Finale und ein paar Minuten davor. Na gut, vielleicht nicht sonderlich spektakulär, aber sehr effektiv und sehr treffend. Ja, Schusswaffen können hässlich sein. Es kommt aber darauf an, wie der Regisseur es zu verdeutlichen weiß. Michael Mann hat das bei COLLATERAL schon überzeugend unter Beweis gestellt. Peng... Einfach. Hart. Tödlich.
Leider ist dem Ausnahmeregisseur, als der er für mich gilt, inhaltlich kein guter Wurf gelungen. Vielleicht lag es an der Grundlage. Denn will man einen wahren Stoff genau übertragen, kann das schon recht langatmig werden. Dann fehlt es an Pepp. Und erschwerend hinzu kommt dass diese Art der Geschichte schon tausend mal verfilmt wurde. Man kennt es aus zig Streifen dieser Zeit. Und auch Sergio Leone hat es Jahre später auf weit gekonntere Weise behandelt. So wie Martin Scorcese. Aber auch wenn ein Stoff schon so oft verfilmt wurde, kann es funktionieren wenn man es denn gut anpackt. Leider nicht bei PUBLIC ENEMIES. Die Charaktere bleiben einem fremd. Es fehlt die Identifikation. Und scheint darin begründet, dass ihre Hintergründe zu wenig oder ungenügend beleuchtet werden und im Grunde alle Figuren auch miese Gesellen sind. Jeder auf seine Art. Mag in der Sache der Zeit liegen. Doch fürs Kino braucht es nun einmal andere Inkredentien. Der Faktor des Film Noir zieht hier nicht.

PUBLIC ENEMIES ist eine glaubhafte Visualisierung der Zeit. Der 30er Jahre. Doch schießt er beim Zuschauer am Ziel vorbei. Zumindest an dem Ziel, ihn mitzureißen, zu bewegen und vielleicht auch einfach angenehm kurzweilig zu unterhalten. Ein langes Stück Film, mit seinen 140 Minuten. Es ist eher was für Hardcorefans. Für jene, die die Gangsterfilme der 30er Jahre kennen. Jene mit James Cagney und Edward G. Robinson. Und die sich nicht scheuen zum x-ten mal das Gleiche zu sehen. All jene werden gut unterhalten.
Wie gesagt, optisch ist der Streifen wirklich gelungen. Und an bekannten Gesichtern gibt es auch noch einige zu sehen. Johnny Depp (FLUCH DER KARIBIK), Christian Bale (BATMAN BEGINS), Christian Stolte (GESETZ DER RACHE), David Wenham (VAN HELSING / 300), Stephen Dorff (BLADE), Giovanni Ribisi (DER SOLDAT JAMES RYAN), Channing Tatum (G.I. JOE), Marion Cotillard (INCEPTION), Stephen Lang (AVATAR / FIRE DOWN BELOW).

Wertung: 6,5/10


P.S.: Jonny Depp ist schauspielerisch übrigens wieder sehr gut, was besonders in der zweiten Filmhälfte deutlich wird und erst recht am Ende. Dennoch nimmt man ihm den harten Gangster nicht so ganz ab. Er ist nun mal zu nett dafür. Hätten Christian Bale und er die Plätze getauscht. Vielleicht wäre es dann etwas besser gelaufen.