Sonntag, 23. Mai 2010

Roman: Der Hund der Baskervilles (UK / 1901)

Autor: Arthur Conan Doyle

Genre: Krimi

Warum Arthur Conan Doyles Roman immer mit DER HUND VON BASKERVILLE übersetzt wird, ist echt ein Rätsel. Aber es ist mal wieder ein Beispiel für deutsche Titelgebung. In dem mir vorliegenden Buch von Kein & Aber steht drinnen, dass man Baskerville auf einen Ort bezieht. Somit wäre der Titel ‚Der Hund vom Ort Baskerville’, wenn man es so betrachten möchte. In Wirklichkeit heißt der Roman aber anders und dem Rechnung trägt Gisbert Haefs mit seiner Übersetzung von Conan Doyles Werk.

Von DER HUND DER BASKERVILLES gibt es im Deutschen ja so einige Übersetzungen. Jedoch empfiehlt Michael Ross, seines Zeichens deutscher Sherlock Holmes Experte, Gisbert Haefs Version, weil diese sich sehr genau an die Vorlage hält. Somit gab es für mich keine Frage.
Die Auflage von Kein & Aber ist in hartem Einband und hat ein Muster, wie es oft britische Kleidung hat. Man könnte es auch als Anspielung auf den Deerstalker, die bekannte Mütze von Holmes, sehen. Durchaus ansprechend, im Gegensatz zum abgebildeten Hund auf dem Cover. Wirkt eher wie ein Labrador, als wie ein gefährliches Ungetüm. Aber egal, es geht ja um den Inhalt.

Dieser ist um jeden Zweifel erhaben. Das Buch lässt sich unheimlich flüssig lesen und vor dem geistigen Auge entstehen sofort die entsprechenden Bilder. Da ich mittlerweile schon einige der derzeit rund 24 Verfilmungen gesehen habe, erschienen bei den jeweiligen Szenen die Protagonisten der Verfilmung die am passendsten ist. Das für mich wenig überraschende dabei, war das Auftauchen von Jeremy Brett an unheimlich vielen Stellen. Somit komme ich zu dem Schluss, die Verfilmung in der britischen Fernsehserie aus den 80ern kommt dem Original am nächsten. In Gänze passt jedoch keine und ich schätze diese muss erst noch gedreht werden. Ob das aber jemals geschehen wird, sei dahingestellt, denn niemand wird sich wohl mit dem Ende zufrieden geben. Wie Michael Ross im Audiokommentar zur Verfilmung mit Jeremy Brett schon sagte, Stapletons Tod wird im Buch nicht gezeigt. Es bleibt offen, ob er nun tatsächlich versunken ist, oder am Ende doch noch irgendwie überlebt hat. Nach all seinen Bösartigkeiten ist dies ein Punkt, den Filmemacher und sicherlich auch Publikum nicht akzeptieren wollen.
Was mir noch unheimlich gefallen hat, war das Resümee, welches am Ende gezogen wird. In der Wohnung von Holmes, fragt Watson ihn nach dem Fall und Holmes gibt eine kurze aber in allen Fragen aufklärende Zusammenfassung. Einfach phantastisch.
Und die Beschreibung des Hundes sei erwähnt, die dem Leser auch großen Spielraum für die eigene Phantasie lässt. Die Hunderasse bleibt nämlich total offen. Den Schrecken bekommt das ganze durch die Szenerie, die Reaktionen der Protagonisten auf das Tier und die Erscheinung des Ungetüms. Hier wird von blauen Flammen gesprochen und sogar Flammen (blau) die aus dem Maul des Tieres schlagen. In seiner Beschreibung verfehlt Conan Doyle die Wirkung beim Leser keineswegs und es ist auch der einzige Moment, wo das Tier zu sehen ist. Niemals sonst tritt es vollkommen sichtbar in Erscheinung. Klasse.

Mir hat Arthur Conan Doyles Roman unheimlich gut gefallen. Er gefällt mir natürlich wesentlich besser als jede bisher gedrehte Verfilmung (wobei die aktuellsten grauenhaft schlecht sind). Schade, dass Conan Doyle lediglich 4 Romane zu Sherlock Holmes geschrieben hat und der Rest vornehmlich Kurzgeschichten sind. Der Meisterdetektiv hätte für mein Empfinden wesentlich mehr lange Geschichten verdient gehabt.

Ich kenne die anderen Übersetzungen nicht, doch Gisbert Haefs Bearbeitung ist unumwunden zu empfehlen. Es finden sich sehr viele alte Formulierungen und man merkt durchaus, dass er sich sehr genau an das englische Original hält.

Von den Buchauflagen passt die vorliegende von Kein & Aber wirklich gut, zumal es auch ein Harteinband ist. Ich glaube aber, diese Auflage ist mittlerweile nicht mehr erhältlich. Mit identischem Cover sind die Bücher aber 2007 beim Insel Taschenbuch Verlag erschienen. Hier aber eben nicht im Harteinband.

Roman: DRACULA (UK / 1897)

Autor: Bram Stoker

Genre: Horror

Lang, lang ist’s her, als ich mit dem Buch begonnen habe und nun bin ich damit durch. Würde mich einer fragen, wie der Anfang gewesen ist, ich könnte es nicht mehr so genau sagen. Doch eines weiß ich mit Sicherheit, es hat mir bis zum letzten Kapitel gefallen. Das Ende war hingegen etwas kurz, da hatte mir der Film von Francis Ford Coppola etwas besser gefallen. Von allen mir bisher bekannten Verfilmungen hält er sich zudem etwas mehr an die Vorlage.

Was mir an Bram Stoker’s Roman so gefallen hat, war die Geschichte, die ausschließlich durch Briefe und Tagebucheinträge, sowie Berichten erzählt wird. Irgendwie hat das was. Conan Doyle greift in seinen Sherlock Holmes Romanen ja auch zu diesem Mittel, obschon er es nicht ausschließlich darauf basieren lässt.

Jedenfalls hatte ich großen Spaß an Bram Stoker’s DRACULA. Es lässt sich sehr schön lesen, ist einfach zu verstehen und sehr spannend.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Jack the Ripper [TV] (UK, USA / 1988)

Orig-Titel: Jack the Ripper
Genre: Krimi
Laufzeit: Teil 1 = 96 Min. & Teil 2 = 93 Min. [PAL]
Regie: David Wickes
Drehbuch: Derek Marlowe, David Wickes
Produzent: David Wickes
Ausf. Produzenten: Leonard Hill, Robert O'Connor, Lloyd Shirley
Musik: John Cameron
Kamera: Alan Hume
Schnitt: Keith Palmer
Darsteller: Sir Michael Caine (Chief Insp. Frederick Abberline), Armand Assante (Richard Mansfield), Ray McAnally (Sir William Gull), Lewis Collins (Sgt. George Godley), Ken Bones (Robert James Lees), Jane Seymour (Emma Prentiss), Susan George (Catherine Eddowes), Lysette Anthony (Mary Jane Kelly), Hugh Fraser (Sir Charles Warren)
Ausstrahlung: 04.04.1989 (BRD - Video)

Seinerzeit schon, als die DVD von I-On New Media auf den deutschen Markt kam, fiel mir dieser Fernseh-Zweiteiler auf.

Der Fall Jack the Ripper faszinierte mich schon immer. Ich mag dieses Geheimnis, das um ihn herumweht und das sicherlich keines wäre, wenn es damals schon die Spurensicherung und Ermittlungsmethoden gegeben hätte, die heute zur Anwendung kommen. Da aber schon bei den Methoden seinerzeit geschlampt wurde, ist der Täter nie gefasst worden. Leider ist es durch die Verfehlungen und die seinerzeit noch nicht existierenden forensischen Methoden auch heute nicht möglich den wahren Täter sicher zu bestimmen. Somit bleibt fiel Raum für Spekulation und gibt es auch verschiedene Theorien. Die einen gehen von einem Täter aus, die anderen sprechen noch von einem Partner. Dann wird die Theorie aufgestellt, das Königshaus sei verwickelt gewesen und dann spricht man davon, dass schon im Vorfeld Morde vom Ripper begangen wurden. Diese sprach man ihm jedoch nicht zu, weil sie nicht in Gänze ins Schema passten. Ich persönlich halte diese vorhergehenden Fälle aber durchaus für beachtenswürdig, denn wenn es sich um einen Serientäter handelt, dann würden erste Versuche ins Täterprofil passen. Mit der Zeit wird ein Serientäter sicherer in dem was er tut, was schließlich zu den Auswüchsen führt, die wir alle kennen. Ferner würde das den letzten, bestialischsten Mord erklären, wo er seinen Höhepunkt erreichte. Letzterer wird von manchen als Ripper Mord aber auch angezweifelt, da die Begleitumstände nicht so recht passen wollen. Vorher stets auf der Straße begangen, begab sich der Mörder hier in ein Haus und verrichtete ungestört sein Werkt. Einige Punkte passen hingegen auf Jack the Ripper, wie Zeit und Ort (Whitechapel) und Brutalität (wenn auch wesentlich potenzierter).
Wie es genau gewesen ist, ob nur 5 Morde oder mehr, ob mit Involvierung des Königshauses, eine einzelne Person oder mehrere, das vermag niemand genau zu sagen. Die Macher des Fernseh-Zweiteilers durften für ihre Inszenierung genaue Einsicht in alle Unterlagen nehmen und präsentieren dem Zuschauer eine detaillierte Aufarbeitung und die für sie einzig wahre Schlussfolgerung.

In London, im Stadteil Whitechapel kommt es zu einem bestialischen Mord. Einer Prostituierten wurde mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten und der Unterleib geöffnet. Teile der Innereien schnitt man heraus und legte sie über die rechte Schulter. Eine Tat, von solcher Grausamkeit, dass sie Scottland Yard auf den Plan ruft. Der Fall wird Inspektor Abberline übertragen, der zwar dem Alkohol recht zugesprochen ist, aber auch einer der fähigsten Ermittler. Gemeinsam mit seinem Partner nimmt er die Ermittlungen auf, die sich schon bald als sehr schwierig herausstellen. Weitere Morde geschehen und die Lage spitzt sich weiter zu.

Die Briten sind bekannt dafür, dass sie zuweilen Stoffe nehmen und sie so getreu wie möglich verfilmen. So geschah das für mich merklich bei den Werken von Arthur Conan Doyle (Sherlock Holmes) und Agatha Chriestie (Miss Marple und Hercule Poirot). In den 80er Jahren war dieser Trend am ausgeprägtesten und hier entstand auch der JACK THE RIPPER Zweiteiler mit Michael Caine in der Hauptrolle. Mittlerweile habe ich schon die eine oder andere Verfilmung gesehen, die sich dem Stoff widmet und ich muss sagen, keine war bisher so gelungen, wie die Vorliegende. Alles ist mit so viel Liebe zum Detail umgesetzt und so merklich genau, dass man zu staunen beginnt. Die Briefe, die Örtlichkeiten, die Beschreibungen der Taten, die forensischen Fakten. Es ist unheimlich spannend und von der Inszenierung her könnte es kaum besser sein. In dem Land, das die besten Krimis hervorgebracht hat, ist es aber auch kein Wunder. Man versteht, warum hier die Ermittlungen gern Sherlock Holmes in die Hände gelegt werden. Abberline und seine Kollegen handeln zuweilen im Stile des Meisterdetektivs. So könnte man Abberlines Alkoholsucht Holmes' Drogenkonsum gleichsetzen. Ebenso wie der Meisterdetektiv ist Abberline ein heller Kopf und in einer Szene verkleidet sich einer der Kollegen um jemanden zu beschatten, ganz wie Holmes das getan hätte. Es ist eine Schau dem Treiben zuzusehen und man bekommt auch ein Gefühl dafür, wie es seinerzeit wohl in diesen ärmlichen Stadtvierteln gewesen sein muss. Dunkel, schmutzig heruntergekommen und ziemlich ärmlich.
Was mir bei der Inszenierung sehr gefallen hat, ist, dass man die Morde nicht so penetrant gezeigt hat. Für einen guten Film ist es nicht nötig, zu zeigen, wie einem die Kehle aufgeschlitzt wird, oder die das Messer andere Bereiche trifft. Dennoch fehlt es hier und da nicht an den nötigen Szenen. Diese sind aber mehr hintergründig. Die Substanz der Geschichte - also Dialoge und stimmige Inszenierung - stehen im Vordergrund.

Was die bildliche Komponente betrifft, so bin ich sehr zufrieden. Neben Aufnahmen im Freien wurde sehr viel auch im Studio gedreht, was vor allem der Fall war, wenn es nach Whitechapel ging. Die kleinen Gässchen und dunklen Ecken konnte man hier ja auch am besten umsetzen.
Akustisch bedient man sich an verschiedenen Stellen geheimnisvollen Sounds. Streift der Ripper durch die Gegend hört man ein schweres Atmen. Das treibt die Spannung in die Höhe und schürt Erwartungen.
Musikalisch bekommt man ansprechende Klänge, die die 80er Jahre durchblicken lassen. Geht das Geschehen in den spannenden Teil über, kommen bassintensive Klänge zum Einsatz, die ich sehr ansprechend finde.

Schauspielerisch habe ich Michael Caine ja schon erwähnt. Er verkörpert Abberline wirklich phantastisch und ich kann von seinem Spiel gar nicht genug bekommen. Als seinen Vorgesetzten Sir Charles Warren tritt Hugh Fraser in Erscheinung, der Kennern der britischen Fernsehserie AGATHA CHRISTIE'S POIROT (mit David Suchet) sicher sofort ins Auge stechen wird. Hier spielte er in mehreren Folgen Poirots treuen Gefährten Arthur Hastings. In der Jack the Ripper Verfilmung macht er seine Sache sehr gut, sticht aber auch nicht sonderlich hervor. Gegen Michael Caine kommt man eben nicht so leicht an. Da hat es auch Armand Assante als Schauspieler Richard Mansfield nicht leicht. Seine Figur ist auch von besonderer Art, umgibt sie doch ein seltsames Kuriosum. Allein durch Konzentration kann er sich auf der Bühne von Dr. Jekyll in den bösen Mr. Hyde verwandeln. Diesen Punkt setze ich klar in den Fiktionalen, der mit der Geschichte und dem Fall nichts zu tun hat.
Für die optischen Akzente ist übrigens Jane Seymour verantwortlich, die mit ihrem bezaubernden Aussehen zu punkten versteht und die auch schauspielerisch gefällt. Lysette Anthony, die mir aus der im gleichen Jahr gedrehten Komödie GENIE UND SCHNAUZE - einem herrlichen Film in dem Michael Caine Sherlock Holmes spielt - bekannt ist, steht dem in optischer Hinsicht kaum nach. Lysette Anthony verkörpert Mary Jane Kelly, das letzte Opfer.

Zusammengefasst sei nochmals gesagt, JACK THE RIPPER hat mir unheimlich gut gefallen. Eine sehr schöne Verfilmung, die mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde und die bekannten Fakten in all ihren Einzelheiten präsentiert. Es unterhält wirklich hervorragend und daran tragen Regisseur, Kameramann (Alan Hume), Schnitt, Komponist und vor allem die Schauspieler einen erheblichen Anteil.

Wertung: 8,5/10


Die DVD

Beide Teile, die jeweils eine Laufzeit von über 90 Minuten haben, wurden auf eine DVD gepresst. Bild und Ton empfinde ich als sehr gelungen. Satte Farben, ein sehr guter Kontrast, eine gute Schärfe und relativ wenig Bildrauschen. Die Stimmen sind deutlich, der Bass ausgewogen und Höhen und Tiefen wissen ebenso zu gefallen. Ein ansprechendes Klangbild entsteht.
Als Extras gibt es 22 Minuten an geschnittenem Material, eine 7-minütige Doku, die Totenscheine als Texttafeln und weitere Infos als Texttafeln. Zum Abschluss bekommt man noch einen Audiokommentar, der jedoch nicht mit deutschen Untertiteln versehen wurde.

Alles in allem eine empfehlenswerte DVD Auflage mit einer soliden Ausstattung.

Wertung: 7,5/10

Sonntag, 16. Mai 2010

Kurzer Prozess (USA / 2008)

Orig-Titel: Righteous Kill
Genre: Thriller
Laufzeit: 101 Min. [NTSC] / 97 Min. [PAL]
Regie: Jon Avnet
Drehbuch: Russell Gewirtz
Produzent: Jon Avnet, Rob Cowan, Randall Emmett, Lati Grobman, Avi Lerner, Alexandra Milchan, Daniel M. Rosenberg
Ausf. Produzenten: Boaz Davidson, Danny Dimbort, George Furla, Trevor Short
Musik: Ed Sheamur
Kamera: Denis Lenoir
Schnitt: Paul Hirsch
Darsteller: Robert De Niro (Tom 'Turk' Cowan), Al Pacino (David 'Rooster' Fisk), 50 Cent (Spider), Carla Gugino (Karen Corelli), John Leguizamo (Det. Simon Perez), Donnie Wahlberg (Det. Ted Riley), Brian Dennehy (Lieutenant Hingis)
Budget: 60 Mio. Dollar
Kinostart: 12. Sep 2008 (USA) /1. Jan 2009 (Dt.)

Wenn ich Nu Image höre, dann denke ich gleich an B-Movies, die nicht immer für Begeisterungsstürme sorgen. Billig gedrehte streifen, denen meist eines am meisten fehlt, eine wirklich unterhaltsame Story. Auch wenn die Effekte nicht das gelbe vom Ei sind, so vergisst man das schnell, wenn die Geschichte unterhält und fesselt. Das ist das große Manko bei Nu Image und dadurch hat die Firma auch ihren Ruf weg. Trotzdem brachte die Firma - und bringt sie noch immer - ganz gute Gewinne ein. Aber mit so einem Ruf kann man sicher nicht in die erste Liga aufsteigen. Das dachten sich wohl die Produzenten und Inhaber von Nu Image und gründeten Millennium Films. Mit dieser Firma soll mehr Qualität geboten werden und dafür wird auch etwas mehr investiert. Das Konzept sieht vor, bekannte und meist auch altgediente Stars zu engagieren und gemeinsam mit erfahrenen Regisseuren Filme zu drehen, die mehr das Zeug haben, in die Kinos zu kommen. Die Anfänge waren ganz gut, doch nicht wirklich berauschend. Man ließ sich nicht entmutigen, behielt die Linie bei und schließlich kamen Streifen, wie BLACK DAHLIA und LONELY HEARTS KILLERS, zwei Vertretern des Film Noir. Mit sehr bekannten Darstellern und Regisseuren, konnte man punkten, wenn auch nicht die absolut erste Riege erreichen. Den Filmen fehlt nach wie vor das gewisse etwas. Aber man schlägt sich gut und mit Sylvester Stallones JOHN RAMBO hatte man dann einen wirklich guten Streifen mitproduziert. Mittlerweile findet sich eine ganze Menge an ganz gelungenen Streifen in der Filmografie der Firma und man kann durchaus behaupten, sich auf dem größeren Markt etabliert zu haben. Den Filmfans der alten Tage gefällt es zudem, ihre alten Helden wieder vor der Kamera zu erleben. Und nicht selten geschieht es, dass die Filme auch alte Wege beschreiten (siehe BLACK DAHLIA und LONELY HEARTS KILLERS).

RIGHTEOUS KILL, der in Deutschland den passenden Titel KURZER PROZESS erhielt, gehört mit zu den Filmen, die für die alte Garde ist. Niemand geringeres als Robert De Niro und Al Pacino tummeln sich hier und das ist eine lange ersehnte Konstellation der Fans. Nach dem grandiosen HEAT fieberten wir nach einem erneuten Aufeinandertreffen der beiden und hier bekommen wir sie sogar Seite an Seite als Partner kämpfend.
Die Geschichte dreht sich um die Detectives Turk (Robert De Niro) und Rooster (Al Pacino), die sich einer Serie von Morden gegenüber sehen, die nicht wirklich ihren Enthusiasmus weckt. Denn bei den Opfern handelt es sich um miese Verbrecher, die sich auf irgendeine Weise ihrer Verantwortung entziehen konnten. Einer hat sich nun auserkoren als Rächer zu fungieren und hinterlässt am Tatort stets ein Kärtchen mit einem Gedicht. Turk und Rooster wollen den Fall trotz allem lösen und bekommen Unterstützung von Detectiv Perez (John Leguizamo) und Riley (Donnie Wahlberg). Die Morde gehen weiter und alle fragen sich, wer hinter der Sache steckt. Wer hat Kenntnis von diesen Menschen? Bald schon steht die Theorie im Raum es könnte einer von der Polizei sein. Einer aus den eigenen Reihen und die Verdächtigen sind nicht sonderlich zahlreich. Ein perfides Katz und Maus Spiel beginnt.

Eingangs hatte ich BLACK DAHLIA und LONELY HEARTS KILLERS erwähnt, zwei Vertreter des Film Noir. In diesen Filmen geht es meist um einen Kriminalfall, der von einem Detectiv oder mehreren aufgedeckt werden soll. Sehr häufig ist es auch ein Privatdetektiv. Was aber auch immer der Fall ist, ist, dass diese Ermittler, diese Menschen, die dem Recht zum Siege verhelfen sollen, auch gestrauchelte Existenzen sind. Sie haben nicht selten Leichen im Keller und sind Spielsucht, Drogen und Alkohol verfallen. Am Ende eines solchen Film Noir, der stets düster und bedrückend daherkommt, hat der Antiheld entweder Läuterung erfahren oder segnet das Zeitliche.
An diese Glanzperlen der vergangenen Filmzeit, die von Fritz Lang begründet wurde, erinnert mich RIGHTEOUS KILL irgendwie auch. Schon zu Beginn erfährt man, dass Turk und Rooster Beweise gefälscht haben um einen Verbrecher hinter Schloss und Riegel zu bringen. Ihre weißen Westen sind somit schon einmal beschmutzt. Turk rastet zudem gern einmal aus. Würde Rooster ihn nicht immer mal zurückhalten, wer weiß was er da schon angerichtet hätte. Somit kann man hier schon von einer gestrauchelten Existenz sprechen, oder zumindest von einem ausgebrannten Detectiv. Hinzu kommt, dass RIGHTEOUS KILL irgendwie eine Düsternis anhängt, weil das Geschehen sich oft in der Dunkelheit abspielt. Es hat schon sehr etwas von einem Film Noir.

Regisseur Jon Avnet inszeniert schon ein Jahr zuvor mit Al Pacino einen Film für Millennium Films, und zwar 88 MINUTES. Hier handelt es sich auch um einen Thriller, der ganz gut funktioniert. Eine schnörkellose Inszenierung, die zu fesseln versteht und sehr gute Momente hat, sowie einen sehr gut spielenden Al Pacino. Auch hier ist das Szenario zuweilen etwas bedrückend und auf seine Art schmutzig. Jon Avnet (er dreht auch den Thriller RED CORNER mit Richard Gere) blieb dieser Linie treu und packte es einen undurchsichtigen Thriller zu drehen, der den Zuschauer zu Anfang auf eine falsche Fährte locken will. Wer also meint, RIGHTEOUS KILL sei so oberflächlich, wie er anfangs scheint, der hat sich getäuscht. Es war für mich keine sonderliche Überraschung, wie die Geschichte ablief, aber ich wurde angenehm kurzweilige unterhalten und das ist schließlich die Hauptsache. Al Pacino gefällt mir in dem Streifen, wie lang nicht mehr und zusammen mit Robert De Niro ergibt sich wirklich ein gutes Gespannt, dem man gern zusieht. Hinzu kommt eine gelungene Kameraführung, mit der man dem Geschehen super folgen kann. Das trifft auch für den Schnitt zu, der keine MTV Orgien zum Besten gibt, aber dennoch anspruchsvoll ist. Beides ist vielleicht nicht auf Niveau eines A-Movies, aber hier haben wir es ja auch mit einem Vertreter der eher alten Garde zu tun. Dafür spricht auch Brian Dennehy als Lieutenant Hingis.

Irgendwie wirkt RIGHTEOUS KILL auf mich, wie ein Thriller aus den 80er/90er Jahren und nicht wie ein aktueller Vertreter. Allein dadurch ist er mir schon sympathisch. Sicherlich ist es kein super Kracher, der das Zeug hat in die erste Riege gezählt zu werden. Aber er versteht es mich kurzweilig zu unterhalten und ist solide und gut inszeniert. Er fesselt bis zum Schluss und das ist es doch worauf es ankommt. Zudem verstehen Robert De Niro und Al Pacino zu punkten und neben ihnen gibt es ja noch andere bekannte Gesichter. Mir hat der Thriller jedenfalls gefallen.

Wertung: 7,5/10


Die DVD

Kinowelt nimmt sich den Filmen immer mit gehobener Qualität an. Stets versteht die Bildqualität zu überzeugen und werden nicht selten interessante Extras beigegeben, soweit diese vorhanden sind. Bei KURZER PROZESS - RIGHTEOUS KILL sind Bild und Ton sehr gefällig und an Extras gibt es wirklich interessante Beigaben, die einen schönen Blick hinter die Kulissen werfen lassen. Zudem erfährt man durch den Audiokommentar einiges und ein Wendecover gibt es auch.
Ich bin zufrieden und kann die Scheibe nur empfehlen. Guter Film, gute DVD, was will man mehr.

Wertung: 8/10

Samstag, 10. April 2010

Die Rückkehr der JIKOU KEISATSU (Japan / 2007)

Orig-Titel: 帰ってきた時効警察
(Kaette Kita Jikou Keisatsu)


Genre: Krimi-Comedy (zählt zum Genre Drama)
Episoden (Laufzeit): 9 (je ca. 50 Min.)
Produzent: Ikuhide Yokochi, Koichi Toda
Musik: Osamu Sakaguchi

Darsteller: Jou Odagiri (Kiriyama Shuichiro), Kumiko Aso (Mikazuki Shizuka), Kosuke Toyohara (Juumonji Hayate), Eri Fuse (Matarai), Noriko Eguchi (Saneie), Saori Koide (Makade), Ryo Iwamatsu (Kumamoto), Yasuhito Hida (Hachisuka), Ken Mitsuishi (Morosawa)

Ausstrahlung: 13. Apr 2007 - 8. Jun 2007 (TV Asahi)

Es ist doch sehr schade, dass japanische Serien nicht so nach Deutschland kommen. Da finden sich doch einige interessante Beträge, die spannende Unterhaltung versprechen. Besonders im phantastischen Bereich gibt es einiges. Was ich jetzt aber noch festgestellt habe, ist, dass auch komische Serien existieren, die einen wirklich sehr kurzweilig zu unterhalten verstehen. Vor kurzem kam ich da mit der zweiten Staffel von JIKOU KEISATSU in Kontakt und war schon nach wenigen Minuten echt gefesselt. Vielleicht nicht so sehr von der Handlung, aber vom Aufbau, dem Look und den Gags. Es macht einfach Laune, dem Treiben der Protagonisten zuzusehen und die vielen verschiedenen Örtlichkeiten zu sehen. Japan hat da ja einiges zu bieten, schon allein deswegen, weil man noch nicht so viel von dort gesehen hat. Amerikanische Lokations sehen doch immer gleich aus, oder zumindest hat man den Look schon mehrfach erlebt.

Die locker leichte Art, die JIKOU KEISATSU einschlägt und die Gags, die zuweilen schon in Klamauk abdriften, ist angenehm. Die Krimi angehauchte Geschichte, die zudem erzählt wird trägt das ihrige bei. Der Fall wird erst gegen Ende richtig enthüllt, wobei man sich schon fragt, wie Ermittler Kiriyama Shuichiro auf das ein oder andere gekommen ist.
Zum besseren Verständnis: Kiriyama Shuichiro ist Polizeibeamter und arbeitet in der Abteilung, die sich mit der Verjährung von Mordfällen befasst. Eigentlich begann alles damit, dass er gefragt wurde, was für ein Hobby er hätte. Er hatte keines, wollte sich aber unbedingt eines zulegen. So kam er darauf, als Hobby Fälle zu lösen, die auf Grund der Verjährung geschlossen wurden. Unterstützt wird er dabei von Mikazuki Shizuka, die sich zudem in ihr verkuckt hat. Leider scheint es nur eine einseitige Liebe zu sein. Das findet sie schade, hegt aber dennoch Hoffnung ihn einmal für sich zu gewinnen.
Die am Ende entlarvten Täter haben wegen dem Status der Verjährung nichts zu befürchten. Kiriyama kann und will keine weiteren Schritte gegen sie einleiten.
Klingt schon etwas seltsam, handelt es sich doch stets um Mord. Verstehen könnte man es wohl, wenn der Täter vom Opfer zuvor großes Leid erfahren hätte. Doch ansonsten wäre Tatenlosigkeit doch falsch. Naja, die Macher der Serie stellen es so dar, dass kein schlechtes Gefühl beim Zuschauer entsteht. Letztlich will man ja lediglich kurzweilig unterhalten und dem Publikum einige schöne Minuten nach der harten Arbeit bereiten.

Nachdem Kiriyama die 9 Folgen der ersten Staffel bestritten hat, nimmt er seine Ermittlungen, nachdem er die Leere in seinem Geldbeutel überwunden hat, für weitere 9 Episoden auf. In Folge 1 macht er sich an den Fall des ermordeten Abgeordneten einer Partei. Dieser wurde erschlagen in seinem Urlaubsdomizil aufgefunden. Ein Kollege der gegnerischen Partei galt als Hauptverdächtiger, wurde jedoch durch die Ermittlungen einer jungen und engagierten Reporterin wieder frei gesprochen. Sie fand schlüssig heraus, dass er es nicht gewesen sein konnte. Der wahre Täter wurde nie gefunden, bis Kiriyama des Fall in die Hände bekommt.

Durch diese Folge bin ich auf die Serie gestoßen und es fesselte mich, wie ich das Eingangs schon erwähnte. Zudem hab ich mich durch die zahlreichen Gags köstlich amysiert. Schaut man sich das Ganze so an, merkt man überhaupt nicht, wie schnell die 50 Minuten pro Folge verstreichen. Ein detailiertes Verständnis wird durch englische Untertitel ermöglicht, die im Internet zu beiden Staffeln zu finden sind. Etwas aufwändig wird ein Kontakt am Ende schon, denn was an Text entschlüsselt werden muss, ist doch enorm. Mehr als in anderen Serien üblich.

Was einem Konsumenten japanischer Filme auffallen wird, sind die beiden Hauptdarsteller. Jou Odagiri spielt die Rolle des Kiriyama Shuichiro mit Bravour und sein Charakter lebt von seinem Können. Mir persönlich aufgefallen ist er in SHINOBI, wo er ebenfalls einen Hauptpart intus hatte. Auch in AZUMI war er zugegen und tritt noch in vielen anderen Filmen in Erscheinung. Ein erfolgreicher Schauspieler also, der im Kino wie auch im Fernsehen des öfteren zu sehen ist. Für Kumiko Aso, die den Part von Mikazuki Shizuka übernimmt, trifft dies ebenfalls zu. Eine sehr hübsche Darstellerin, die auch ihre zuweilen etwas seltsame Kleidung in der Serien nicht schadet. Vom Können her ist sie auf jeden Fall eine große Bereicherung und kann meiner Meinung nach sogar Jou Odagiri übertrumpfen. Vor JIKOU KEISATSU gesehen hatte ich Kumiko Aso in RED SHADOW: AKAKAGE, dann in RINGU 0, in ZEBRAMAN und in DORORO, sowie CASSHERN. In allen Filmen fällt sie auf und das nicht nur durch ihr Äußeres, sondern auch durch ihr Können. Im Kino ist sie zudem mehr vertreten als im Fernsehen.
Freunden von Godzilla wird Kosuke Toyohara übrigens kein Unbekannter sein. Der sehr erfolgreiche Schauspieler tritt in JIKOU KEISATSU als etwas beknackter Inspektor Juumonji in Erscheinung. Damals zu sehen war er in GODZILLA: DER URGIGANT und dem danach folgenden DUELL DER MEGASAURIER, wo er den Schriftsteller mimte, die Hauptrolle also hatte. Zuvor sah man Kosuke Toyohara in einem der alten SUKEBAN DEKA Filme und nach den Godzi Beiträgen, in MR. BASEBALL. 2005 folgte eine Rolle in dem Steven Seagal Klopper INTO THE SUN. Im Fernsehen ist Hr. Toyahara noch mehr vertreten, er macht jedoch sowohl als auch eine sehr gute Figur.
Der übrige Cast ist vielleicht nicht so der Erwähnung wert, doch sei vielleicht genannt, dass Noriko Eguchi, die den Part von Saneie spielt, in GAMERA the Brave mitspielte. Ryo Iwamatsu, Kumamoto der Chef der Truppe, hat noch die benennenswerte Eigenheit, bei Folge 3 der ersten Staffel Regie geführt zu haben und neben dem Drehbuch zu dieser Folge, steuerte er auch das Buch zu Folge 7 bei. Ryo Iwamatsu sah man auch in ZEBRAMAN und er trauchte in SAMURAI FICTION auf.
So, bleibt mir am Ende nur noch zu sagen, dass Staffel 2 einen Neuzugang in der Truppe erhält. In Folge 1 kommt Makade dazu ein junges Fräulein, das sich schnell in die Gruppe einfügt. Dargestellt wird sie von Saori Koide, die mir zuvor noch nicht begegnet war. Derzeit taucht sie mehr im Fernsehen auf, kann auf ihrem Schauspiel-Konto jedoch auch einige wenige Kinofilme verbuchen. Für mich punktet sie besonders durch ihr hübsches Äußeres.

So, das war es erst einmal zu Folge 1 und zu JIKOU KEISATSU. Mit der Serie will ich mich unbedingt noch weiter beschäftigen und freue mich schon auf die erste Staffel und die weiteren Folgen der zweiten.

JETMAN 02: Der dritte Kämpfer

Orig-Eps-Titel:
第三の戦士 (Daisan no Senshi)

Laufzeit
: ca. 20 Min.

Auftauchendes Monster:
Fighter Jigen, Wurm Jigen

Ausstrahlung:

22. Feb 1991
(TV Asahi)


Eine Serie, die es schafft in der ersten Folge gleich den kompletten Einstand zu geben, die ist wohl bestimmt nicht sonderlich tiefgehend. Jetman nimmt sich jedenfalls die Zeit, den Einstand über mehrere Folgen hin zu gestalten. Im Ganzen benötigt man dafür 3. Aber auch darüber hinaus entwickelt sich die Geschichte und werden die Charaktere stets weiterentwickelt. Daneben gibt es schöne Monsterkreationen.

In Episode 2 startet die Suche nach den letzten beiden Kämpfern. Bald schon stoßen Raita und Kaori auf Ako Hayasaka, die über ihre neu erworbenen Kräfte sehr überrascht ist, sie sich aber schnell zu Nutze macht und gefallen daran findet. Eine Mitarbeit bei den Jetman akzeptiert sie vorerst nur gegen gute Bezahlung und ist überrascht von Kaoris großzügigen Scheck. Kaori kommt ja aus einer reichen Familie, da ist es ihr ein leichtes einen solchen Betrag einzusetzen. Ryu und Chefin Aya Odagiri suchen ebenfalls, doch zuvor geraten sie in einen neuerlichen Angriff der Vyram. Radiget hat sich etwas perfides ausgedacht. Er infiziert Ayas Kampfjet mit einem Dimensionswesen, wodurch dieser sich in ein Monster verwandelt, den Fighter Jigen. Das neu entstandene Wesen macht sich gleich ans Werk und greift die Menschen an. Chefin Odagiri kann nichts tun, als sich aus der Maschine zu schießen. Vorerst ist es unmöglich den Feind zu bekämpfen. Die Suche nach dem letzten Krieger ist wichtiger. Yuuki Gai ist diese gesuchte Person. Seine neuen, seltsamen Kräfte machen ihm etwas zu schaffen. Ryu hat mit ihm jedoch ebenfalls seine Schwierigkeiten, denn Gai ist kein angenehmer Zeitgenosse. Er ordnet sich niemandem unter und kann diesen Ryu schon gar nicht ab. Es kommt zur handfesten Schlägerei, die jäh unterbrochen wird, von einem Notruf Raitas und den anderen Mädchen. Der Wurm Jigen ist wieder aufgetaucht und zum Angriff übergegangen und zu allem Überfluss ist da ja noch der Fighter Jigen. Es hilft nichts, alle müssen zusammenarbeiten um der Bedrohung Herr zu werden. Doch mit Gai ist das so eine Sache.

In der zweiten Episode lernt man den schwierigen Patron Gai kennen und der ist einem auf Anhieb unsympathisch. Was für ein selbstsüchtiges Subjekt und dann noch so schleimisch, wenn es um Frauenbekanntschaften geht. Ein Lebemann, der sich selbst der nächste ist. Mit Ryus Kampf hat er nichts am Hut, ebensowenig, wie mit den Vyram. Man merkt schon, dass das noch für einigen Zündstoff sorgen wird.
Ako Hayasaka scheint zu Beginn auch sehr auf ihren Vorteil bedacht, doch dreht sich das am Ende vollständig um. Die großzügige Gabe von Kaori gibt sie ohne Bedauern zurück und präsentiert eine heroische und selbstlose Einstellung. Das macht sie dem Zuschauer auf eine Art sympathisch. Im gegensatz zur sanftmütigen und verletzlich wirkenden Kaori ist sie jedoch eine gefestigte Person, die ein gesundes Selbstbewußtsein besitzt. Eine guter Verfollständigung der Truppe. Sie ebenfalls als Selbstsüchtig zu zeichnen wäre auch etwas viel geworden. Es reicht, dass Gai das so in hohem Maß präsentiert.

Was die Effekte und Action betrifft, so wird wieder gute Kost geboten. Mit Wurm Jigen und Fighter Jigen greifen zwei Monster an und sorgen für Zerstörung und Aufregung. Um den Feind zu besiegen, sind die ersten Spezialattacken fällig. So kommt der Zuschauer in den Genuss des Double Kick, des Bird Blasters und einer Blasterkombination aus Schwert und Blaster. Diese starke Waffe kann Wurm Jigen besiegen. Fighter Jigen wird der banale Punkt einer leckenden Treibstoffleitung zum Verhängnis. Damit ist der Super Sentai Roboter noch nicht von Nöten, was ich schön finde. Man sollte sich immer etwas aufheben und über die Serie verteilt die Sachen einbringen. Nicht alles auf einmal. Das wirkt dann schnell überladen.

Folge zwei macht gut Laune und man freut sich schon auf Folge 3, wo ein Wasserhahn Jigen auftaucht, der Macht über Wasseramaturen hat. Klingt witzig.

Wertung: 7/10

Mittwoch, 31. März 2010

JETMAN 01: Die Suche nach den Kämpfern

Orig-Eps-Titel:
戦士を探せ (Senshi o Sagase)

Laufzeit
: ca. 23 Min.

Auftauchendes Monster:
Wurm Jigen

Ausstrahlung:

15. Feb 1991
(TV Asahi)


In der Vogelmensch-Staffel Jetman geht es um eine Erdverteidigungstruppe, die den Weltfrieden wahren soll. Mit einem neuen Projekt möchte man diesen Statsus noch weiter festigen. Dazu werden 5 Menschen, die sich durch besondere Leistungen und Engagement auszeichnen, einer besonderen Strahlung ausgesetzt, wodurch sie zu einer Art Supermensch werden. Mit Hilfe eines Armbandes können sie sich dann in eine Art Vogelkrieger verwandeln. Einen Helden in besonderer Rüstung. In dieser Form kommen die Kräfte voll zum tragen und mit einer besonderen Ausrüstung kann man sich mächtigen Gegnern entgegenstellen.
Als die Mannschaft soweit komplett ist, geht es im Erd-Schiff, welches in einer satelittenähnlichen Bahn um die Erde kreist, daran die Strahlendosen zu verabreichen. Doch da taucht ein fremdes Raumschiff auf und eröffnet das Feuer. Die Eindringlinge geben sich als Vyram zu erkennen, eine Gruppe von Außerirdischen, die Macht über die Dimensionen besitzen und sich als deutlich überlegene Rasse im Universum sehen. Die Erde soll sich auf der Stelle unterwerfen und um dieser Vorderung den nötigen Nachdruck zu verleihen, vernichten die Vyram das Erd-Schiff. In letzter Minute kann die Anführerin der Erdverteidigung, Aya Odagiri, ihren besten Rekruten Tendo Ryu retten. Ryus Freundin Rie wird bei dem Angriff jedoch ins All gesogen. Vor Kummer ganz außer sich, will Ryu nach seinem Erwachen in der Erd-Station, einer Station, die als Basis für die Jetman dienen soll, sofort aufbrechen um Rie zu suchen. Die harten Worte seiner Vorgesetzten hohlen ihn jedoch auf den Boden der Tatsachen zurück. Ryu ist vorerst der einzige richtige Jetman, denn er hat die Strahlung wie gefordert verabreicht bekommen, bevor der Angriff auf das Erd-Schiff erfolgte. Als die Maschinen auf dem Schiff zu Bruch gingen, lösten sich die übrigen Strahlen aber, sausten zur Erde und trafen vier weitere Menschen. Somit ist Ryu der erste Jetman, aber nicht der einzige. Die übrigen müssen nun gefunden und vom Kampf um die Menschheit überzeugt werden. Und es muss bald geschehen, denn die Vyram holen schon zum nächsten Schlag aus.

Wie FIVEMAN, so fängt auch JETMAN mit einem dramatischen Ereignis an. Dieses ist der Tod von Ryus Freundin Rie, an dem er in den folgenden Episoden noch einiges zu kauen hat und was durch die Tatsache noch weiter ausgereizt wird, dass Rie nicht wirklich tot ist, sondern zum Ende der ersten Folge in anderer Form wieder in Erscheinung tritt. Das macht das Ganze doch wirklich interessant.
Auch die Tatsache, dass hier einige Menschen das Zeitliche segnen, lässt mehr Dramatik und Ernsthaftigkeit durchblicken. Wirklich viel zu Lachen gibt es da zu Beginn nur wenig, doch es wird nicht ganz ausgeblendet. So sorgt die erste gefundene Kämpferin, Kaori Rokumeikan (White) für Erheiterung, als sie das Wort 'Jetman' als 'Gentleman' versteht. Sie ist ein Sympathieträger und bekommt im Verlauf noch einige Gewichtung. Wichtig sind aber eh alle Charaktere. In Folge 1 tritt auch Raita Ôishi (Yellow) in Erscheinung, der dritte im Bunde. Er ist der gelbe Kämpfer und ungewöhlicherweise ein übergewichtiger Patron. Das macht die Serie ebenfalls zu etwas besonderem, denn die Charaktere wirken mehr wie normale Menschen und nicht wie das Optimum an Kraft und Aussehen.

Als ich vor einiger Zeit die erste Folge von JETMAN gesehen habe, tat ich das etwas aus Langeweile und weil ich gerade nichts anderes in Griffweite hatte. Zudem brauchte ich etwas Untermalung zu einer anderen Tätigkeit. Andere Menschen legen Musik ein, ich greife da nicht selten zu Filmen oder Serien. So wanderten die Episoden in den Player und schon nach kurzer Zeit war das, was ich eigentlich machen wollte vergessen und ich klebte am Bildschirm und verfolgte eine Episode nach der anderen. Mit jeder Folge wird es spannender und die Ernsthaftigkeit hält an. Neben der gelungenen Geschichte, hat die erste Folge mir zudem gezeigt, dass auch in Sachen Effekte und Action einiges präsentiert wird. Sicherlich ist es nicht perfekt, doch Freunde der Vorgängerserie FIVEMAN werden erneut ihre helle Freude haben. Auch jene, die schon KAMEN RIDER BLACK und KAMEN RIDER BLACK RX mochten, denen wird es gefallen, denn die Licht und Blitzeffekte sind genau wie da und bei den Action und Miniaturszenen geht es ähnlich zu.
Das waren Optik und Inhalt, sei nun noch die Musik erwähnt. Diese erinnert mich zuweilen an die Godzilla Filme der 90er Jahre, was mir sehr zusagt. Es verleiht dem Ganzen noch etwas mehr Attraktivität.

Die erste Folge von JETMAN lässt, wie immer bei einer Serie, das volle Ausmaß und die wirkliche Qualität nicht genau durchblicken, doch es macht schon einmal sehr viel Appetit auf mehr. Schaut man sich die weiteren Folgen an, wird man unweigerlich hineingezogen, in dieses Universum. Ich mag es, wie sich alles so nach und nach aufbaut und man in den ersten Folge nicht schon mit Hundertschaften an Superwaffen und Spezialtechniken bombardiert wird. Schön gemächlich, nach und nach, und dabei nicht die Geschichte aus dem Auge verlieren. Das ist das Motto, was JETMAN verfolgt. Wer Gelegenheit bekommt, die Serie zu sehen und wer sich für gut gemachte Super Sentai Serien interessiert, der sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

Wertung, Episode 1: 8/10


P.S.: Die Monster in JETMAN heißen "Jigen". 'Jigen' ist Japanisch und bedeutet 'Dimension'. Das, gepaart mit dem jeweiligen Tier oder Gegenstandsnamen (der hinten angestellt wird), klingt doch reichlich blöd. Deswegen belasse ich bei meiner Erwähnung einfach den Namen Jigen und stelle dort davor dann den Tier oder Gegenstandsnamen. Damit klingt das dann wesentlich besser.