Samstag, 10. April 2010

JETMAN 02: Der dritte Kämpfer

Orig-Eps-Titel:
第三の戦士 (Daisan no Senshi)

Laufzeit
: ca. 20 Min.

Auftauchendes Monster:
Fighter Jigen, Wurm Jigen

Ausstrahlung:

22. Feb 1991
(TV Asahi)


Eine Serie, die es schafft in der ersten Folge gleich den kompletten Einstand zu geben, die ist wohl bestimmt nicht sonderlich tiefgehend. Jetman nimmt sich jedenfalls die Zeit, den Einstand über mehrere Folgen hin zu gestalten. Im Ganzen benötigt man dafür 3. Aber auch darüber hinaus entwickelt sich die Geschichte und werden die Charaktere stets weiterentwickelt. Daneben gibt es schöne Monsterkreationen.

In Episode 2 startet die Suche nach den letzten beiden Kämpfern. Bald schon stoßen Raita und Kaori auf Ako Hayasaka, die über ihre neu erworbenen Kräfte sehr überrascht ist, sie sich aber schnell zu Nutze macht und gefallen daran findet. Eine Mitarbeit bei den Jetman akzeptiert sie vorerst nur gegen gute Bezahlung und ist überrascht von Kaoris großzügigen Scheck. Kaori kommt ja aus einer reichen Familie, da ist es ihr ein leichtes einen solchen Betrag einzusetzen. Ryu und Chefin Aya Odagiri suchen ebenfalls, doch zuvor geraten sie in einen neuerlichen Angriff der Vyram. Radiget hat sich etwas perfides ausgedacht. Er infiziert Ayas Kampfjet mit einem Dimensionswesen, wodurch dieser sich in ein Monster verwandelt, den Fighter Jigen. Das neu entstandene Wesen macht sich gleich ans Werk und greift die Menschen an. Chefin Odagiri kann nichts tun, als sich aus der Maschine zu schießen. Vorerst ist es unmöglich den Feind zu bekämpfen. Die Suche nach dem letzten Krieger ist wichtiger. Yuuki Gai ist diese gesuchte Person. Seine neuen, seltsamen Kräfte machen ihm etwas zu schaffen. Ryu hat mit ihm jedoch ebenfalls seine Schwierigkeiten, denn Gai ist kein angenehmer Zeitgenosse. Er ordnet sich niemandem unter und kann diesen Ryu schon gar nicht ab. Es kommt zur handfesten Schlägerei, die jäh unterbrochen wird, von einem Notruf Raitas und den anderen Mädchen. Der Wurm Jigen ist wieder aufgetaucht und zum Angriff übergegangen und zu allem Überfluss ist da ja noch der Fighter Jigen. Es hilft nichts, alle müssen zusammenarbeiten um der Bedrohung Herr zu werden. Doch mit Gai ist das so eine Sache.

In der zweiten Episode lernt man den schwierigen Patron Gai kennen und der ist einem auf Anhieb unsympathisch. Was für ein selbstsüchtiges Subjekt und dann noch so schleimisch, wenn es um Frauenbekanntschaften geht. Ein Lebemann, der sich selbst der nächste ist. Mit Ryus Kampf hat er nichts am Hut, ebensowenig, wie mit den Vyram. Man merkt schon, dass das noch für einigen Zündstoff sorgen wird.
Ako Hayasaka scheint zu Beginn auch sehr auf ihren Vorteil bedacht, doch dreht sich das am Ende vollständig um. Die großzügige Gabe von Kaori gibt sie ohne Bedauern zurück und präsentiert eine heroische und selbstlose Einstellung. Das macht sie dem Zuschauer auf eine Art sympathisch. Im gegensatz zur sanftmütigen und verletzlich wirkenden Kaori ist sie jedoch eine gefestigte Person, die ein gesundes Selbstbewußtsein besitzt. Eine guter Verfollständigung der Truppe. Sie ebenfalls als Selbstsüchtig zu zeichnen wäre auch etwas viel geworden. Es reicht, dass Gai das so in hohem Maß präsentiert.

Was die Effekte und Action betrifft, so wird wieder gute Kost geboten. Mit Wurm Jigen und Fighter Jigen greifen zwei Monster an und sorgen für Zerstörung und Aufregung. Um den Feind zu besiegen, sind die ersten Spezialattacken fällig. So kommt der Zuschauer in den Genuss des Double Kick, des Bird Blasters und einer Blasterkombination aus Schwert und Blaster. Diese starke Waffe kann Wurm Jigen besiegen. Fighter Jigen wird der banale Punkt einer leckenden Treibstoffleitung zum Verhängnis. Damit ist der Super Sentai Roboter noch nicht von Nöten, was ich schön finde. Man sollte sich immer etwas aufheben und über die Serie verteilt die Sachen einbringen. Nicht alles auf einmal. Das wirkt dann schnell überladen.

Folge zwei macht gut Laune und man freut sich schon auf Folge 3, wo ein Wasserhahn Jigen auftaucht, der Macht über Wasseramaturen hat. Klingt witzig.

Wertung: 7/10

Mittwoch, 31. März 2010

JETMAN 01: Die Suche nach den Kämpfern

Orig-Eps-Titel:
戦士を探せ (Senshi o Sagase)

Laufzeit
: ca. 23 Min.

Auftauchendes Monster:
Wurm Jigen

Ausstrahlung:

15. Feb 1991
(TV Asahi)


In der Vogelmensch-Staffel Jetman geht es um eine Erdverteidigungstruppe, die den Weltfrieden wahren soll. Mit einem neuen Projekt möchte man diesen Statsus noch weiter festigen. Dazu werden 5 Menschen, die sich durch besondere Leistungen und Engagement auszeichnen, einer besonderen Strahlung ausgesetzt, wodurch sie zu einer Art Supermensch werden. Mit Hilfe eines Armbandes können sie sich dann in eine Art Vogelkrieger verwandeln. Einen Helden in besonderer Rüstung. In dieser Form kommen die Kräfte voll zum tragen und mit einer besonderen Ausrüstung kann man sich mächtigen Gegnern entgegenstellen.
Als die Mannschaft soweit komplett ist, geht es im Erd-Schiff, welches in einer satelittenähnlichen Bahn um die Erde kreist, daran die Strahlendosen zu verabreichen. Doch da taucht ein fremdes Raumschiff auf und eröffnet das Feuer. Die Eindringlinge geben sich als Vyram zu erkennen, eine Gruppe von Außerirdischen, die Macht über die Dimensionen besitzen und sich als deutlich überlegene Rasse im Universum sehen. Die Erde soll sich auf der Stelle unterwerfen und um dieser Vorderung den nötigen Nachdruck zu verleihen, vernichten die Vyram das Erd-Schiff. In letzter Minute kann die Anführerin der Erdverteidigung, Aya Odagiri, ihren besten Rekruten Tendo Ryu retten. Ryus Freundin Rie wird bei dem Angriff jedoch ins All gesogen. Vor Kummer ganz außer sich, will Ryu nach seinem Erwachen in der Erd-Station, einer Station, die als Basis für die Jetman dienen soll, sofort aufbrechen um Rie zu suchen. Die harten Worte seiner Vorgesetzten hohlen ihn jedoch auf den Boden der Tatsachen zurück. Ryu ist vorerst der einzige richtige Jetman, denn er hat die Strahlung wie gefordert verabreicht bekommen, bevor der Angriff auf das Erd-Schiff erfolgte. Als die Maschinen auf dem Schiff zu Bruch gingen, lösten sich die übrigen Strahlen aber, sausten zur Erde und trafen vier weitere Menschen. Somit ist Ryu der erste Jetman, aber nicht der einzige. Die übrigen müssen nun gefunden und vom Kampf um die Menschheit überzeugt werden. Und es muss bald geschehen, denn die Vyram holen schon zum nächsten Schlag aus.

Wie FIVEMAN, so fängt auch JETMAN mit einem dramatischen Ereignis an. Dieses ist der Tod von Ryus Freundin Rie, an dem er in den folgenden Episoden noch einiges zu kauen hat und was durch die Tatsache noch weiter ausgereizt wird, dass Rie nicht wirklich tot ist, sondern zum Ende der ersten Folge in anderer Form wieder in Erscheinung tritt. Das macht das Ganze doch wirklich interessant.
Auch die Tatsache, dass hier einige Menschen das Zeitliche segnen, lässt mehr Dramatik und Ernsthaftigkeit durchblicken. Wirklich viel zu Lachen gibt es da zu Beginn nur wenig, doch es wird nicht ganz ausgeblendet. So sorgt die erste gefundene Kämpferin, Kaori Rokumeikan (White) für Erheiterung, als sie das Wort 'Jetman' als 'Gentleman' versteht. Sie ist ein Sympathieträger und bekommt im Verlauf noch einige Gewichtung. Wichtig sind aber eh alle Charaktere. In Folge 1 tritt auch Raita Ôishi (Yellow) in Erscheinung, der dritte im Bunde. Er ist der gelbe Kämpfer und ungewöhlicherweise ein übergewichtiger Patron. Das macht die Serie ebenfalls zu etwas besonderem, denn die Charaktere wirken mehr wie normale Menschen und nicht wie das Optimum an Kraft und Aussehen.

Als ich vor einiger Zeit die erste Folge von JETMAN gesehen habe, tat ich das etwas aus Langeweile und weil ich gerade nichts anderes in Griffweite hatte. Zudem brauchte ich etwas Untermalung zu einer anderen Tätigkeit. Andere Menschen legen Musik ein, ich greife da nicht selten zu Filmen oder Serien. So wanderten die Episoden in den Player und schon nach kurzer Zeit war das, was ich eigentlich machen wollte vergessen und ich klebte am Bildschirm und verfolgte eine Episode nach der anderen. Mit jeder Folge wird es spannender und die Ernsthaftigkeit hält an. Neben der gelungenen Geschichte, hat die erste Folge mir zudem gezeigt, dass auch in Sachen Effekte und Action einiges präsentiert wird. Sicherlich ist es nicht perfekt, doch Freunde der Vorgängerserie FIVEMAN werden erneut ihre helle Freude haben. Auch jene, die schon KAMEN RIDER BLACK und KAMEN RIDER BLACK RX mochten, denen wird es gefallen, denn die Licht und Blitzeffekte sind genau wie da und bei den Action und Miniaturszenen geht es ähnlich zu.
Das waren Optik und Inhalt, sei nun noch die Musik erwähnt. Diese erinnert mich zuweilen an die Godzilla Filme der 90er Jahre, was mir sehr zusagt. Es verleiht dem Ganzen noch etwas mehr Attraktivität.

Die erste Folge von JETMAN lässt, wie immer bei einer Serie, das volle Ausmaß und die wirkliche Qualität nicht genau durchblicken, doch es macht schon einmal sehr viel Appetit auf mehr. Schaut man sich die weiteren Folgen an, wird man unweigerlich hineingezogen, in dieses Universum. Ich mag es, wie sich alles so nach und nach aufbaut und man in den ersten Folge nicht schon mit Hundertschaften an Superwaffen und Spezialtechniken bombardiert wird. Schön gemächlich, nach und nach, und dabei nicht die Geschichte aus dem Auge verlieren. Das ist das Motto, was JETMAN verfolgt. Wer Gelegenheit bekommt, die Serie zu sehen und wer sich für gut gemachte Super Sentai Serien interessiert, der sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

Wertung, Episode 1: 8/10


P.S.: Die Monster in JETMAN heißen "Jigen". 'Jigen' ist Japanisch und bedeutet 'Dimension'. Das, gepaart mit dem jeweiligen Tier oder Gegenstandsnamen (der hinten angestellt wird), klingt doch reichlich blöd. Deswegen belasse ich bei meiner Erwähnung einfach den Namen Jigen und stelle dort davor dann den Tier oder Gegenstandsnamen. Damit klingt das dann wesentlich besser.

Vogelmensch-Staffel JETMAN (Japan / 1991-1992)

Orig-Titel: 鳥人戦隊ジェットマン (Chôjin Sentai Jetman)
Genre: Tokusatsu (Super Sentai)
Episoden (Laufzeit): 51 (je ca. 23 Min.)
Produzent: Jun Kaji, Takeyuki Suzuki, Kyôzô Uzunomiya
Musik: Kazuhiko Toyama
Darsteller: Kotaro Tanaka (Tendo Ryu), Tashihide Wakamatsu (Yuuki Gai), Tomisa Naruse (Raita Ôishi), Rika Kishida (Kaori Rokumeikan), Sayuri Uchida (Ako Hayasaka)
Ausstrahlung: 15. Feb 1991 - 14. Feb 1992 (TV Asahi)

Das Genre des Super Sentai ist eine Steigerung zu den normalen Sentai Serien, zu denen die ersten Vertreter zählten, wie etwa BATTLE FEVER J. Die Steigerung kommt durch die auftauchenden Super Roboter der Heldentruppe und durch die ständig sich ins überdimensionale vergrößernden Feinde. Bis heute wird das Genre des Sentai dominiert vom Super Sentai. Es ist ein Bestandteil des Tokusatsu Genres, zu dem viele verschiedenste Vertreter gehören. Bekannteste Ableger sind die Kamen Rider und Ultraman Serien. Aber auch im Independent Bereich entstehen immer wieder interessante und innovative Serien.
Das Genre des Super Sentai ist mit seinen vielen verschiedenen Serien sehr abwechslungsreich , aber leider auch sehr durchwachsen. Waren die Beiträge in der Anfangszeit noch recht ernst gehalten, wurde es mit der Zeit immer seichter und kitschiger. Wirklich gelungene Vertreter sind heute rar gesäht. Man hat sich in einer bestimmten Richtung festgefahren und scheint sich weder vor noch zurück bewegen zu können. Das ist nun mal das Problem, wenn die Ausrichtung gezielt auf das Publikum geschieht und man nicht einmal etwas neues probiert. Ein Problem, das in der japanischen Konsumgesellschaft nicht selten anzutreffen ist.
Somit muss man schon etwas suchen, um die wirklich guten Sachen herauszufiltern. Aber es gibt sie. So zähle ich persönlich, die in den 80ern entstandene CHIKYUU SENTAI FIVEMAN (Erd-Kampftruppe Fiveman) dazu. FIVEMAN zeichnet sich durch einen recht ernsten Unterton aus, durch fiese Bösewichte, interessante Monster und eine SF orientierte Atmosphäre, trotz dass das Spektakel sich auf der Erde abspielt. Direkt darauf entstand mit CHÔJIN SENTAI JETMAN (Vogelmensch-Staffel Jetman), eine weitere Super Sentai Serie, mit ernstem Ton. Gegenüber FIVEMAN geht es sogar noch einen Schritt weiter. Die Dramatik ist noch höher angelegt und zu allem kommt eine bunt zusammengewürfelte Truppe, deren Mitglieder die Superkräfte eher unfreiwillig erworben haben. Außerdem sind sich einige nicht sonderlich grün, was zuweilen zu großen Spannungen führt. Ein nicht unerheblicher Punkt, der dem Geschehen noch zusätzliche Würze gibt. Die Bösewichte sind ziemlich hinterhältig und die Monster interessante Viecher, die nicht immer böses im Schilde führen. Anfang der 90er entstanden, bietet JETMAN auch sehr gelungene Effekte und gewohnt krachende Action. Eine richtig gute Super Sentai Serie, die das junge, wie auch das ältere Publikum kurzweilig zu unterhalten versteht.
Kenner der Anime Szene, speziell der Klassiker, werden übrigens einige Deja Vù's haben. VOGELMENSCH STAFFEL JETMAN ist eine Homage an GATCHAMAN eine erfolgreiche Anime Serie aus den 70ern, die sogar verschiedene Neuinterpretationen erfahren hat. Das Konzept der Serie passt haargenau zum Super Sentai, denn es geht um eine Truppe von Superhelden, die gegen riesige Monster vorgeht. Die Charaktere aus JETMAN sind denen von GATCHAMAN nicht unähnlich und an einigen Stellen fast 1:1 übernommen. Wem die Super Sentai Serie also wirklich so gefällt, dass er noch mehr von diesen Abenteuern erleben möchte und sich mit klassischen Anime Serien anfreunden kann, der ist bei GATCHAMAN genau an der richtigen Adresse. Wer es dabei auch etwas aktueller möchte, in späteren Jahren sind neue Abenteuer entstanden und hier ist die Animation natürlich etwas zeitgemäßer.

Was ich hiermit nun beginnen möchte, ist einen Episodenguide zu JETMAN. Ich beschäftige mich in gewissen Abständen ausgiebiger mit einer Folge und da jede Episode etwas eingehender zu betrachten, kann ja sehr interessant werden. Hinsichtlich des Tokusatsu Genres möchte ich dies auch für weitere Serien beginnen, denn im Tokusatsu gibt es noch einige sehr interessante Vertreter.

Sonntag, 21. März 2010

Karate Tiger (USA / 1986)

Orig-Titel: No Retreat, No Surrender
Genre: Action (Martial-Arts Sportfilm)
Laufzeit: 85 Min. [NTSC] / 94 Min. (UK-DVD) [PAL]
Regie: Corey Yuen Kwai
Drehbuch: Ng See-Yuen, Keith W. Strandberg, Corey Yuen
Produzent: Ng See-Yuen
Musik: Paul Gilreath
Kamera: David Golia, John Huneck
Schnitt: James Melkonian, Mark Pierce, Allan Poon
Martial-Arts Choreographer: Mang Hoi
Darsteller: Kurt McKinney (Jason Stillwell), Jean-Claude Van Damme (Ivan Kraschinsky), J.W. Fails (R.J. Madison), Kathie Sileno (Kelly Reilly), Tai Chung Kim (Sensei Lee), Kent Lipham (Scott), Ron Pohnel (Ian Reilly), Dale Jakoby (Dean Ramsey), Timothy D. Baker (Tom Stillwell, Jasons Vater)
Kinostart: 2. Mai 1986 (USA) / 5. Feb 1987 (BRD)

Die 80er Jahre Filme scheinen mich in letzter Zeit zu verfolgen. Einen Streifen nach dem anderen, dieser zumeist sehr unterhaltsamen Filme, schaue ich mir an und habe großen Spaß dabei. Da seltsame daran ist aber, dass ich es gar nicht forciere, sondern es einfach so zu kommen scheint. Naja, grübeln wir nicht weiter drüber nach, sondern sprechen wir ein paar Sätze zu KARATE TIGER einem Film, den ich schon lang nicht mehr gesehen habe, bei dem ich aber immer noch viele Dialoge mitsprechen kann. Da liegt daran, dass ich ihn während der Schulzeit viele, viele male gesehen habe und dadurch auch viele der Passagen sehr gut kenne. Vor allen Dingen, trifft dies aber auf die Fightszenen zu, die wirklich sehr gut gemacht sind. Das kann man vom Rest des Filmes leider nicht behaupten, doch um gut unterhalten zu werden, reicht es allemal. Und wer offen ist, der findet an dem trashigen Spiel auch großen gefallen.

Jason Stillwell ist ein Teenager, der das Erwachsenenalter schon fast erreicht hat. Er trainiert hart, im Dojo seines Vaters, denn eines Tages, will er so werden, wie sein großes Vorbild Bruce Lee. Die Dinge verkomplizieren sich jedoch, als Vater Tom, von einer zwielichtigen Bande belästigt wird. Man will seinen Dojo übernehmen. Doch das lässt er nicht zu und bezahlt dafür mit einem gebrochenen Bein. Am Boden zerstört, gibt er die Kampfschule auf und zieht mit Frau und Sohn nach Seattle, wo auch Jasons großes Idol begraben liegt. Aller Anfang in der neuen Stadt ist schwer, doch Jason findet schnell Freunde, macht sich aber ebenso schnell Feinde, woran er mächtig zu knaubeln hat. Gedemütigt und dem Spott preis gegeben, wendet er sich in seiner Verzweiflung an dessen Grab, an Bruce Lee. Dessen Geist taucht eines Nachts bei ihm tatsächlich auf und ein hartes Training beginnt. Schon bald wird aus Jason ein exzellenter Fighter und das ist gut so, denn seine neu erworbenen Fähigkeiten muss er kurze Zeit später einsetzen, denn die Gangster sind zurück und wollen nun Seattle in Beschlag nehmen.

Die Folge, sind polierte Fressen und besonders Ivan Kraschinsky muss einstecken. Dieser wird gespielt von Jean Claude Van Damme und ich muss sagen, das hier war bisher seine Bösewichtrolle. Das miese Schwein nimmt man ihm unbesehen ab und dabei ist sein Minenspiel nicht sonderlich hoch. Steven Seagal steckt er jedoch locker in die Tasche, was auch auf seine Agilität und sein Fighting zutrifft. Besonders das Finale macht Laune und ist das unbesehene Highlight des Streifens. Zuvor werden zwar ebenso gelungene Szenen gebracht, doch über das Tournier geht echt nichts. Wenn Kurt McKinney als Jason Stillwell in den Ring springt und Ivan Kraschinsky so richtig eins aufs Maul gibt, dann leuchten einem die Augen. Die Sau hat es auch wirklich verdient gehabt. Sich an Jasons Freundin zu vergreifen, so etwas geht wahrlich nicht. Was folgt, sind Martial Arts Einlagen der gehobenen Klasse und das verwundert nicht, schließlich saß einer der Yuen Brüder auf dem Regiestuhl, nämlich Corey Yuen Kwai. Daher lässt sich meines Erachtens auch der Stil und die Art der Geschichte erklären, die man in ähnlicher Form aus zahlreichen Eastern kennt. Auch Jackie Chan (ebenfalls ein Yuen Bruder) war einmal ein Nichtskönner und durch ein hartes Training wird er zum Spezialisten und zeigt den Bösewichten am Ender, wo der Hammer hängt. Wie in SIE NANNTEN IHN KNOCHENBRECHER gibt es somit auch in KARATE TIGER Rückblenden zu den Trainingsszenen, wo sich der Kämpfer verschiedenen Techniken und Strategien nochmals ins Gedächtnis ruft und danach gegen den Gegner sogleich in die Tat umsetzt. Das in eine amerikanische Umgebung, mit amerikanischen Darstellern, versetzt ist recht witzig und hat durchaus seinen Reiz für mich. Dass die Darsteller dabei den asiatischen Vorbildern in nichts nachstehen, ist vor allem Jean Claude Van Damme und Krut McKinney zu verdanken. Wie gesagt, der finale Fight ist eine Augenweide.

Was man bei KARATE TIGER keinesfalls machen sollte, ist ihn ernst zu nehmen. Schon allein die Tatsache, dass Bruce Lees Geist auftaucht und einen Jugendlichen trainiert ist eine Sache für sich. Tai Chung Kim macht seine Sache aber sehr schön, auch wenn er nicht wirklich nach Bruce Lee aussieht. Für die Lektionen hat man sich besonders zu Beginn bei der Szene aus DER MANN MIT DER TODESKRALLE bedient, wo Bruce Lee ja einem Schüler eine Lektion erteilt. Dieser Stil dient hier als Vorlage und es ist recht witzig, wenn man das Original kennt. Tai Chung Kim bot sich als Bruce Lee Verkörperung wohl durchaus an. So hatte er in Zwei Pseudo Bruce Lee Filmen mitgewirkt und einige Jahre vor Karate Tiger war er ein gewisser Master Bruce in einem Actionstreifen namens SHUANG BEI. Pseudo Bruce Lee Filme (die Bezeichnung hab ich mir eben ausgedacht) bezeichne ich Filme, die nach dem Tod des Idols entstanden und in denen ein gewisser Bruce Lee die Hauptrolle spielt. Das es sich dabei nicht wirklich um dem Meister selbst handelt, erkennt man schnell. Man wollte offensichtlich von Bruce Lees anhaltender Popularität profitieren. Dabei herausgekommen sind dann oft zwiespältige Ergebnisse. Mal grottig schlecht, mal gar nicht mal so übel. Aber zurück zum KARATE TIGER.
Die übrigen Darsteller sind nicht wirklich der Rede wert, wohl aber ihre übertriebene Zeichnung. Das trifft vor allem auf den Fettsack zu, der ein außer Fressen nichts weiter im Kopf zu haben scheint, faul irgendwo herumsitzt und eine eklige Qualle ist. Ganz anders sieht da schon Kathie Sileno aus, die als Jasons Freundin Kelly in Erscheinung tritt und im Film die Schwester von Karatemeister Ian Reilly ist. Kathie Sileno verschwand nach ihrer Rolle ganz schnell wieder in der Versenkung, doch optisch macht sie hier einiges her. Da wünscht man sich an Kurt McKinneys Stelle. Als letztes zu erwähnen wäre sicherlich noch J.W. Fails als R.J. Madison. Die Type ist schon ne Kraft und lockert den Streifen auf seine Art noch auf. Klar ist auch er eine Witzfigur, aber er macht durchaus Laune. Den Breakdancer nimmt man ihm jedoch nicht ab, denn dafür sind die Umschnitte doch zu deutlich. Erst spackt er etwas herum, wobei man ihn von vorn hampeln sieht. Dann folgt der Umschnitt, man sieht ihn nur von hinten, und schon macht er die unglaublichsten Sperenzchen. Dann wieder Umschnitt und er hampelt wieder herum wie zuvor. Einfach zum schießen.
Ach ja, Jasons Vater Tom sei noch genannt, weil er so herrlich blöd und übertrieben gestikuliert. Da wird jeder Theaterspieler neidisch, wie Timothy D. Baker hier mit der Hand, mit steif ausgestrecktem Zeigefinger, herumgestikuliert. Ein weiterer Punkt, der unvergessen im Gedächtnis hängen bleibt.

Ja im Kopfe bleibt hier einiges zurück. Die Action, die Schauspieler und die absolut blöden und oft unsinnigen Dialoge, die gekloppt werden und die den Zeitraum zwischen den Actionszenen überbrücken sollen. Hier greift mein eingangs gesetzter Satz, dass man offen sein sollte und den Film bloß nicht ernst nimmt. Das hier ist Trash.
Etwas schön zeitgemäßes ist die Breakdance Einlage und die Musik, die Paul Gilreath beisteuerte. Er hatte das Jahr zuvor Roland Emmerichs JOEY, mit einem Score versehen. Für KARATE TIGER hat er sich zeitgemäßer Klänge bedient und auch bei HongKong Action Streifen Anregungen gesucht. Einiges klingt von der Art her, wie bei YES MADAM, IN THE LINE OF DUTY 4 usw. Das passt zum Stil und es passt zum Regisseur.

KARATE TIGER schaue ich mir immer wieder gern an. Für mich hat er nichts von seinem Reiz verloren und ich finde ihn wirklich sehr unterhaltsam, auch wenn bestimmt Viele "Scheiße" schreien. Mir gefällt das dünne Geschichtchen, die blöden Dialoge und die mittelprächtigen Darsteller. Und mir gefallen die Fights, die ich echt gelungen finde und das besonders im Finale. Das Finale ist das Highlight und Jean Claude Van Damme bereichert es ungemein. Corey Yuen Kwai hat mit diesem Film einen soliden Einstand als US-Regisseur gegeben. Danach konzentrierte er sich wieder auf den heimischen Markt, bevor er erst 2002 für THE TRANSPORTER und D.O.A. - DEAD OR ALIVE zurückkehrte.

Wertung: 7,5/10


Die DVD

Splendid hatte den Titel 2004 schon einmal im Programm, doch wohl nur im Vertrieb für Ascot Elite. Als diese Auflage "Out of Print" ging, schossen die Preise bei den Marketplace und Ebay Anbietern in die Höhe. Es dauerte jedoch noch bis 2008, bis unter Splendids Schirmherrschaft eine Neuauflage kam, die als Uncut betitelt wird und das auch sicherlich ist. Davon zeugen vereinzelte Szenen, die ich vorher nicht kannte und die auch nur in Englisch mit deutschen Untertiteln sind.
Weitere Extras, außer Trailer zu anderen Titeln finden sich nicht. Das bedaure ich sehr, denn gern hätte man doch etwas über die Entstehung und sonstige Hintergründe erfahren. In dieser Hinsicht sind ausländische Auflagen leider nicht besser. Was Splendid aber durchaus hätte mit aufspielen können, ist der Trailer, den es auf den ausländischen Scheiben durchaus gibt.
Die Bildqualität des Filmes ist nicht wirklich berauschend. Als Basis diente ein ausländisches Master, das scheinbar auch Open Mate ist, wenn ich die vereinzelten Schatten am oberen Rande (die vom Filmgerät kommen) richtig gesehen habe, die von den schwarzen Balken ansonsten verdeckt sind. Die Farben mögen in Ordnung gehen, doch die Schärfe ist nicht vom allerbesten und vor allem zahlreiche Beschädigungen auf dem Ausgangsmaterial sind zu bemerken. Das Bildrauschen ist zuweilen ebenfalls recht störend.
Tonmäßig bin ich mir nicht immer sicher gewesen. Ich meine Asynchronitäten bemerkt zu haben, was besonders bei den Schlägen zu merken ist. Von der einen auf die nächste Sekunde passt es dann aber wieder, weswegen ich es als nicht zu aufdringlich empfunden habe. Dennoch könnte auch dieser Punkt besser sein.

Alles in allem ist das keine so berauschende DVD. Wer den Film liebt und ihn egal wie im Regal stehen haben will, der kann zugreifen. Wer eine überaus gelungene Auflage mit Extras haben will, der sollte auf eine neue und vor allem bessere Veröffentlichung hoffen.
Würde der Titel zu Kinowelt wandern, wäre eine passable Umsetzung durchaus drinnen.

Wertung: 4/10

Dienstag, 9. März 2010

The Killer (Hong Kong / 1989)

Orig-Titel: Dip huet seung hung
Genre: Heroic Bloodshed (Action Subgenre)
Laufzeit: 111 Min. [NTSC]
Regie: John Woo
Drehbuch: John Woo
Produzent: Tsui Hark
Musik: Lowell Lo
Kamera: Peter Pau, Wong Wing-Hung
Schnitt: Kung Ming Fan
Action: Ching Siu-Tung, Lau Chi-Ho
Darsteller: Chow Yun-Fat (Ah Jong), Danny Lee (Insp. Li Ying), Sally Yeh (Jennie), Kong Chu (Fung Sei), Kenneth Tsang (Sgt. Tsang Yeh), Shing Fui-On (Wong Hoi)
Kinostart: 6. Jul 1989 (Hong Kong) / 13. Aug 1990 (BRD - Video)

Es ist schon einige Jährchen her, da startete Laser Paradise seine Eastern Edition. Diese war vielleicht nicht das Beste, was die DVD je erblickt hat. Doch es brachte einen in Kontakt mit den vielen asiatischen Filmen. Hier lernte ich einige der wohl besten Vertreter des Heroic Bloodshed Genres kennen, einem Action-Genre des Hong Kong Kinos, das wohl keiner so gut zu inszenieren vermochte, wie John Woo. In Zeitlupen schießt sich ein aufopfernder Held hier seinen Weg durch die Reihen der Bösewichte. Die dabei zu sehenden Einschüsse sind vornehmlich sehr blutig und Faust große Löscher bei Flintenschüssen sind keine Seltenheit. Woo zelebrierte das Ganze dabei wie eine Art Ballett. Es hat eine gewisse Ästhetik. Diese findet sich aber allein schon, wenn der Held mit zwei Knarren gleichzeitig auf die bösen Buben feuert. Gepart mit Slow-Motion ist das einfach nur klasse anzusehen. Woo verstand es jedoch nicht nur die Actionkomponente gut in Szene zu setzen, sondern auch eine solide und gute Geschichte zu erzählen, der es vor allem nicht an der nötigen Dramatik fehlte. Der heroische Hauptdarsteller, der nicht zwangsläufig ein Polizist oder sonstiger Streiter für Gerechtigkeit sein muss, stirbt stets am Ende einen dramatischen Tod. Doch auch die Bösewichte bekommen ordentlich ihr Fett weg und in der Hinsicht ist THE KILLER wohl einer der Filme mit dem höchsten Bodycount, den meisten Toten. Vielleicht wird er nur noch durch Woos A BETTER TOMORROW getoppt.

Es war die Zeit, wo ich begann die härteren Filme abzugrasen. Die Zeit, wo ich das asiatische Kino so richtige kennenlernen wollte und die Zeit, wo ich zum ersten Mal etwas von Heroic Bloodshed gehört hatte. Was war das für ein Genre und wer war John Woo, der als Regisseur dieses Genres bekannt ist, wie kein anderer und der es in dieser Form wohl auch erst erstehen ließ.
Die Veröffentlichung der Eastern Edition Titel war da genau richtig. So fiel mir THE KILLER als einer der ersten Scheiben in die Hände und einem überwältigenden Erlebnis stand nun nichts mehr im Wege.

Die Geschichte dieses Filmes ist recht schnell erzählt: Ah Jong ist ein Auftragskiller, der für einen Gangster Leute aus dem Weg räumt. Diese haben es aber allesamt auch verdient. Bei einem Auftrag verletzt Ah Jong eine Unbeteiligte, eine Sängerin. Direkt vor ihren Augen feuert er eine Waffe ab, wobei sie fast vollständig erblindet. Nur eine aufwändige Hornhauttransplantation kann ihr nun noch helfen. An Ah Jong nagt dieser Unfall gewaltig und er beginnt sich zu verändern. Mit zunehmendem Maße hat er genug von seinem Killerdasein und will so schnell es geht aussteigen. Ein letzter Auftrag soll ihm das nötige Geld verschaffen um Jennie, der Sängerin, die er verletzt hatte, die nötige Operation ermöglichen zu können. Doch der Auftraggeber weigert sich, das Geld zu zahlen. Eine Spirale der Gewalt setzt sich in Bewegung und zu allem Überfluss ist Inspektor Li Ying, Ah Jong auf den Fersen.

Was John Woo hier geschaffen hat, brät einem die Raupen aus der Nuss. Hier wird echt im Minutentakt gestorben und auf jeden Gangster fast ein ganzes Magazin entleert. Zudem gehen diese Schusswechsel mit herrlichen Zeitlupenaufnahmen einher, dass es eine wahre Wonne ist, dem zuzusehen. Es kracht, es knallt und die bösen Buben fallen wie die Fliegen. Mit zwei Knarren in der Hand kämpft sich Chow Yun-Fat als Auftragskiller Ah Jong seinen Weg durch die Reihen derer, die ihn mehr und mehr ankotzen. Seit er Jennie verletzt hat, macht er sich aber auch starke Vorwürfe. Er hat eine Schuld auf sich geladen, die ihn langsam aber sicher auffrisst. Und so setzt er alles daran, es wieder gut zu machen. Doch kann es ihm am Ende wirklich gelingen? Schwer genug ist es so schon, da kommt noch Danny Lee als Inspektor Li Ying ins Spiel. Ihm kann man kein X vor dem U machen und er kommt Ah Jong recht schnell auf die Spur. Neben allem Pflichteifer und Sinn für Gerechtigkeit, sieht er, dass sein Kontrahent ein fühlender Mensch ist, der das Herz am rechten Fleck trägt. Und das stürzt ihn in einen Gewissenskonflikt. Pflichterfüllung und Sympathie für einen Kriminellen kollidieren miteinander und der unberechenbare Part, den er damit einnimmt, bringt einige Spannung ins Spiel. Ohnehin sind die Szenen mit Chow Yun-Fat und Danny Lee, die wohl besten des Filmes. Besonders klasse die Konfrontation in Jennies Wohnung. Woo hat diesen Punkt hervorragend inszeniert und stellt unter Beweis, das THE KILLER mehr ist, als ein purer Actionkracher. Schon zu Beginn wird das sehr deutlich und es spiegelt sich auch sehr in der melancholischen Musik wieder, mit der die Geschichte oft untermalt wird. Gepaart mit einer ungemein gelungenen Bildkomposition und mit den vielen Zeitlupenaufnahmen (auch in stillen Momenten) entsteht eine Atmosphäre, die einen unweigerlich in seinen Bann zieht. Die zuweilen bedrückende Stimmung überträgt sich gut auf den Zuschauer und er sitzt nicht unberührt da, wenn die letzten Szenen des Finales über den Schirm/die Leinwand flimmern. Der Schlag sitzt und die auf dem Fuß folgende Vergeltung kann nur wenig Linderung verschaffen. Als ich das zum ersten Mal sah, war ich geplättet. Das muss man doch erst einmal verdauen. Und auch heute, beim erneuten ansehen, verfehlte es seine Wirkung abermals nicht.

Mit THE KILLER hat John Woo einen Film geschaffen, den ich als Epos in Gewalt bezeichnen möchte. Kein stupider Actionreißer, sondern ein Heroic Bloodshed Streifen im wahrsten Sinne des Wortes. Sicherlich ist die Action die Triebfeder und was hier gezogen wird, ist schwer zu toppen. Doch die melancholische Geschichte, die sich dazwischen entfaltet, lässt einen nicht kalt. Ein bildgewaltiger Film, ein leuchtendes Beispiel für ein Genre, das so wohl nur die Filmemacher aus Hong Kong kreieren und zelebrieren konnten.
Heute sucht man solche Filme vom Meister vergebens. Er hat es wohl leider verlernt. Mit REPLACEMENT KILLER hat er eine Homage versucht, die jedoch im Hollywood Einerlei untergegangen ist. Für mich kein schlechter Film, doch von THE KILLER meilenweit entfernt.

Wertung: 9/10


Die DVD:

Auf dem deutschen DVD Markt sind mehrere Auflagen des Filmes vertreten und der vornehmliche Teil davon fällt auf Laser Paradise, die nach ihrem Beitrag für die Eastern Edition eine Special Edition auf den Markt brachten, die gar nicht mal so schlecht ist. Zudem ist die Erstauflage in der Eastern Edition noch ein klein wenige länger, als die von John Woo gewollte Fassung.
Die aber wohl beste Auflage hat e-m-s mit ihre High Definition Edition gebracht. Hier erstrahlt der Streifen in einem Glanz, der seinesgleichen sucht. Ein herrlich scharfes Bild mit einem sehr guten Kontrast, satten Farben und einer wesentlich besseren Helligkeit, als die LP Auflagen. Der Ton ist zudem nicht nur eine Neuabmischung, sondern e-m-s ließ auch eine komplette Neusynchronisation in Deutsch anfertigen. Wer dabei jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, dem sei gleich gesagt, dass es eine erstklassige Arbeit ist, die man hier abliefert. Absolut nicht zu vergleichen mit den Gurken, die heute so bei asiatischen Filmen so verzapft werden. Man kann es sich wirklich sehr gut anhören.
Als Extras findet sich dann ein 17-minütiges Interview mit Meister Woo, sowie geschnittene Szenen und Infos zu Cast & Crew. Außerdem gibt es noch den Trailer zum Film und zu anderen Titeln. Was mir leider fehlte, war das Booklet, das bei ofdb als Beigabe noch angegeben wird. Entweder ist dies bei der Nachpressung nun weggefallen, oder man hat es bei mir vergessen.

Trotz dessen ist die DVD Auflage von e-m-s die dem Film am würdigste. Ein klasse Bild, ein erstklassiger Ton und zufriedenstellende Extras. Was will man mehr. Zumal, bekommt man noch die Originalsynchro und deutsche Untertitel.

Wertung: 8/10

Sonntag, 28. Februar 2010

Invasion vom Mars (USA / 1986)

Orig-Titel: Invaders from Mars
Genre:
Science-Fiction
Laufzeit: 100 Min. [NTSC]
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Dan O'Bannon, Don Jakoby
Geschichte: Richard Blake
Produktion: Menahem Golan, Yoram Globus
Musik: Christopher Young, Sylvester Leavy, David Storrs
Kamera: Daniel Pearl
Schnitt: Alain Jakubowicz
Effekte: John Dykstra, Stan Winston (Creature Design & Effects)
Darsteller: Karen Black (Linda Magnusson), Hunter Carson (David Gardner), Louise Fletcher (Mrs. McKeltch), Timothy Bottoms (George Gardner), James Karen (Gen. Climet Wilson), Christopher Allport (Captain Curtis), Jimmy Hunt (Polizist)
Budget: 12 Mio Dollar (geschätzt)
Kinostart: 6. Jun 1986 (USA) / 7. Aug 1986 (BRD)

In den 80er Jahren, wo mein Interesse für den phantastischen Film so richtig entflammte, kamen auch im Fernsehen immer wieder interessante und auch aufwühlende Filme. Ich weiß nicht, wann INVASION VOM MARS ausgestrahlt wurde, aber es muss Ende der 80er gewesen sein. 1986 war der Streifen ja entstanden.
Mann, war ich da wieder von den Socken und unangenehm war es, wegen der Infiltration der Menschen ja auch. Damals wollte ich den Film nicht mehr wieder sehen. Heute sehe ich das natürlich anders. Und allein schon aus nostalgischen Gründen, musste ich wieder einen Blick werfen.
Zur deutschen DVD Veröffentlichung griff ich dabei jedoch nicht. Zum einen ist die Scheibe mittlerweile Out of Print, zum anderen soll sie nicht sonderlich prickelnd sein. Deswegen griff ich gleich zur US-DVD, die im Bundle mit STRANGE INVADERS kommt, ebenfalls einem Invasionsfilm der 80er Jahre. Die Bildquali ist ausgezeichnet und der Ton ebenfalls. Es gibt zwar nur Spanische oder Französische Untertitel, aber dafür einige wenige Extras, denen ich anfangs skeptisch gegenüberstand, die sich dann doch als sehr informativ herausstellten. Hinter Promotionfeatures vermutet man ja immer mehr das Werbe-Bla-Bla. Schön, dass es sich nicht so ganz bewahrheitet. Damit ist das eine sehr gelungene Auflage und einen weiteren Film zu bekommen und sogar weniger zu bezahlen, als würde man die qualitativ schlechtere deutsch DVD nehmen, ist schon wirklich nicht schlecht. Dennoch erwarte ich eine Neuauflage in unseren Landen, in einer besseren Umsetzung.

Damit habe ich INVADERS FROM MARS nur in einer englischen Fassung gesehen, womit mir Inhaltliche Dinge sicher entgangen sein werden. Damit habe ich aber sicher auch einige Schwächen übersehen.
Meine Erinnerungen beschränken sich auf „Nadel im Genick“, „Frosch, der gefressen wird“, „seltsam aussehende Außerirdische“, „Ein eklig schleimiger kleiner Anführer der Aliens“. Das war es, was mir noch geläufig war und so begann der Film, nach Einlegen in den Player.

David Gardner ist ein aufgeweckter Junge, der in der Schule durchaus aufmüpfig werden kann. Mit seinem Vater liegt er abends auf der Bank im Garten und beschaut sich die Sternschnuppen, wie sie über den Himmel huschen. In der Nacht wird er durch seltsame Geräusche geweckt. Er eilt zum Fenster und sieht, wie ein Raumschiff hinter dem Hügel, hinter dem Haus, landet. Aufgeregt weckt er die Eltern und der Vater geht noch in der Nacht nachsehen, um seinen Sohn zu beruhigen, dass dort nichts war. Am nächsten Morgen verhält er sich jedoch mächtig merkwürdig. Wie ein Fremder und David ist mehr als beunruhigt, als sich immer mehr Menschen im Ort so seltsam aufführen. Zudem haben sie alle so seltsame Wunden im Genick. David ist überzeugt, Außerirdische führen eine Invasion auf der Erde durch. Er vertraut sich der Schulschwester Linda Magnusson (Karen Black) an, die ihm erst nicht glauben will, dann aber mehr und mehr zur gleichen Überzeugung gelangt. Gemeinsam versuchen sie die Gefahr abzuwenden, doch sind sie dazu wirklich in der Lage?

Meine erste Überraschung war das Cannon Films Logo. Cool, eine Produktion von Meneham Golan und Yoram Globus. Das konnte ja nur unterhaltsam werden. In den Bereichen hat mich das Studio ja nie wirklich enttäuscht. Auch wenn es viel an Substanz fehlt, an Unterhaltungswert mangelte es nie. Hinzu kommt Tobe Hooper als Regisseur. Welch Zufall, dass mir der Mann in so kurzer Zeit schon wieder begegnet. Erst kürzlich begutachtete ich seinen FEUERSYNDROM und nun auch noch INVADERS FROM MARS. Der Streifen war für ihn eine Herzensangelegenheit, da er das Original aus den 50ern kannte und liebte. Somit verwundert es dann nicht und es ist auch ein schöner Gag, dass sich genau der gleiche Blick aus dem Fenster von David bietet, wie im Klassiker von damals. Eins zu eins hat man dieses Set nachgebaut und es verleiht dem Film einen gewissen Charme. Ich müsste mir den alten Film mal wieder anschauen, bestimmt hat Hooper noch einiges mehr übernommen. Das Design der Marsianer gehörte jedoch nicht dazu. Da etwas Neues zu kreieren, oblag Stan Winston, der für diesen Job der absolut richtige war. Er hat sich was völlig anderes ausgedacht, was natürlich wenig glaubwürdig erscheint, aber ein hohes Maß an Unterhaltungswert besitzt und auch irgendwie was für sich hat. Für Erwachsene ist es amüsant, für Kinder sicherlich erschreckend. Bei mir hat es die Wirkung seinerzeit jedenfalls nicht verfehlt. Besonders der hässliche Anführer nicht. Ein komisches Vieh, das mittels Animatronik zum Leben erweckt wurde. In diesem Bereich war Stan Winston ja eine Kapazität. Was die Lichteffekte und dergleichen anbelangte, die oblagen keinem geringeren als John Dykstra. Mit Tobe Hooper hatte er schon an LIFEFORCE zusammengearbeitet und hier stellt er nun sein beeindruckendes Talent ein weiteres Mal unter Beweis. Einfach beeindruckend, die Landung des Alien Schiffes, oder die Lichteffekte, die während des Filmes immer wieder zu sehen sind. Der Laserstrahl, der Marsianerwaffe hat es mir dabei besonders angetan. Ich glaube aber, Dykstra war nicht nur für die Lichtsachen zuständig. Er hat sicher auch die anderen Dinge, wie die Nadeln, die den Gefangenen der Aliens in den Nacken getrieben werden, visuell umgesetzt. Sehr beeindruckend und sehr erschreckend, für jemanden, der sich das noch sehr jung ansieht. Die dann veränderten Menschen, verhalten sich kühl und emotionslos und das macht sie nicht selten sehr bedrohlich. Luise Fletcher, die mir ebenfalls erst kürzlich in filmischer Hinsicht begegnete (PROJEKT BRAINSTORM) ist hier der Bösewicht schlechthin. Schon die Szene, in der sie den Frosch verspeist, ist nicht nur unappetitlich, sondern macht auch mächtig Angst. Diese fiesen Rollen lagen Luise Fletcher am ehesten und das sagt sie in einem Feature auf der DVD auch direkt. Ihr hat das sichtlichen Spaß bereitet. Das Schicksal, das sie ereilt, fand ich vielleicht nicht ganz so gelungen, es war dennoch sehr unterhaltsam und zeigt, die Gleichgültigkeit der Masianer, gegenüber den Menschen. Nichts desto trotz versuchen sie sovieler von ihnen wie möglich habhaft zu werden und die Menschheit zu unterwandern, so wie das in DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN der Fall ist. Zu diesem Zweck, treibt eine Art Bohrer unterirdisch Gänge zu verschiedenen Stellen und lässt Leute, die sich in deren Nähe befinden verschwinden. Auch dies ist optisch sehr gelungen umgesetzt. Man gelangt dadurch dann in das Innere des Raumschiffes, dessen Design etwas Organisches an sich hat, was zu den Marsianern jedoch sehr gut passt. In den Gängen und im Finale auch im Schiff selbst, treffen dann Armee und Aliens aufeinander. Hier und auch schon davor bekommt der Cannon Films Kenner das, wofür das Studio auch stand, nämlich Action der gehobenen Klasse. Da wird einiges abgezündet und es ist ein weiterer Unterhaltungspunkt in dem ohnehin schon sehr unterhaltsamen Film.

Ich bin wieder einmal über alle Maßen beeindruckt. Tobe Hooper hat keinen so atmosphärisch dichten Film geschaffen, wie Philip Kaufman mit DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN. Aber er schaffte es einen unterhaltsamen Streifen zu drehen, der in Teilen eine Homage an das Original aus den 50ern ist. Zwar ist die Story nicht sie Beste, die Dialoge nicht die gehaltvollsten und die Darsteller nicht die besten, doch es reicht allemal um einen ansprechenden Film zu bieten. Cannon Films steht vornehmlich für Action und Effekte und eine solide Story. In allen Bereichen sind sie ihrer Linie treu geblieben und wie schon gesagt, ist INVASION VOM MARS ein unterhaltsamer Film. Optisch und akustisch ist es ein erkennbares Produkt der 80er Jahre und das ist es obendrein, was ich so sehr mag. Zudem gefällt mir das Ende. „Es gibt kein Entrinnen… es ist nie zu Ende“. So wollen wir das haben. So macht das doch erst richtig Spaß.
Ach ja, Jimmy Hunt, der im ersten film die Rolle des David Gardner inne hatte, ist im Remake in einer ganz kleinen Rolle zu sehen. Er ist ein Polizist, der an dem Ort, der genauso aussieht, wie seinerzeit der Platz hinter dem Haus, über die Vergangenheit sinniert.
Und noch etwas. Hunter Carson, der in diesem Remake die Rolle des David Gardner spielt, ist im richtigen Leben der Sohn von Karen Black (Schulschwester Linda Magnusson). Beide hatten viel Spaß bei den Dreharbeiten, verbrachten sie doch die meiste Zeit zusammen vor der Kamera.

Was ich etwas schade finde, ist, dass Tobe Hooper nicht mehr solche Filme dreht. Er ist wie Peter Hyams. Einen sehr guten Start, sehr unterhaltsame Filme im Verlauf, doch dann irgendwann der Absturz, der Verlust der Linie und das Unvermögen mit der Zeit zu gehen, oder wenigstens interessante und unterhaltsame Streifen der alten Schule zu bieten. Sehr schade. Bei beiden.

Mit den Filmen der 80er Jahre hat man doch immer wieder seinen Spaß. Irgendwie besitzen sie einen Reiz, den sich die Kinder der 80er nur schwer entziehen können und die auch auf viele andere einen besonderen Reiz ausüben. Ich denke, es sind die Filme, mit der besten Form der Effekte. Wo man visuell einen schönen Stil hatte und handwerkliches Geschick besaß. Mit Einzug des Computers ging an vielen Stellen die Seele verloren. CGI besitzt nicht dieses atmende, das die Hand gemachten Effekte besitzen. Es ist oft so kalt, so steril, so unpersönlich. Das schadet den Filmen sehr, denn damit stellen sich die Inhaltlichen Schwächen mehr in den Vordergrund. Ein INVADERS FROM MARS wird dadurch weit weniger Reizvoll. Eben die Effekte machen doch einen nicht unerheblichen Faktor aus. Man schaue nur auf die Filme, zu denen Ray Harryhausen die Effekte kreierte. Ich würde sie mir sicher nicht so oft ansehen, wenn die Effekte nicht das seien, was sie sind. Man stelle sich da nur CGI vor. Das würde das Werk doch sehr beschädigen.
Sicherlich entwickelt sich auch CGI immer weiter. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Filme der heutigen Zeit viel eher vergessen werden, als die Streifen der 80er, die Inhaltlich vielleicht nicht besser sind, die aber eine sehr eigene und besondere Ausstrahlung haben.

Wertung Film: 7/10
Wertung DVD (US-DVD): 8/10

Montag, 22. Februar 2010

Die Reise ins Ich (USA / 1987)

Orig-Titel: Innerspace
Genre:
Science-Fiction
Laufzeit: 120 Min. [NTSC] / 115 Min. [PAL]
Regie: Joe Dante
Drehbuch: Chip Proser, Jeffrey Boam
Geschichte: Chip Proser
Produktion: Michael Finnell, Steven Spielberg (Ausf.), Peter Guber (Ausf.) Jon Peters (Ausf.), Kathleen Kennedy (Mit-Ausf.), Frank Marshall (Mit-Ausf.)
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Andrew Laszlo
Schnitt: Kent Beyda
Effekte: ILM (Leitung = Dennis Muren)
Darsteller: Dennis Quaid (Lt. Tuck Pendleton), Martin Short (Jack Pudder), Meg Ryan (Lydia Maxwell), Kevin McCarthy (Victor Eugene Scrimshaw), Robert Picardo (Der Cowboy) u.a.
Kinostart: 1. Jul 1987 (USA) / 10.12.1987 (BRD) / 5. Jan 1990 (DDR)

Ach ja… die 80er Jahre… Ein Quell optisch beeindruckender Filme, die auch inhaltlich zu unterhalten verstanden. Die Optik, die Effekte, die Musik. Das ist meine Welt gewesen. Zu der Zeit wuchs ich auf, diese Zeit prägte mich und diese Zeit begründete meine Liebe für den phantastischen Film. Die Begeisterung für alte Filme kam danach, die Begeisterung für andere Genres, kam danach. Für mich sind die 80er Jahre Streifen einfach die einprägsamsten gewesen und ich verbinde auch heute noch besondere Erinnerungen damit. Sehe ich sie mir heute an, sehe ich sie durch die Augen des kleinen Schuljungen, der ich damals war. Wie ich im Kino saß und gebannt zur Leinwand schaute. In eine Welt gezogen wurde, die die Fantasie beflügelt. Schließe ich die Augen, ich sehe das Kino vor mir, ich sehe die Leute, die Umgebung. Da gerät man ins Schwärmen.

Aber kommen wir zum Film. Zum Film, den ich seinerzeit auch im Kino erleben durfte. Leider aber erst 1990, denn da kam er in die, in den letzten Zügen liegende, DDR.
Mit großen Effekten beworben und ich glaube, sogar in der BRAVO näher besprochen (Die Filmbesprechungen mochte ich ja immer am liebsten, abgesehen von Dr. Sommer).
Also nix wie hin, ins Kino und anschauen. Und was habe ich mich nicht amüsiert. Was habe ich nicht gelacht und über die Effekte gestaunt. Das war ein Erlebnis. Das war Kino, so wie ich es mag.

Lt. Tuck Pendleton (Dennis Quaid) ist etwas von der Rolle. Er trinkt gern einen über den Durst und ist bei seinen Kollegen nicht sonderlich hoch angesehen. Für ein geheimes Forschungsprojekt hat er sich zur Verfügung gestellt. Für ein Projekt, das ihn in einer besonderen Kapsel auf Minigröße zusammenschrumpft und mit diesem kleinen Schiff soll er in den Körper eines Versuchskaninchens gespritzt werden. Doch das Labor wird überfallen, denn man ist hinter der bahnbrechenden Technik her. In letzter Sekunde kann einer der Professoren mit der Spritze, in der sich das verkleinerte Schiff mit Tuck befindet, entkommen. Eine halsbrecherische Flucht beginnt, nimmt in einem Einkaufszentrum jedoch ein jähes Ende. Im letzten Augenblick kann der Professor die Spritze in den nichtsahnenden Jack Pudder jagen, einen hypochondrisch veranlagten Angestellten eines Supermarktes. Tuck ist verwirrt, Jack beunruhigt und hinter ihnen sind die bösen Buben her. Eine haarsträubende und abenteuerliche Reise beginnt. Nicht nur durch die Straßen San Franciscos, sondern auch durch die Weiten des menschlichen Körpers.

Das Grundkonstrukt des Filmes ist nicht neu, das gab es schon beim 1966 entstandenen DIE PHANTASTISCHE REISE. DIE REISE INS ICH versteht sich wohl als Remake, kann inhaltlich aber nicht mit dem Klassiker verglichen werden. Nicht nur zeitlich wurde es nämlich in die Gegenwart transportiert, sondern die Geschichte ist auch eine völlig andere. Diesmal ist es nur einer, der verkleinert wird und er wird in einen völlig fremden Körper injiziert, in den Körper eines überdrehten Hypochonders, der von Martin Short nicht besser hätte verkörpert werden können. Schade, dass der Darsteller nie sonderlich aus dem Schatten hervortreten konnte. Er hätte noch weit größere Rollen verdient, wie er sie seither nur gespielt hat. Warum wurde dieses Talent nur nicht weiter gefördert. Jedenfalls ist es eine Schau, ihm bei seiner Odyssee zu begleiten. Wie er beim Arzt sitzt und Tuck aus seinem Inneren zu ihm Spricht. Wenn er dann aufspringt und schreit, „ich bin besessen“, kann man nicht anders als lauthals lachen. Und dererlei Gags werden noch einige abgezündet. Seine Mimik ist dabei ein nicht unerheblicher Faktor und man sollte nicht wo anders hinschauen und hingehen, wenn man sich den Streifen ansieht. Da muss man alles auskosten. Mit Martin Short als Spaßkanone wird zudem schnell klar, diesen Film sollte man keines falls ernst nehmen. Es geht vielmehr darum, beschwingt unterhalten zu werden und das schafft Regisseur Joe Dante vortrefflich. Naja, vielleicht nicht in jeder Hinsicht, denn Dennis Quaid und Meg Ryan (als Tucks Freundin Lydia) strapazieren die Geduld hier und da schon etwas. Aber über diese Übertreibungen sollte man hinwegsehen, das ist ein Produkt der Zeit. Über die Effekte im Film hinwegsehen, das ist hingegen wahrlich schwer. Was hier geboten wird, ist ebenso fesselnd und spektakulär, wie beim Klassiker aus den 60ern. Als Kind der 80er finde ich sie natürlich noch einen Ticken besser. Als kleinen Wehrmutstropfen wird die Welt aber leider nicht so ausführlich gezeigt. Vergleichsweise wenig Zeit verbringt man im INNERSPACE (Orig-Titel). Ich glaube auch, dass Tuck mit seinem eingesetzten Laser, so einigen Schaden in Jack angerichtet hätte. Über diesen Medizinischen Punkt sollte man aber ebenso hinwegschauen. Wie gesagt, nicht zu ernst nehmen. Die Effekte sind jedenfalls ordentlich und Man fragt sich mehr als einmal, „wie haben die das gemacht?“. Nicht drüber nachdenken, anschauen und genießen. Dennis Muren und die Leute von ILM haben ganze Arbeit geleistet.
Das gilt auch für die Action. Bei den halsbrecherischen und abenteuerlichen Verfolgungsjagden durch die Stadt, hatten die Stuntman und Special Effects Leute einiges zu tun und ordentliche Arbeit geleistet. Es geht zwar nicht sonderlich viel zu Bruch, doch die Szene mit dem Lieferwagen ist schon eine Schau.
Und auch akustisch wird einiges geboten. Wer könnte solch phantastische Bilder des inneren Raumes auch besser untermalen, als Jerry Goldsmith. Was für ein Score, im Stil der Star Trek Filme ähnlich. Es passt, wie die Faust auf’s Auge und rundet das Erlebnis noch ab.

Mag DIE REISE INS ICH inhaltlich auch nicht die größte Granate sein, es ist ein Film, der einen fesselt und der einen über die ganze Distanz gekonnt zu unterhalten versteht. Sei es nun in Sachen Gags, in Sachen haarsträubende Verfolgungen, oder bei den einfach nur beeindruckenden Szenen im Inneren eines Körpers.
DIE REISE INS ICH zähle ich mit zu meinen Lieblingen. Dennis Quaid, Martin Short, Meg Ryan, Kevin McCarthy als herrlich blöder Bösewicht, Robert Picardo als noch bescheuerterer Cowboy. Ich mag sie alle. Die Effekte, die Regie und Joe Dantes Art des Humors und vor allem die Musik. Nicht nur Goldsmiths Score. Man höre sich nur mal die Musik in der Disco an. Das sind Klänge. Da werden Erinnerungen wach.

Die Gesichtsverwandlung bleibt unvergessen. Was hab ich beim ersten Mal anschauen da nicht gelacht.

Wertung: 8,5/10


Die DVD

Die DVD brachte Warner 2002 auf den Markt. Warner ist ja selten Freizügig, in Sachen Extras. Doch hier schafften sie es wenigstens noch einen Audiokommentar, neben dem Kinotrailer, zu spendieren. Das Bild ist nicht übermäßig. Man erkennt deutliches Bildrauschen und die Schärfe könnte auch einen Tick besser sein. Der Ton geht hingegen ganz in Ordnung.
Seinerzeit noch in Clipper Verpackung, ist die DVD eine solide Sache. Dennoch hätte der Streifen in meinen Augen etwas mehr verdient.

Wertung: 6,5/10